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Abschaltung droht: Handy-TV in Österreich ohne Erfolg

Media Broadcast kündigt Verträge mit den Mobilfunk-Netzbetreibern
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In Deutschland wurden die Versuche, ein Handy-TV-Angebot im DMB-Modus zu etablieren, längst wieder aufgegeben. Der konkurrierende DVB-H-Standard kam gar nicht erst über einen Testbetrieb hinaus. In Österreich ist das mobile Fernsehen über DVB-H dagegen offiziell gestartet. Dabei wird das Sendernetz von Media Broadcast betrieben. Die Vermarktung obliegt den Mobilfunk-Netzbetreibern.

Wie in Deutschland können sich allerdings auch in der Alpenrepublik nur wenige Handy-Fans für den TV-Empfang auf dem kleinen Display begeistern. Wie das österreichische Wirtschaftsblatt berichtet, haben bislang nur weniger tausend Österreicher ein Abonnement für das DVB-H-Programmangebot abgeschlossen.

Abschaltung droht zum Jahresende 2010

Schon vor einigen Wochen gab es erste Berichte, denen zufolge das Projekt zu scheitern droht. Nun hat Media Broadcast als Netzbetreiber dem Wirtschaftsblatt zufolge die Notbremse gezogen und die Verträge mit den Mobilfunk-Anbietern gekündigt. Sollte es dabei bleiben, wäre spätestens Ende 2010 Schluss mit dem mobilen Fernsehen in Österreich.

Nach Media-Broadcast-Angaben hat das Unternehmen die Kündigung rein vorsorglich ausgesprochen, da sich der Service nicht wie erwartet entwickelt habe. Der Betreiber wolle sich im neuen Jahr jedoch mit den Marktpartnern an einen Tisch setzen darüber beraten, wie man das mobile Fernsehen doch noch zum Erfolg führen kann.

Mobilfunker erhoffen sich positiven Trend durch die Fußball-WM

Die Mobilfunker hoffen indes auf eine bessere Entwicklung im kommenden Jahr. Dazu sollen neue preiswerte Handys mit DVB-H-Empfänger ebenso beitragen wie die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika als sportliches Großereignis. Allerdings kämpft das Handy-Fernsehen derzeit auch noch mit einer ungenügenden Netzabdeckung. Dem Wirtschaftsblatt-Bericht zufolge liegt der Versorgungsgrad bislang nur bei 50 Prozent.

Um die technische Reichweite des Programmpakets zu erweitern gibt es inzwischen Überlegungen, DVB-H mit UMTS-Streaming zu kombinieren. So sollen die Kunden beim Verlassen des DVB-H-Empfangsbereichs die gerade eingeschaltete Sendung nahtlos im Streaming-Verfahren weiter empfangen können. Allerdings befindet sich eine solche Dualmode-Technik noch in der Erprobung. Wann mit entsprechenden Endgeräten zu rechnen ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen.

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