DDoS

Hacker-Angriff: Webseiten von Bundestag und Kanzlerin Merkel unter Beschuss

Die Bundesregierung hat bestätigt, dass eine Hacker-Gruppe gezielt die Webseiten von Kanzlerin Merkel und des Bundestags angegriffen hat. Die Täter geben als Motiv die Ukraine-Politik der Bundesregierung an.
Von dpa / Hans-Georg Kluge
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Die Webseiten des Bundestags und von Kanzlerin Angela Merkel sind einem DDoS-Angriff ausgesetzt.Die Webseiten des Bundestags und von Kanzlerin Angela Merkel sind einem DDoS-Angriff ausgesetzt. Die Internetseiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des Bundestags sind am Mittwoch durch einen Hackerangriff stundenlang lahmgelegt worden. Zu der Attacke bekannte sich eine prorussische Hackergruppe aus der Ukraine namens CyberBerkut. Sie begründete ihren Cyberangriff mit der Unterstützung Deutschlands für den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk, der am Nachmittag in Berlin Bundespräsident Joachim Gauck besuchen wollte.

CyberBerkut erklärte, Jazenjuk wolle in Berlin neue Gelder erbitten, um damit den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine fortzusetzen. Deutschland dürfe aber keine politische und finanzielle Unterstützung leisten für das "kriminelle Regime in Kiew", das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe.

Maßnahmen gegen DDoS-Attacke ergriffen

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Ich kann sagen, dass seit etwa zehn Uhr die vom Bundespresseamt betriebenen Internetauftritte (...) zeitweise nicht erreichbar sind." Das Rechenzentrum des Dienstleisters stehe "unter einem schweren Angriff", verursacht offensichtlich durch eine Vielzahl externer Anfragen - kurz ein DDoS-Angriff ist im Gange.

Ziel sei wohl, das System gezielt zu überlasten, sagte Seibert. "Es sind Gegenmaßnahmen eingeleitet". Einzelheiten könne zu dem Angriff er noch nicht mitteilen. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik sei eingeschaltet worden. Merkels Sprecher sagte, er stufe das "als ziemlich schweren Angriff" ein.

Wie schwer es ist, eine DDoS-Attacke abzuwehren, zeigte jüngst sipgate, die über eine Woche hinweg mehrfach mit gezielten Angriffen gegen die VoIP-Infrastruktur zu kämpfen hatten.

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