Hacker-Attacke

Computer des Pentagon gehackt

Angreifern ist es gelungen, sich in ein E-Mail-System des Generalstabs im Pentagon zu hacken. Die USA vermuten Russland hinter dem Angriff.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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In den USA häufen sich die Meldungen über Hacker-Angriffe auf sensible Institutionen. Dieses Mal soll es Angreifern gelungen sein, in ein E-Mail-System des Generalstabs im Pentagon einzudringen, das von rund 4000 Zivilbeamten und Militärs genutzt wird. Das US-Vertei­digungs­minis­terium verdächtigt Russland, hinter dem neuen Hacking-Fall zu stecken. Die Washington Post zitiert einen US-Beamten, der erklärt, dass der Angriff sehr raffiniert gewesen sei und nur ein staatlicher Akteur wie etwa Russland dazu in der Lage wäre.

Der Angriff sei am 25. Juli entdeckt worden, das System sei danach vorsorglich abgeschaltet worden. Es soll den Angreifern ist es gelungen, ein E-Mail-System im Pentagon zu hacken.Angreifern ist es gelungen, ein E-Mail-System im Pentagon zu hacken. Angaben zufolge in den kommenden Tagen wieder funktionieren. Hackern war in den vergangenen Monaten einer Reihe teils spektakulärer Hackerangriffe gelungen, unter anderem konnten sie kurz E-Mails von Präsident Barack Obama mitlesen. Bei einem Angriff auf die US-Behörde OPM wurden Daten von meher als 21 Millionen US-Angestellten gestolen. Die US-Regierung befürchtet nun, dass anhand dieser Daten im Ausland eingesetzte Agenten enttarnt werden könnten.

Skepsis auch in Deutschland

Menschen in Deutschland trauen es der Regierung und Unternehmen nicht zu, Hackerangriffe zu verhindern. Nur drei Prozent der Befragten waren in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov "sehr zuversichtlich", dass die Bundesregierung Hackerangriffe auf deutsche Computersysteme verhindern könne. 70 Prozent waren dagegen "eher nicht" oder "gar nicht zuversichtlich", dass der Regierung die Abwehr digitaler Attacken gelingen würde.

Unternehmen stehen nach Meinung der Befragten nur ein wenig besser da. 64 Prozent sind wenig bis gar nicht zuversichtlich, dass Wirtschaftsfirmen Hacker aus ihren Computersystemen heraushalten können. Immerhin knapp jeder Vierte (23 Prozent) traut den Firmen das zu. Die Meinungsforscher von YouGov befragten 1153 Menschen online.

Immer wieder Sicherheitslücken

Das geringe Vertrauen rührt vermutlich auch daher, dass immer wieder spektakuläre Hacker-Fälle bekanntwerden. Regelmäßig kommt es vor, dass Online-Dienste die Kontrolle über Zugangsdaten oder private Informationen ihrer Kunden verlieren. In solchen Fällen gelingt Hackern oft über schlecht gesicherte Datenbanken der Einstieg. Meist stecken kriminelle Motive wie Identitätsdiebstahl dahinter.

Vor einigen Monaten wurde das Computer-System des deutschen Bundestags gezielt gehackt. Das Parlakom-System wurde so nachhaltig geschädigt, dass es im Laufe dieses Monats abgeschaltet und erneuert werden muss. Auch die Landesparlamente kämpfen regelmäßig mit Hacker-Angriffen. Allerdings sind diese bislang nicht so massiv gewesen wie die Attacke auf den Bundestag.

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