Handy-Test

Schwer auf Draht: Das Touchscreen-Handy Nokia N97 im Test

Neues Smartphone richtet sich eher an Multimedia-Fans und an private Anwender
Von Björn Brodersen
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Verbesserungswürdig erscheint uns auch die Touchscreen-Bedienung beim Nokia N97, denn Eingaben per Fingerberührung müssen vergleichsweise kräftig vorgenommen werden. Hilfreich sind bei Eingaben auf dem Touchscreen das Vibrations-Feedback sowie der mitgelieferte breite Stylus, der an das Handy gehängt werden kann. Ratlos kann der dagegen der N97-Neuling bei eingehenden Anrufen dastehen: Ein durch den Ruhezustand des Handys zuvor ausgeschalteter Bildschirm aktiviert sich bei eingehenden Anrufen und zeigt dem Nutzer des Smartphones einen "Antworten"-Button an, allerdings lässt sich dieser nicht direkt sondern erst nach Lösen der Bildschirm- bzw. Tasten-Sperre nutzen. Die Lösung: Der grüne Pfeil der "Antworten"-Taste auf dem Display muss wie bei der Bildschirm-Sperre des iPhone zur Seite geschoben werden.

Arbeiten mit der QWERTZ-Tastatur

teltarif.de-Foto vom Nokia N975-Wege-Navigationskey Das Schreiben von Nachrichten oder Texten auf der echten Tastatur des Nokia N97, die beim Aufschieben des Sliders sichtbar wird, fällt anfangs nicht leicht - vor allem wenn man das Arbeiten an einem Communicator-Modell von Nokia gewohnt ist: Die kleinen, gummierten Tastenfelder verfügen zwar im Einzeltest über einen klar erkennbaren Druckpunkt, jedoch nur dann, wenn die Taste ziemlich zentriert getroffen wird. Beim schnelleren Verfassen von Texten mit beiden Daumen fühlt sich die Klaviatur teilweise ganz schön "schwammig" an.

Dazu weist die Tastatur des Nokia N97 einige Besonderheiten auf, an die der Nutzer sich erst gewöhnen muss: So ist die Leertaste vergleichsweise klein bemessen und an den rechten Rand des Keypads gerückt, und auch die Umschalttaste liegt nicht auf der linken sondern auf der rechten Seite des Tastenfeldes. Viele Sonderzeichen sind nicht direkt wählbar, eine spezielle Ziffern-Tastenreihe gibt es ebenso wenig. Telefonnummern kann der Nutzer dennoch direkt über die Zifferntasten und ohne Drücken der Umschalttaste eingeben, wenn keine Office- oder Mitteilungs-Anwendungen geöffnet sind.

Unterschied zu einem Communicator-Modell wie dem Nokia E90: Der 5-Wege-Navigationskey sitzt links auf der Tastaturfläche, nicht rechts. Der Schiebe-Mechanismus des Nokia N97 macht einen stabilen Eindruck. Beim Aufschieben des Handys richtet sich das Display in einem 35-Grad-Winkel von der Tastatur ab, so dass sich beispielsweise Mitteilungen besser lesen oder Videoclips bequemer anschauen lassen.

Mobiles Surfen mit dem Nokia N97

teltarif.de-Foto vom Nokia N97 Für das mobile Surfen auf Internetseiten reichen Größe und Auflösung des Displays vollkommen aus. Nach Aufschieben der echten Tastatur schaltet sich die Bildschirmanzeige ins Querformat um. Für die Anzeige der Webseiten steht neben dem vom Nokia 5800 XpressMusic bekannten Standard-Browser der Opera Mini 4.2 zur Auswahl. Anders als im Menü oder in bestimmten Anwendungen ist im Browser kinetisches Scrollen möglich, durch Streichbewegungen kommt man so schnell an die gewünschte Stelle auf der besuchten Website. Was fehlt, ist ein automatisches Anpassen der Webseiten-Größe an das Display-Format (Auto-Fit) beim Browsen im Querformat. Webseiten lassen sich im Browser nur durch Drücken auf einen bestimmten Bereich im Browser auf eine optimale Größe einstellen, dadurch werden sie oft zu klein angezeigt oder es ist seitliches Scrollen nötig. Bequem ist dagegen: Das Browser-Menü blendet sich jeweils nach einem Moment selbständig wieder aus und stört so nicht mehr die Webseiten-Anzeige.

Beliebte Homepages lassen sich über angelegte Bookmarks schnell öffnen, Nachrichten von ausgewählten Online-Portalen kommen bei aktiver Internetverbindung per RSS-Feed automatisch aufs Handy-Display. Auch Flash-Videos vom YouTube-Portal spielt der Nokia-Browser ab. Nicht im Browser möglich: die Anwendung der Copy&Paste-Funktion.

Enttäuscht waren wir im Test vom E-Mail-Client (SMTP, IMAP4, POP3) des Nokia N97: Dieser kann abgerufene E-Mails nicht im HTML-Format darstellen - von einem Highend-Handy dürfte man so etwas eigentlich erwarten. Zumindest können die Nutzer E-Mail-Anhänge im Word-, Excel- oder Powerpoint-Format öffnen und lesen. Unterstützt werden Mail for Exchange und die Synchronisation mit Daten von Microsoft Outlook, Outlook Express, Lotus Organizer und Lotus Notes auf dem PC.

HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s

Die über das Mobilfunknetz angelieferten Internet-Daten empfängt das Nokia N97 dank HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s bei entsprechender Netzabdeckung. HSUPA für schnelleren Datenversand unterstützt das N97 nicht.Per WLAN (IEEE 802.11b/g) können Internetverbindungen auch an Hotspots aufgebaut werden, bei der Zugangseinrichtung hilft ein Einstellungsassistent. Ob die eingehenden Daten per WLAN oder über das Mobilfunknetz übertragen werden - eine entscheidende Frage für die etwaigen Übertragungskosten -, ist am "3,5G"- und dem typischen WLAN-Symbol auf dem Bildschirm zu erkennen.

Auf der letzten Seite unseres Testberichts berichten wir von unseren Erfahrungen mit der 5-Megapixel-Kamera und der Telefon-Funktion des N97.

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