Zukunftsweisend

GSMA-Chef erklärt Roaming-Kosten den Krieg

Ein wirklich flächendeckendes Netz mit schneller Technologie und radikale Senkung der Roamingkosten sind die Ziele der GSMA. Der ARM-Chef träumt derweil von einem weltweit flächendeckenden Breitband-Netz per Satellit.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
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Der alljährliche Mobile World Congress ist nicht nur geprägt von neuen Handys, Netzwerk-Elementen und Diensten, sondern auch von Keynotes, in denen sich die führenden Köpfe der Mobilfunk-Industrie Gedanken über den Tag hinaus, über Vergangenes, Aktuelles und die Zukunft machen.

Der Schwede Mats Granryd war langjähriger Chef der auch in Deutschland aktiven Tele2, ist heute General Direktor der GSMA (Global Standard for mobile Communication Assocation), der Weltorganisation des digitalen Mobilfunks. Die GSMA könnte man auch als "heimliche Weltregierung" bezeichnen. Sie ist an einer offenen miteinander vernetzten freien Gesellschaften der Ideen, Informationen und Meinungen interessiert und natürlich auch an einer florierenden Wirtschaft, die Geld verdient und damit neue Arbeitsplätze schafft oder bestehende sichert und neue Geschäftsideen ermöglicht.

Sieben Millarden "Connections" rechnet Granryd vor, was man vereinfacht mit SIM-Karten oder Verträgen gleichsetzen könnte. Das würde bedeuten, dass jeder Mensch - vom Baby bis zum Greis - egal, ob in der Sahel-Dürrezone oder in hochentwickelten Industrie-Regionen über (mindestens) eine Handykarte und ein Endgerät verfügt.

5G: The Next Big Thing?

Das Motto des MWC 2017Das Motto des MWC 2017 "The Next Element" war das Motto des 2017er-Kongresses. Schon lange ist die Branche auf der Suche nach dem nächsten großen Ding, das die Welt weiter bewegt. Und das nächste Element soll 5G werden, die fünfte Generation des Mobilfunks, die nicht nur noch höhere Geschwindigkeiten (soweit man sie braucht oder haben will) bieten soll, sondern auch kürzere Ping-Zeiten (Latenzzeiten) für Dienste, die "kritisch" sind, wie das viel beschworene "connected car".

Die Digitale Transformation, der Umstieg vom analogen in das digitale Zeitalter, bringt neue Geschäftsmodelle, die viele Kunden heute noch nicht verstehen oder noch gar nicht kennen. Die GSMA wünscht sich dabei von der klassischen Politik, dass der Netzausbau priorisiert werden soll, beispielsweise dass die notwendigen Frequenzen nicht zu teuer bereit gestellt werden sollen.

Schon für 2020 werden 1,1 Milliarden Verbindungen über die 5G-Technik vorhergesagt, die nicht nur von Menschen, sondern insbesondere von Maschinen oder Sensoren (IoT - Internet of Things) hergestellt werden. Bald werden es 100 Milliarden oder mehr sein.

Die digitale Wirtschaft dringt in alle Bereichen unseres Lebens vor: Der Verkehr, der Reaktionen in Millisekunden erfordert, um Überlastungen und Staus zu vermeiden. Das "virtuelle Ticket", wenn man gerne am Konzert seines Lieblingsstars teilnehmen möchte, der Weg aber zu weit ist und das Konzert daheim auf dem Bildschirm oder unterwegs auf dem Handy, Tablet oder Laptop oder in einer Mischung daraus miterlebt wird.

Die Logistik-Industrie für den Transport von Gütern arbeitet immer mehr mit der Augmented Reality. Das bedeutet: Eine Kamera erfasst ein Bild etwa von einem Container im Hamburger Hafen, erkennt diesen Platz und reichert diesen für den Transporteur mit zusätzlichen Daten an, etwa in welcher Lagerhalle die Palette liegt, welches Produkt genau drin ist, ob die Waren in Ordnung sind, wie man mit ihnen umgehen und muss und so weiter.

2015 fassten die Vereinten Nationen einen Plan gegen Klimawechsel und die Ungerechtigkeit der Welt. "Die Mobile-Industrie war die erste, die hier mit machte", betonte Granryd. Die Sammlung von sehr vielen Daten, kurz Big Data genannt, kann zum Beispiel bei Natur-Katastrophen oder für soziale Verbesserungen auf der Welt eingesetzt werden: "Big Data for social Good". Bereits 16 Netzbetreiber mit 2 Milliarden Verbindungen in 100 Ländern sind mit dabei, es entstanden 29 Millionen Jobs und es wurden 700 Milliarden US-Dollar an CAPEX (Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter) investiert.

Auf der zweiten Seite unserer Zusammenfassung wichtiger MWC-Keynotes geht es um den Netzumbau bei Telefónica. Interessant dabei: Das deutsche Telefónica-Netz steht auf der Prioritäten-Liste ganz oben.

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