Normalhandys

Fast die Hälfte der verkauften Mobiltelefone sind einfache Handys

Smartphones sind noch immer für viele zu teuer
Von dpa / Jennifer Buchholz

Noch immer werden viele einfache Handys verkauft Noch immer werden viele einfache Handys verkauft
Bild: dpa
Trotz des Erfolgs der Smart­phones werden nach Ansicht von Markt­forschern auch einfache Handys noch lange nicht ver­schwinden. "Vor allem in den Ent­wicklungs­ländern ist der Preis­unter­schied zwischen Smart­phones und Billig-Handys immer noch sehr groß und die Daten­netze nicht aus­reichend ausgebaut", erläuterte Gartner-Analyst Anshul Gupta.

Im dritten Quartal machten die Smartphones nach Gartner-Berechnungen 55 Prozent der insgesamt verkauften 455,6 Millionen Mobiltelefone aus. Er rechne damit, dass dieser Anteil schrittweise um jeweils einige Prozent­punkte steigen wird, sagte Gupta.

Smartphones weiterhin auf dem Vormarsch

Noch immer werden viele einfache Handys verkauft Noch immer werden viele einfache Handys verkauft
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Android hat nach Ein­schätzung von Gupta mit dem aktuellen Anteil von knapp 82 Prozent des Smart­phone-Marktes seinen Höhepunkt erreicht. Dies ist vor allem auf den Zuwachs in China zurück­zu­führen. Rund 41 Prozent aller Android-Telefone werden inzwischen dort verkauft, nach 34 Prozent vor einem Jahr. Das Geschäft wird von ein­heim­ischen Anbietern dominiert, viele von denen außer­halb Asiens kaum bekannt sind.

Zwar werde Windows Phone nach dem Kauf des finnischen Handy-Riesen Nokia durch Microsoft in den kommenden Jahren Marktanteile gewinnen. Aber er sehe auf absehbare Zeit kein Betriebssystem, das die Android-Dominanz in Frage stellen könnte, betonte der Analyst.

Samsung bleibt weiterhin Spitzenreiter

Bei den einzelnen Herstellern dürfte in nächster Zeit Samsung kaum einzuholen sein, sagte Gupta. Die Südkoreaner setzten im vergangenen Quartal nach Gartner-Schätzung gut 80 Millionen verkaufte Smart­phones ab, sodass damit fast jedes dritte Gerät von Samsung kam. Ein starker Heraus­forderer sei Lenovo, sagte der Gartner-Analyst. "Sie ver­kaufen bisher 95 Prozent ihrer Geräte in China - und sind schon damit der drittgrößte Anbieter weltweit", betonte er. Allerdings erwarte er auf absehbare Zeit nicht, dass Lenovo Samsungs weltweite Spitzen­position angreifen könnte.

Dem kanadischen Smartphone-Pionier Blackberry stehe hingegen eine "sehr harte Zeit bevor". Die Kunden schrecke die Unsicherheit ab, ob es das Unternehmen in einigen Jahren noch geben werde. Im vergangenen Quartal fiel der Blackberry-Marktanteil nach Gartner-Berechnungen auf 1,8 Prozent von 5,2 Prozent vor einem Jahr. Der Hersteller bangt derzeit um seine Zukunft.

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