Handy-Navi

Überblick: Kostenlose Navigation fürs Handy

Lediglich Nokia bietet eine Onboard-Lösung
Von Marc Thorwartl / Thorsten Neuhetzki
Kommentare (292)
AAA
Teilen (5)

Mit der am 21. Januar verkündeten Entscheidung, ihre Ovi Maps ab sofort für zehn Smartphone-Modelle kostenlos zur Verfügung zu stellen, hat Nokia für Furore auf dem Navigationsmarkt gesorgt. Nicht nur, dass es zum ersten Mal eine kostenlose Onboard-Navigation mit Lifetime Map-Updates gab oder die Aktie des europäischen PND-Platzhirsches TomTom an diesem Tag binnen weniger Minuten mehr als zehn Prozent ihres Wertes verloren hat, nein, auch im Bereich der Offboard-Navigation hatte diese Entscheidung weitreichende Folgen.

Mit Nav4all stellte keine zwei Wochen später ein äußerst beliebter Anbieter von kostenloser Navigationssoftware seinen Dienst quasi über Nacht ein. Die Dominanz der Finnen und vor allem das dahinterstehende Kapital ließen wohl keine andere Lösung zu. Ursprünglich wollte Nav4all seinen Dienst temporär kostenlos zur Verfügung stellen und dann zukünftig über kostenpflichtige Lizenzen Gewinn erwirtschaften. Das Modell ist definitiv gescheitert.

Onboard und Offboard-Navi: Der Unterschied

Navigation mit Google MapsNavigation mit Google Maps Die Handynavigation wird prinzipiell in zwei Typen unterschieden. Bei der Offboard-Variante ist meist nur ein kleines Java-Programm notwendig, das dann die Routenführung auf dem Display darstellt. Diese Applikation umfasst nur wenige Kilobyte an Daten. Das für die Navigation notwendige Kartenmaterial hingegen ist auf externen Servern hinterlegt. Bei jeder Routenanfrage muss somit zwangsläufig eine Online-Verbindung aufgebaut werden. Die mobile Datenübertragung ist bei einigen Anbietern immer noch ziemlich teuer, deshalb sollte man sich unbedingt im Voraus über die Kosten informieren, ehe das Navigationsvergnügen beginnt. Die Routenberechnung erfolgt auf dem Server, anschließend wird die Zielführung an das endsprechende Endgerät übermittelt.

Viele Discounter-Karten bieten heute günstige Online-Tarife an, die sich für sporadische Navigationsanfragen eignen. Wer häufiger mit dem Handy navigiert, sollte jedoch über einen Datentarif mit Inklusivvolumen oder gar eine Flatrate nachdenken. Gleichzeitig gilt aber: Nur für die Navigation wird sich ein solcher Datentarif nicht nutzen, entstehen doch binnen eines Jahres bei 10 Euro monatlichen Kosten schon Gesamtkosten von 120 Euro. Für diesen Preis gibt es schon Einsteiger-PNDs. Entscheidend ist auch, um welche Art Offboard-Navigation es sich handelt. Werden nur Anweisungen wie Pfeile auf dem Bildschirm dargestellt, so braucht der Nutzer relativ wenig Traffic. Werden aber wie bei einem Handy-Navi Karten auf dem Display dargestellt, so fällt viel Datentraffic an.

Onboard-Systeme hingegen haben das Kartenmaterial im Handy meist auf einer MicroSD-Karte hinterlegt. Online-Verbindungen sind nur nötig, um Zusatzdienste - dann wird von einer Hybrid-Navigation gesprochen - wie beispielsweise Verkehrs- oder Wettermeldungen aufs Mobiltelefon zu übertragen und in die Routenberechnung mit einfließen zu lassen. Der Nachteil der Onboard-Lösung: Das Kartenmaterial ist bei den etablierten Herstellern (Route66, TomTom, Navigon) kostenpflichtig. Zwischen 70 und 120 Euro kostete eine Jahreslizenz, in der Regel sind die Navigationsprogramme danach aber weiter nutzbar - nur dass es keine Updates gibt. Kartenupdates schlagen meist mit demselben Betrag zubuche.

Welche kostenlosen Programme es für die einzelnen Betriebssysteme gibt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

1 2 letzte Seite
Teilen (5)

Weitere Artikel zum Themenspecial "Handy, Netbooks & Co."

Weitere Artikel zum Thema Handy, PDA und Navigationsgeräte am Steuer