Funkversorgung

Süddeutsche: München bekommt Handy-Empfang in der U-Bahn

Erste U-Bahn-Linien sollen ab Sommer Funkversorgung haben

Was lange währt, wird endlich gut. Auch in München sollen U-Bahn-Nutzer künftig die Möglichkeit bekommen, mit ihrem Handy zu telefonieren und mobile Datendienste zu nutzen. In anderen deutschen Großstädten ist die Versorgung auch unterirdischer Linien des öffentlichen Personennahverkehrs längst eine Selbstverständlichkeit und auch die Münchner S-Bahn ermöglicht ihren Kunden die Handy-Nutzung. Lediglich die U-Bahn blieb bislang unversorgt.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll der Handy-Empfang im innerstädtischen Kernnetz mit den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof, Stachus, Sendlinger Tor, Marienplatz, Odeonsplatz und Theresienwiese sowie auf den Strecken von der Innenstadt zum Stadion (U3 und U6) und zur Messe (U2) bereits im Sommer möglich sein. Voraussichtlich in drei Jahren soll die Nachrüstung der erforderlichen Technik auf dem gesamten Streckennetz möglich sein.

Aufbau soll in Kürze beginnen

Nach Berichten der Zeitung wird die Installation der Sende- und Empfangsanlagen in Kürze beginnen. Die Netzbetreiber haben die Ortsbegehungen bereits abgeschlossen. Am Projekt beteiligt sind T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2, so dass die Kunden in allen vier deutschen Handynetzen vom Ausbau profitieren. vistream-Kunden nutzen die Funkzellen des E-Plus-Netzes, so dass auch Besitzer von SIM-Karten des virtuellen Netzbetreibers künftig in Münchens U-Bahn mit dem Handy telefonieren können.

Die Arbeiten zum Aufbau der Netztechnik können nur in den Nachtstunden durchgeführt werden. So gesehen verwundert es nicht, dass mit der Vollversorgung erst im Jahr 2012 gerechnet wird. Schon vor mehr als einem Jahr begannen die ersten Verhandlungen mit den Mobilfunk-Netzbetreibern. Zuvor gab es jahrelanges Gerangel um möglichen Handy-Empfang in der U-Bahn der Isar-Metropole.

U-Bahn-Versorgung in anderen Städten längst Standard

In anderen Städten legen die Mobilfunk-Netzbetreiber neben der Handy-Telefonie verstärkt auch auf die Möglichkeit Wert, den Kunden in U- und S-Bahnen zusätzlich schnelle mobile Datendienste bereitzustellen. So hat T-Mobile beispielsweise in Berlin auch im Untergrund das GSM-Netz mit EDGE erweitert. In einigen Städten ist auch UMTS-Nutzung in den öffentlichen Verkehrsmitteln im Untergrund möglich.

Zeit gelassen hat sich o2 mit einer eigenen Versorgung in der Berliner U-Bahn. Lange Zeit setzte der Münchner Netzbetreiber in der Bundeshauptstadt weiter auf das National Roaming im T-Mobile-Netz, das jedoch zum Jahresende komplett abgeschaltet werden soll. So versorgt nun auch o2 sukzessive die U-Bahn in Berlin mit dem eigenen Netz. Dabei kommt es nach Beobachtungen der teltarif.de-Redaktion allerdings stellenweise noch zu technischen Problemen wie Gesprächsabbrüchen beim Wechsel zwischen zwei Funkzellen. Benachteiligt sind zudem die Nutzer mobiler Datendienste. Stand im T-Mobile-Roaming EDGE-Performance zur Verfügung, so bietet o2 bislang weitgehend nur GPRS-Geschwindigkeit an.