Kostenfallen

Populäre Handy-Irrtümer und ihre Richtigstellung

SMS-Preise, Flatrate-Kosten, Prepaid-Tarife und 1-Euro-Handys
Von Björn Brodersen
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Vier unter den Handy-Nutzern verbreitete Irrtümer hatte kürzlich das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Münchener Mobilfunkbetreibers o2 ausfindig gemacht. Auch wir in der teltarif.de-Redaktion befassen uns immer wieder mit Anfragen und Problemen von Mobilfunk-Nutzern, die von falschen Annahmen ausgehen. Da beschwert sich beispielsweise ein Laptop-Nutzer mit einer Daten-Flatrate über eine durchs mobile Internetsurfen im Ausland aufgelaufene horrende Mobilfunkrechnung. Andere weisen uns auf vermeintliche Tarifpaket-Schnäppchen hin, weil darin ein 1-Euro-Handy enthalten ist. Und immer wieder hören wir Argumente für oder wider einen bestimmten Mobilfunktarif, bei dem der Partner im selben Netz telefoniere und man so Kosten spare. Wir klären Irrtümer von Handy-Kunden, denen wir häufig begegnen, auf.

Prepaid ist teuer und unpraktisch

Populäre Handy-Irrtümer und ihre Richtigstellung "Prepaid ist wegen der ständigen Neuaufladungen nervig, und Telefonieren in einem Prepaid-Tarif ist teuer." Mit diesen Vorurteilen haben Prepaid-Tarife weiterhin zu kämpfen. Neues Guthaben auf die Prepaid-Karte lässt sich aber bei etlichen Angeboten bequem per automatischer Geld-Abbuchung vom Bankkonto aufladen, sobald das Gesprächsguthaben einen festgelegten Wert unterschreitet. Diese Möglichkeit kann der Kunde jederzeit selbst im Online-Kundenmenü aktivieren. Allerdings geht das automatische Aufladen neuen Guthabens auch mit einer künftig geringeren Kostenkontrolle einher.

Prepaid-Tarife müssen auch nicht teuer sein. Prepaid-Discounter wie simyo oder congstar haben hierzulande erst für erhebliche Preissenkungen für Mobiltelefonate gesorgt. Inzwischen gilt ein Preis von 9 Cent pro Telefonminute bzw. pro versendeter SMS-Mitteilung im Inland als Richtwert für einen günstigen Handy-Tarif. Nur in seltenen Fällen oder in vor etlichen Jahren abgeschlossenen Verträgen zahlen die Handy-Nutzer mit Prepaid-Tarif noch Minutenpreise von beispielsweise 49 Cent oder mehr für ein Telefonat innerhalb der Landesgrenzen.

Das heißt nicht, dass ein Prepaid-Tarif immer die bessere Wahl für den Handy-Nutzer ist. Auch Laufzeitverträge haben durchaus ihre Vorteile. Zumal es inzwischen auch Postpaid-Tarif-Angebote ohne monatliche Grundgebühr und/oder mit kurzer Mindestlaufzeit von nur einem Monat gibt. Der geeignete Mobilfunktarif hängt vom individuellen Nutzungsverhalten des Kunden ab. Bei der Suche nach dem passenden Handy-Tarif hilft Ihnen unser Mobilfunk-Profilrechner.

Gespräche im selben Netz sind günstig, in andere Netze teuer

"Ich habe einen Vertrag vom Anbieter XY, weil mein Freund bzw. meine Freundin da auch Kunde ist - dann können wir untereinander günstig telefonieren." Auf diese Aussage treffen wir auch in Zeiten der Einheitspreise immer noch häufig. Das Schöne an einem Einheitstarif wie etwa dem von Blau oder von Edeka Mobil ist, dass der Kunde sich keine Gedanken darüber machen muss, in welches deutsche Netz er gerade telefonieren möchte - der Minutenpreis ist immer derselbe. Das gilt meist auch für den Versand von SMS-Mitteilungen. Das von den Mobilfunk-Discountern etablierte Tarifmodell haben inzwischen teilweise auch die Mobilfunk-Netzbetreiber übernommen.

Unterschiedliche Minutenpreise kommen mittlerweile hauptsächlich in sogenannten Community-Tarifen vor. Hier zahlen die Handy-Nutzer in der Regel besonders niedrige Preise für Gespräche mit anderen Mobilfunkkunden ihres Anbieters. Das kann sich lohnen, wenn man tatsächlich sehr viel innerhalb der Community telefoniert. Allerdings werden die günstigeren Community-Tarife aber mit etwas höheren Minutenpreisen zu anderen Anschlüssen erkauft.

Bei Flatrates fallen keine weiteren Kosten an

Es ist richtig: Flatrates bieten eine größere Kostenkontrolle, da der Kunde hier unabhängig von der tatsächlichen Nutzung einen monatlichen Pauschalbetrag für bestimmte Dienste zahlt. Vielnutzer können mit einer passenden Flatrate auch gehörig Kosten sparen beim Telefonieren, Simsen oder mobilen Surfen im Internet. Allerdings gibt es keine Flatrate für Handy-Nutzer, die die Kosten für sämtliche möglichen Leistungen durch den Pauschalbetrag abdeckt. Nebenkosten entstehen dem Flatrate-Kunden meist durch Handy-Anrufe in andere Mobilfunknetze, durch den Versand von SMS-Mitteilungen oder durch die Handy-Nutzung oder das mobile Surfen im Internet im Ausland (Roaming). Wer das nicht weiß, verursacht unter Umständen durch seine Handy-Nutzung einen hohen Rechnungsbetrag, bis er sich mit seiner Flatrate wirklich auskennt.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, warum ein 1-Euro-Handy nicht gleich ein Schnäppchen sein muss und wieso die Preise für den SMS-Versand vergleichsweise hoch sind.

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