Prognose

Jedes dritte verkaufte Handy ist ein Smartphone

Bitkom erwartet schnellen Start von LTE
Von Björn Brodersen
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In diesem Jahr wird jedes dritte verkaufte Handy in Deutschland ein Smartphone sein. Insgesamt wird der Absatz von Smartphones in Deutschland um 47 Prozent auf 8,2 Millionen Stück zulegen, schätzt der Branchenverband Bitkom auf Basis aktueller Daten des European Information Technology Observatory (EITO). Der Umsatz mit den vielseitigen Multimedia-Handys steige demzufolge in diesem Jahr voraussichtlich um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro.

Insgesamt wird laut Bitkom-Prognose der Verkauf von Handys in Deutschland im laufenden Jahr voraussichtlich um vier Prozent auf 28 Millionen Stück steigen. Im Krisenjahr 2009 seien die Verkaufszahlen noch um drei Prozent gesunken. Wegen des starken Preiswettbewerbs werde sich der Umsatz mit Mobiltelefonen bei rund 3,7 Milliarden Euro stabilisieren.

"Smartphones beflügeln den gesamten Handy-Markt"

"Die universell einsetzbaren Smartphones beflügeln den gesamten Handy-Markt", sagte heute Bitkom-Hauptvorstand Herbert Merz anlässlich des Mobile World Congress, der am Montag in Barcelona eröffnet wird. Das mobile Internet erobere dank neuer Geräte, günstigerer Datentarife und attraktiver Anwendungen den Massenmarkt. Aktuell gebe es für die verschiedenen Handy-Betriebssysteme insgesamt rund 200 000 Apps. Die drahtlos übertragene Datenmenge habe sich im vergangenen Jahr gegenüber 2008 auf 40 Millionen Gigabyte nahezu vervierfacht. Von diesem Anstieg profitierten die Netzbetreiber: Der Umsatz mit mobilen Datendiensten wachse in Deutschland in diesem Jahr um acht Prozent auf 5,7 Milliarden Euro.

Im internationalen Vergleich zieht laut Bitkom das Geschäft in anderen Ländern schneller an als in Deutschland. In Frankreich wachse der Umsatz mit mobilen Datendiensten im laufenden Jahr um 17 Prozent auf fünf Milliarden Euro, in China um 23 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro und in den USA um 25 Prozent auf 36 Milliarden Euro.

"Keine Verzögerung bei Breitband-Ausbau in Deutschland"

Einen starken Schub in Deutschland erwartet der Bitkom durch die Versteigerung zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur im zweiten Quartal dieses Jahres bringen (Digitale Dividende). "Mit der Frequenzauktion legen wir die Basis für die Mobilfunknetze der nächsten Generation", sagte Merz. "Mit LTE werden die Mobilfunknetze eine echte Alternative zu DSL und Kabel." Die neuen LTE-Netze (Long Term Evolution) ermöglichten mobile Internetgeschwindigkeiten von 100 MBit/s.

Eine Verzögerung beim weiteren Breitband-Ausbau in Deutschland durch Klagen von Netzbetreibern wie E-Plus oder o2 erwartet der Bitkom nicht. Solche Klagen hätten keine aufschiebende Wirkung für die für den 12. April vorgesehene Auktion zur Digitalen Dividende sowie von Frequenzen im 1700- und 1800-MHz-Spektrum und ehemaliger UMTS-Frequenzen. Drei Monate nach der Vergabe wolle die Bundesnetzagentur zudem das gesamte Frequenzspektrum betrachten und gegebenenfalls ein sogenanntes Re-Farming in Erwägung ziehen. Zudem gebe es für die Lizenznehmer eine Verpflichtung zur Netzabdeckung. Mit der Einführung erster LTE-Handys rechnet der Bitkom für das kommende Jahr.

Deutsche Telekommunikationsindustrie für die Zukunft gut gerüstet

Der Bitkom sieht die Telekommunikationsindustrie in Deutschland nach Einschnitten in den vergangenen Jahren für die Zukunft gut gerüstet. "Wir haben starke Netzbetreiber, Infrastruktur-Anbieter haben in Deutschland die Mobilfunknetze der nächsten Generation entwickelt, und Chip-Hersteller liefern Kernkomponenten für Smartphones und andere mobile Geräte", sagte Merz. Mit der Breitband-Strategie der Bundesregierung gebe es eine Grundlage für den weiteren Ausbau der Datennetze, sowohl im Festnetz als auch mobil. Zusätzlich zum Mobile World Congress in Barcelona wird die Telekommunikationsbranche auf der CeBIT 2010 im Rahmen der "Bitkom Broadband World" vertreten sein. Rund 25 Aussteller zeigen dort die neuesten Technologien und Anwendungen rund um schnelle Datenübertragungen.

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