Erreichbarkeit

Kinder & Smartphones: Darauf sollten Eltern achten

Viele Kinder wünschen sich zum Geburtstag oder zum Schulanfang ein Smartphone. Nach der Anschaffung sollten die Eltern ihren Kindern aber zeigen, wie man mit dem Gerät richtig umgeht. So können Kostenfallen und Sicherheitsrisiken vermieden werden.
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Wie im Flug haben Smartphones die Welt von Kindern und Jugendlichen erobert. 92 Prozent der 10- bis 18-Jährigen besitzen heute ein eigenes Mobiltelefon. 80 Prozent davon sind Smartphones, hat der IT-Verband Bitkom ermittelt. Vor vier Jahren hatten zwar schon genauso viele Kinder und Jugendliche ein eigenes Handy. Smartphones aber waren damals noch kaum darunter.

Heute sind die kleinen Alleskönner richtig wichtig. Vor allem, um Kurz­mitteilungen zu versenden. Kein Wunder also, dass Eltern den Stoß­seufzer "Hilfe, mein Kind will ein Smartphone" zum Himmel schicken. So hat die Initiative Schau hin, was dein Kind mit Medien macht einen Ratgeber betitelt. Demnach ist ein einfaches Handy ab einem Alter von neun Jahren vertretbar, ein Smartphone ab einem Alter von zwölf Jahren. "Dann sind Kinder schon vertraut mit den Funktionen von Handy und Internet. Das heißt, sie kennen einige Surfregeln und können abschätzen, welche Kosten mit so einem Gerät verbunden sind", sagt Kristin Langer, Mediencoach bei "Schau Hin". Für jüngere Kinder dagegen sei das Thema Geld noch zu abstrakt.

Eltern sollten Kindern das Smartphone erklären

Kinder sollten ihren Kindern den richtigen Umgang mit dem Handy zeigenKinder sollten ihren Kindern den richtigen Umgang mit dem Handy zeigen Neben der technischen Handhabung sollten Eltern zunächst erklären, dass etwa beim Spielen Zusatz­kosten durch Käufe innerhalb einer App entstehen können. Das ist wichtig, weil das Spielen zu den drei am häufigsten genutzten Smartphone-Funktionen gehört. Zum richtigen Umgang mit dem neuen Telefon gehöre auch, Rücksicht auf andere zu nehmen, wenn das Kind unterwegs Musik hört oder Gespräche führt.

Eltern sollten zusammen mit ihrem Nachwuchs das Gerät so einstellen, dass das Kind sich selbst und seine Daten schützen kann. Dafür gibt es ein paar einfache Sicher­heits­ein­stellungen. Diese finden sich in den Menüpunkten wie Datenschutz oder Sicherheit. "Bei jüngeren Kindern sollte man den Internetzugang des Smartphones blockieren, bis sie sich sicher bewegen", rät Kristin Langer. Im nächsten Schritt könne man eine feste Startseite einrichten, beispielsweise fragfinn.de oder meine-startseite.de. "So kann man den Surfraum sicher machen", sagt sie. Der Download von Apps sollte zumindest am Anfang Sache der Eltern sein.

Der Telefontarif sollte in Relation zum Familien­budget und zum Taschen­geld stehen. Irgendwann einmal muss das Kind die Kosten ja selbst tragen. Beginnen könne man mit einer Guthabenkarte. "Wenn Kinder dann selbst nachforschen und eine günstigere Möglichkeit finden, kann man im Familien­rat überlegen, ob man den Tarif wechselt", sagt Langer. Damit das Kind ein Bewusstsein für die Handy­kosten entwickelt, sollte es sich an den Ausgaben beteiligen.

Für die Nutzungs­dauer empfiehlt sie feste Regeln, damit das Handy nicht lebens­bestimmend wird. "Eltern können ihrem Kind vermitteln und vorleben, dass man nicht immer erreichbar sein muss. Eine Stunde pro Tag sind für Smartphone-Einsteiger genug", sagt Langer. Nachts sollte das Handy ausgeschaltet sein und weggelegt werden.

Ortung von Kindern

Es ist sogar möglich, das Smartphone mit sogenannten Tracking-Apps für die Überwachung des Nachwuchses zu nutzen. Eltern können damit etwas für die eigenen Nerven tun und überprüfen, ob ihr Kind von der Schule oder vom Sport nach Hause gekommen ist. Über die Tracking-App kann das Kind den Eltern auch von sich aus seinen Standort zukommen lassen. Allerdings ist das keine Sicher­heits­garantie. Der Akku muss geladen und das Handy eingeschaltet sein. Und wenn das Kind das Handy nicht dabei hat, nützt die App gar nichts.

Ein Problem ist auch, dass das Kind keine Freiräume mehr erleben kann und die Vertrauensbildung zwischen Eltern und Kindern gestört werden könnte. Jedoch sollten Eltern ihrem Kind nicht ein Smartphone mit einer Ortungs-App schenken, ohne zu verraten, dass diese installiert ist. Eltern sollten dem Kind vielmehr deutlich machen, dass sie die Ortung nur im Notfall benutzen werden. Ab dem 18. Geburtstag ist eine Ortung tabu. Laut Telekommunikationsgesetz ist die Personenortung dann nur noch mit Zustimmung der zu ortenden Person gestattet.

Tablet zum Schulanfang?

Per SMS oder Anruf kann das Kind seinen Eltern mitteilen, wo es sich gerade aufhält.Per SMS oder Anruf kann das Kind seinen Eltern mitteilen, wo es sich gerade aufhält. Wer seinem Kind zum Schulanfang eine Freude machen will, kann auch den Kauf eines Tablets in Erwägung ziehen. "Sie sind in den Augen der Kinder eher ein Spielzeug, mit dem man Spaß haben kann. Aber auch zum Lernen sind sie gut geeignet, beispielsweise wegen der Lern-Apps für Mathe oder zum Lesen", sagt Kristin Langer. Aus medienpädagogischer Sicht sei es nicht so wichtig, auf welchem Gerät man sich die Inhalte ansieht. Positiver Nebeneffekt: "Ein Tablet kann manche Kinder aber stark motivieren, es kann also eine gute Ergänzung sein."

Worauf Eltern noch bei dem Umgang ihrer Kinder mit einem Smartphone achten sollten, haben wir in einer gesonderten News für Sie zusammengefasst.

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