High-End

Quad-Core im Smartphone: Was bringen die Kerne 3 und 4?

Wir zeigen, wo ein High-End-Handy wirklich punkten kann
Von Steffen Herget

Samsung Galaxy S3, HTC One X, LG Optimus 4X HD - die High-End-Smartphones der asiatischen Hersteller haben den Trend zum Quad-Core-Prozessor losgetreten, und immer weitere Hersteller kündigen entsprechende Modelle an oder bringen sie auf den Markt. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Wer braucht eigentlich in einem Smartphone tatsächlich die Rechenleistung von so starken Prozessoren? Bringt das denn im Alltag überhaupt merkliche Vorteile? Oder überwiegen dann doch die Nachteile, die solche Plattformen natürlich ebenfalls haben? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.

Datenblätter

Quad-Core im Smartphone Quad-Core im Smartphone
Bild: HTC, LG, Samsung - Montage: teltarif.de
Dabei zunächst einmal ein paar grundsätzliche Dinge. Ein Quad-Core-Prozessor verfügt über vier, im Falle des Nvidia Tegra 3 sogar über fünf Rechenkerne, die parallel betrieben werden. Die Taktfrequenz lässt sich dabei in der Regel dynamisch regulieren, je nachdem, welche Leistung das Smartphone gerade benötigt. Die Taktfrequenz selbst liegt dabei nicht zwingend über der eines Chips mit weniger Kernen. Der Vorteil gegenüber einem Single- oder Dual-Core auf dem Papier sieht jedoch klar aus: Mehr Kerne = mehr Rechenleistung = ein schnelleres Smartphone. Aber stimmt das in der Praxis wirklich?

Stärken im Alltag und im Multimedia-Bereich

Um die Leistung eines Smartphones zu beurteilen, stehen eine Reihe von Benchmarks zur Verfügung - diese sagen zwar nicht unbedingt etwas über die Alltagsnutzung aus, geben aber objektive Hinweise auf die Leistungsfähigkeit der verwendeten Hardware-Plattform. In diesem Bereich gibt es dann auch kein Vertun: Quad-Core-Smartphones hängen andere Smartphones mit zwei oder einem Rechenkern im Regelfall lässig ab. Wirklich punkten können Quad-Core-Handys neben den nackten Benchmark-Zahlen vor allem bei aufwändigen Multimedia-Anwendungen wie 3D-Spielen oder hochauflösenden Videos. Hier spielt die stärkere Rechenleistung eine fundamentale Rolle. Es ist allerdings nicht so, dass hier Dual-Core-Smartphones wie beispielsweise das Samsung Galaxy S2 aus dem vergangenen Jahr die Segel streichen müssen - die allermeisten Dinge lassen sich auch mit weniger starken Prozessoren erledigen, wenn auch eventuell einen Tick langsamer oder ruckeliger.

Die Schnelligkeit von Quad-Core-Chips ist allerdings nicht nur in Benchmarks und bei 3D-Spielen oder Multimedia-Anwendungen zu bemerken, sondern auch bei ganz alltäglichen Dingen. In der Regel starten Anwendungen auf solchen High-End-Systemen schneller, Animationen laufen flüssiger. Häufig fühlen sich viele Dinge einfach flüssiger, irgendwie runder an. Andererseits bezahlt man diese Dinge auch mit ein paar Nachteilen. So werden die High-End-Smartphones, wenn sie voll gefordert worden, oft merklich warm, denn die CPU zieht nun mehr Strom und eine aktive Kühlung gibt es nicht. Außerdem steigt der Stromverbrauch bei voller Leistung rapide, da eben mehr Kerne unter Volldampf laufen - der Akku macht dann schneller schlapp. Im Allgemeinen wirken sich allerdings vier Kerne im Vergleich zu zwei nicht zwingend negativ auf die Akku-Laufzeit aus, denn für die gleiche Gesamt-Leistung läuft jeder der vier Kerne langsamer und damit stromsparender als zwei bei einem Dual-Core. In der Praxis sind die Laufzeiten mit einer Akku-Ladung meistens ähnlich, zumal die Hersteller bei Quad-Core-Handys oft auch etwas stärkere Akkus verbauen.

Die gerade genannten Punkte unterscheiden sich allerdings so manches Mal von Betriebssystem zu Betriebssystem - die Auswirkungen der verschiedenen Plattformen auf die Geschwindigkeit zeigen wir Ihnen auf der zweiten Seite.

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