Eee PC & Co.

Netbook: Günstige Spezialisten für mobiles Internet

Netbooks als inter­netfä­hige Mini-Computer haben die Lücke zwischen Handy und PC gefüllt, dann wurden sie von Smart­phones und Tablets abge­löst. Hier finden Sie Infos rund um Netbooks.
Von Susanne Kirchhoff / Ralf Trautmann / Steffen Herget

Als hand­liche Alter­native zum Note­book für unter­wegs sind Netbooks in den vergan­genen Jahren populär gewesen, doch der eins­tige Netbook-Boom ist mitt­lerweile vorbei. Denn Netbooks als Geräte-Kate­gorie haben Konkur­renz aus zwei verschie­denen Rich­tungen erhalten: Einer­seits Smart­phones und Tablets sowie ande­rerseits Ultra­books. Doch auch wenn so gut wie keine Geräte mehr auf den Markt kommen, die der Kate­gorie "Netbook" entspre­chen, haben viele "Netbook-Features" ihren Eingang in die Welt der Laptops gefunden. Hier finden Sie einen Über­blick, welche Eigen­schaften Netbooks auszeichnen, warum Netbooks so beliebt wurden und warum ihnen heute Tablets und Ultra­books den Rang ablaufen.

Netbooks: Kompakt und preis­günstig, aber nicht beson­ders leis­tungs­fähig

Netbooks sind gegen­über Laptops nicht nur durch attrak­tive Preise, sondern auch durch ein gerin­geres Gewicht, einen oftmals nied­rigeren Strom­verbrauch und eine Display-Größe zwischen 9 und 12,1 Zoll gekenn­zeichnet. Die Tastatur der Netbooks ist kleiner, aber eine voll­wertige Hard­ware-Tastatur. Dafür ist die Ausstat­tung abge­speckt, Netbooks sind somit kein voll­wertiger Note­book-Ersatz. Sie sind konzi­piert für die mobile Inter­netnut­zung, für Office-Anwen­dungen unter­wegs sowie den Genuss von Musik und Video. Für rechen­inten­sive Spiele oder andere komple­xere Anwen­dungen sind sie nicht geeignet. Note­books dagegen leisten einfach mehr, kommen mit aufwen­digeren Programmen klar und besitzen in der Regel größere und hoch­auflö­sendere Bild­schirme. So setzen viele Nutzer ihr Netbook als mobiles Zweit-Gerät zusätz­lich zu einem üppiger ausge­stat­teten Laptop oder Desktop-PC ein.

Konkur­renz durch Smart­phones, Tablets und Ultra­books

Wer heut­zutage unter­wegs seine E-Mails abrufen, Musik hören oder ein Video schauen möchte und keinen großen und schweren Laptop mitschleppen will, kann diese Vorhaben auch per Smart­phone oder Tablet umsetzen. Über eine zusätz­liche Tastatur, die entweder per Blue­tooth oder als Docking-Station ange­bunden wird, steht dem Viel­tipper auch eine eini­germaßen komfor­table Alter­native zur Bild­schirm-Tastatur auf dem Touch­screen zur Verfü­gung. Ein Vorteil von Netbooks gegen­über Tablets: Sie bringen übli­cher­weise ein voll­wertiges Desktop-Betriebs­system mit, so dass die vom PC gewohnte Soft­ware genutzt werden kann. Mit einem Tablet ist der Nutzer hingegen auf das App-Angebot seines jewei­ligen mobilen Betriebs­systems wie zum Beispiel iOS oder Android ange­wiesen. Eine Ausnahme hiervon bieten bisher nur Tablets mit Windows.

Zudem werden Laptops den Netbooks immer ähnli­cher, was die kompakten Maße, das geringe Gewicht und den nied­rigen Strom­verbrauch angeht, ohne dabei an Rechen­leis­tung einzu­büßen. Der Knack­punkt bei den ultra­mobilen Laptops oder auch Ultra­books: Ihr Preis ist deut­lich höher als der eines übli­chen Netbooks. Der Käufer muss hier etwa das Doppelte bis das Drei­fache einkal­kulieren wie für ein Netbook.

Ange­sichts der starken Konkur­renz sinkt die Nach­frage nach Netbooks seit 2011 konti­nuier­lich. So haben sich viele Hersteller aus der Netbook-Produk­tion zurück­gezogen.

2007: Start für den Netbook-Boom mit dem Eee PC

Asus ebnete zum Jahres­ende 2007 mit dem ersten Modell Eee PC 701 den Weg für den großen Erfolg der Netbooks. Der Begriff und die neue Produkt­gruppe rückten ins Bewusst­sein. Der Asus Eee PC 701 war ledig­lich mit den nötigsten Hard­ware-Kompo­nenten ausge­stattet und kostete knapp 300 Euro. Das hand­liche Teil im DIN-A5-Format kam mit einem 7-Zoll-Bild­schirm und einem Gewicht von einem Kilo­gramm daher.

Auf den Netbook-Urahn folgte die 900er- und die 1000er-Reihe mit verbes­serter Leis­tung und erwei­tertem Funk­tions­umfang. So spen­dierte Asus seinen neueren Modellen Funk­module für Blue­tooth und UMTS, das Display wuchs von 7 auf 10 Zoll - auch eine 12-Zoll-Klasse wurde aus der Taufe gehoben - und der Spei­cher­platz stieg von anfangs 4 GB auf 250 GB.

Mit Modellen wie dem Eee PC T101MT mit einem dreh­baren Touch­screen inklu­sive Multi­touch-Unter­stüt­zung, was ihm den Namen "Netver­tible" (Kombi­nation aus Netbook und Conver­tible) einbrachte, erhöhten sich die Einsatz­möglich­keiten weiter und die Grenze zum Tablet verschwamm. Auch Dell hatte mit dem Inspiron Duo ein ähnli­ches Gerät im Programm, das durch seine inno­vative Bauform sehr flach geraten ist.

Das Beispiel des Dell Inspiron Duo macht deut­lich: Der große Erfolg des Eee PC rief erwar­tungs­gemäß Nach­ahmer auf den Plan. Mit der Zeit brachten HP, Acer, Lenovo, Medion, MSI und viele andere Hersteller eigene Netbooks auf den Markt.