Überfall

US-Behörde: Cyberangriff auf sensible Daten

Unter der Überschrift "Cybersicherheits-Unfall" warnt die US-Regierungsbehörde rund vier Millionen Angestellte vor dem möglichen Datenabfluss. Auch das FBI hat die Ermittlungen aufgenommen.
Von dpa / Daniel Rottinger
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Unbekannte Hacker sind in US-Regierungscomputer mit persönlichen Daten von möglicherweise Millionen Regierungsangestellten eingedrungen.

Hacker-AngriffHacker-Angriff: Die Folgen sind noch nicht absehbar Das Office of Personal Management (OPM) unterrichtet nach eigene Angaben etwa vier Millionen Amerikaner über den möglichen Datenklau. Es handele sich um sensible Daten, die zu finanziellen Betrügereien missbraucht werden könnten. Betroffen seien Daten gegenwärtiger sowie früherer Mitarbeiter.

Auch das FBI ermittelt

Erste Hinweise habe man bereits im April gehabt, teilte die Behörde gestern weiter. Das Heimatschutzministerium und die Bundespolizei FBI hätten Ermittlungen ausgenommen. Die Behörde habe ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, hieß es weiter.

Zudem ist auch die in die Kritik geratene US-Behörde NSA in die Überwachung von Cyberangriffen involviert. Diese dürfe dabei offiziell nur nach Hackern suchen, die sie mit einer ausländischen Regierung in Verbindung bringen könne. Allerdings ist es bei digitalen Angriffen oft schwer, die Urheber ausfindig zu machen. Es gehört zum Handwerkszeug vieler krimineller Hacker, ihre Spuren zu verschleiern. Ob ein Angriff von einem fremden Staat gesteuert wird, sei somit meist nicht einfach auszumachen.

E-Mails von Obama mitgelesen

Die USA haben immer wieder mit teils spektakulären Cyberangriffen zu kämpfen. Hacker schafften es vor einiger Zeit, E-Mails von Präsident Barack Obama zu lesen. Auch die Technologie-Börse Nasdaq war bereits Ziel eines digitalen Einbruchs.

Kritiker: Zuständigkeiten unklar

Die Suche nach Spuren von Hackerangriffen laufe seit 2012, schrieben die Medien. Sie kritisierten, dass es keine öffentliche Debatte über die zusätzlichen Befugnisse gegeben habe.

Die Verfolgung von Hackerangriffen sei normalerweise das Gebiet von Polizei und Ermittlungsbehörden, nicht das der Geheimdienste, zitierten sie den Cybersicherheits-Fachmann Jonathan Mayer. Grundlage der Berichte sind Unterlagen, die der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden zusammengetragen hatte.

Auch in Deutschland: Cyberangriffe haben Hochkonjunktur

Auch in Deutschland begeben sich die Behörden nach dem Cyberangriff auf den Bundestag auf Tätersuche. Ein Sprecher der Bundestagsverwaltung hatte zuvor bestätigt, dass es den Hackern gelungen sei, Daten zu stehlen. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass möglicherweise ein russischer Profi hinter dem Bundestag-Hack stecken soll.

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