Festnetz-Ersatz

Pearl simvalley 3G-Tischtelefon TTF-402.hs mit WLAN-Hotspot im Test

Kein Festnetzanschluss im Gartenhaus und der Handy-Akku ist leer? In diesem Fall kann das simvalley 3G-Tischtelefon mit WLAN-Hotspot eine Alternative sein. Wir haben das UMTS-Tischtelefon mit Radio getestet.
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Pearl simvalley 3G-Tischtelefon TTF-402hs mit WLAN-Hotspot im TestPearl simvalley 3G-Tischtelefon TTF-402.hs mit WLAN-Hotspot im Test Ein Tischtelefon ohne Festnetz, in das eine SIM-Karte eingesteckt wird: Dieses Konzept ist zwar nicht neu, Pearl hat seinem neuesten 3G-Tischtelefon allerdings ein UMTS-Modem und einen WLAN-Hotspot spendiert - das Telefon dient damit auch als Internetzugang an Orten ohne Festnetzanschluss, beispielsweise in einem Ferienhaus. Wir haben das neue Tischtelefon getestet.

Bereits vor zwei Jahren haben wir das Vorgängermodell simvalley TTF-402 ausprobiert, das damalige Modell beherrschte nur GSM, kein UMTS und es hatte auch keinen Internetzugang. Das neue Modell bringt auch weitere Funktionen wie ein Radio mit. Dafür ist es allerdings auch deutlich teurer: Hatte Pearl für das GSM-Tischtelefon seinerzeit noch 49,90 Euro verlangt (für 69,90 Euro ist es übrigens immer noch erhältlich), kostet das 3G-Modell mit Hotspot aktuell 149,90 Euro.

Ersteinrichtung: Nicht alles ist gut gelöst

Das Tischtelefon mit Zubehör und AnleitungDas Tischtelefon mit Zubehör und Anleitung Nach dem Auspacken dauert es nicht lange, bis das Pearl simvalley TTF-402.hs eingerichtet ist. Der Käufer muss das geringelte Hörerkabel am Telefon und am Hörer einstöpseln. Dabei ist es offensichtlich, dass die Seite mit dem längeren ungeringelten Kabelabschnitt am Telefon eingesteckt werden muss, denn an der Unterseite des Telefons gibt es für diesen Kabelabschnitt eine Kabelführung mit Zugentlastung.

Schlecht gelöst: Das Akku-Anschlusskabel wird stark geknicktSchlecht gelöst: Das Akku-Anschlusskabel wird stark geknickt Nicht gut gelöst hat Pearl das Einlegen von SIM-Karte und Akku. Die SIM-Karte muss auf den Kontakt gelegt werden, wird dort aber erst festgehalten, wenn man die etwas bruchgefährdete Klapphalterung fixiert. Die Technik erinnert an billige GSM-Telefone der 2000er-Jahre. Und der Akku passt nur recht knapp in die Öffnung, dabei musste das kleine Anschlusskabel direkt am Akku abgeknickt und eingesteckt werden. Wer technisch ein wenig begabt ist, wird bei einem derart abgeknickten Kabel vielleicht schon beim Zuschauen Schmerzen empfinden - oder die schnelle Abnutzung vorausahnen. Anschließend muss noch die WLAN-Antenne angeschraubt, ggf. die Radio-Antenne eingesteckt und das Netzteil angeschlossen werden.

Anschlussbuchsen auf der rechten SeiteAnschlussbuchsen auf der rechten Seite Das Problem mit dem Spielraum im SIM-Kartenslot machte sich bei uns im Test bemerkbar: Als wir das Telefon zum ersten Mal einschalteten, erkannte es unsere Netzclub-SIM-Karte nicht, auch die PIN wurde nicht abgefragt. Aufgrund des höheren verfügbaren Datenvolumens entschieden wir uns dann, den Test mit einer Blau-SIM-Karte weiterzuführen, auf der wir eine 1-GB-Datenoption gebucht haben. Nach dem erneuten Einschalten wurde die PIN abgefragt und der Test konnte beginnen. Das Telefon fragt dann einmalig, ob die auf der SIM gespeicherten Kontakte ins Telefon importiert werden sollen.

Telefonie, Bedienung, Hotspot und Akku im Test

Unter dem Akku liegt der SIM-Karten-SlotUnter dem Akku liegt der SIM-Karten-Slot Wichtig zu wissen ist, dass das Telefon sich nach dem ersten Einschalten zwar ins Mobilfunknetz einbucht, aber nicht eigenmächtig eine mobile Datenverbindung aufbaut - man kann also auch gefahrlos SIM-Karten mit reinem Telefonvertrag einlegen und das Gerät ausschließlich zum Telefonieren nutzen. Der WLAN-Hotspot ist standardmäßig ausgeschaltet, das eingebaute WLAN-Modul ist aber aktiviert, man könnte mit dem Telefon also auch über ein WLAN-Netz in der Nähe surfen, was bei dem pixeligen Display aber kaum Freude bereitet.

