Unfallgefahr

Trotz Verbot: Autofahrer nutzen Handy am Steuer

Auch Radios und Navis schränken die Aufmerksamkeit stark ein
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Viele Auto­fahrer in Deutschland (41 Prozent) tele­fonieren während der Fahrt mit ihrem Handy - obwohl das ver­boten ist und empfindliche Geld­bußen drohen. Das hat eine re­präsentative Umfrage des Markt­forschungs­instituts YouGov ergeben. Männer greifen demnach häufiger am Steuer zum Telefon als Frauen (46 zu 36 Prozent). Wer im Verkehr mit einem Handy am Ohr erwischt wird, zahlt derzeit 40 Euro Buß­geld und bekommt einen Punkt in der Flensburger Verkehrs­sünder­kartei - im Ausland drohen teilweise sogar viel höhere Strafen. Das Handy­verbot bezieht sich aller­dings nicht nur auf das Tele­fonieren, sondern auch auf SMS, E-Mails und andere Handy­funktionen. Nur bei einem Stopp mit ausgeschaltetem Automotor ist die Benutzung dagegen erlaubt. Auch eine fest installierte Frei­sprech­einrichtung ermöglicht das Tele­fonieren während der Autofahrt.

Aber nicht nur die aktive Beschäfti­gung mit dem Smart­phone ist verboten. Auch das Weg­drücken eines An­rufers oder das Ablesen der Uhrzeit oder der erhaltenen Nachricht wird mit einem Buß­geld bestraft. Gleiches gilt übrigens auch für Rad­fahrer.

Ablenkung nicht nur durch das Handy

Männer greifen laut einer Umfrage während der Fahrt häufiger zum Telefon als Frauen Männer greifen laut einer Umfrage während der Fahrt häufiger zum Telefon als Frauen Aber auch andere elek­tronische Systeme im Auto kosten viel Auf­merksamkeit: Gut ein Drittel der Be­fragten (35 Prozent) gab an, sich während der Fahrt durch Radio oder Navigationsgerät - auch eine Handy-Navi-App zählt hierzu - ablenken zu lassen. Jeder fünfte Befragte (22 Prozent) erklärte, durch Essen und Trinken während der Fahrt nicht ganz bei der Sache zu sein. Auch Kinder auf dem Rücksitz und die Körper­pflege fordern ihren Tribut (jeweils 19 Prozent). Und auch die Nutzung von Tablets oder Mini-Computern während der Fahrt ist bei jedem Fünften keine Seltenheit.

Bei jedem Zweiten (54 Prozent) ist die Suche nach dem richtigen Weg ein weiterer Grund für Un­achtsamkeit. Viele lassen sich außerdem von Dingen außerhalb des Autos ablenken: Dazu gehören andere Verkehrs­teilnehmer (30 Prozent) und Bau­stellen (29 Prozent) - für jeden vierten Mann (24 Prozent) aber auch gut aus­sehende Passanten. Letzteres gilt nur für sieben Prozent der Frauen.

Erhöhte Mitschuld bei Handynutzung

Die Handy­nutzung erhöht zudem die Mit­schuld bei einem Unfall. Nutzt ein Fahrer sein Gerät während der Autofahrt und gerät in einen Unfall, der von einem anderen verursacht wurde, haftet der Handy­benutzer unter Umständen mit. Durch die Handynutzung wird die Reaktionszeit eingeschränkt, weshalb der Fahrer nicht angemessen auf die Verkehrssituation reagieren kann, so das Landgericht Kiel in einem Urteil. Im Auftrag des Kfz-Ver­sicherers DA Direkt wurden 1 012 Personen befragt.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, was es beim Kauf einer Frei­sprech­ein­richtung fürs Auto zu beachten gilt.

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