Ist das Telefon erst einmal ins Netz eingebucht, funktioniert die Telefonie ganz einfach: Nach dem Abheben des Hörers ertönt ein Freizeichen, das natürlich vom Telefon simuliert wird. Nach der Eingabe der Rufnummer mit Vorwahl wird der Teilnehmer angewählt. Dies ging in unserem Test genauso schnell wie mit einem Handy. Die Sprachqualität war bei unserem Testgerät sehr natürlich, wir konnten den Gesprächspartner stets deutlich verstehen. Qualitativ handelt es sich natürlich nach wie vor um ein UMTS- oder GSM-Mobiltelefonat ohne HD Voice.

Das Hauptmenü mit farbigem HintergrundbildDas Hauptmenü mit farbigem Hintergrundbild Etwas unglücklich ist nach unserer Auffassung die Platzierung der Bedientasten: Unter dem 2,4-Zoll-Farbdisplay liegen vier Pfeiltasten, mit denen der Nutzer durch das Menü blättern kann. Für die Auswahl eines Menüpunktes oder das Abbrechen müssen dann allerdings die beiden Knöpfe "Menu" und "Back" gedrückt werden, die sich im Tastenblock rechts (weitab vom Display) befinden. Man ist also ständig damit beschäftigt, zwischen den beiden Blöcken hin- und herzuspringen - das müsste Pearl bei einem Nachfolgemodell besser lösen. Nachteilig ist diese Aufteilung beispielsweise auch beim Schreiben von SMS - wer hier einmal von einem Touchscreen verwöhnt worden ist, wird die Texteingabe auf der Nummerntastatur des Tischtelefons als Retro-Bedienung empfinden.

Der eingebaute Freisprech-Lautsprecher ist für Telefonate okay. Wir haben ihn auch zusammen mit dem eingebauten Radio getestet - da klingt er etwas quäkend. Einen großartigen Musikgenuss sollte man damit also nicht erwarten, als Küchenradio während des Kochens geht das Pearl simvalley 3G-Tischtelefon TTF-402.hs aber durch.

WLAN-Antenne links und Radio-Antenne rechtsWLAN-Antenne links und Radio-Antenne rechts Der Ni-MH-Akku hat eine Kapazität von nur 1 300 mAh - aus unserer Sicht ist er damit lediglich ein "Überbrückungs-Akku", wenn man mal für zwei bis drei Stunden vom Ferienhaus an den Strand gehen und das Telefon mitschleppen möchte. Länger wird er allerdings kaum durchhalten, vor allem nicht, wenn ständig WLAN und Bluetooth aktiv sind und das Display leuchtet. Für längere Telefonate sollte das Gerät sicherheitshalber am Netzteil hängen.

WLAN-Hotspot einrichten und nutzen

Zur Aktivierung des WLAN-Hotspots muss der Nutzer ins Menü "Konnektivität" gehen und dort den Punkt "Internetanbindung" aufrufen. Nach dem Einschalten des Hotspots müssen die Verschlüsselungsart, das WLAN-Passwort und der Name des Netzwerks (SSID) festgelegt werden. Wie bei einem Smartphone wird dabei das eigentliche WLAN-Surfmodul des Telefons deaktiviert.

Menü zur Einrichtung des WLAN-HotspotsMenü zur Einrichtung des WLAN-Hotspots In unserem Test konnten wir sofort nach der Einrichtung Smartphones und andere mobile Geräte im WLAN-Netzwerk des Tischtelefons anmelden. Surfen funktionierte hierbei ohne Probleme. Das Modul unterstützt leider nur die Standards 802.11b/g, aber nicht den n- und nicht den ac-Standard. An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass die Nutzung des WLAN-Hotspots nur dann sinnvoll ist, wenn zuvor ein mobiler Datenvertrag mit ausreichend Highspeed-Datenvolumen gebucht wurde.

Fazit: Gute Produktidee, aber Mängel bei der Ausführung

Das Pearl simvalley 3G-Tischtelefon TTF-402.hs bietet die Möglichkeit, auf einer Art Festnetztelefon auch an Orten ohne Festnetzanschluss per Mobilfunk erreichbar zu sein. Und das Telefonieren ist auch die Kernkompetenz des Geräts, hierbei sind im Test keine Probleme aufgetreten. Bei entsprechend hohem mobilem Inklusiv-Datenvolumen ist auch die Nutzung des WLAN-Hotspots empfehlenswert.

Leider ist die Bedienung nicht besonders intuitiv und auch von der Verarbeitung her ist das Telefon eher preiswert gehalten. Schlecht gelöst ist die Sache mit dem umgeknickten Akku-Anschlusskabel - bleibt zu hoffen, dass dies kein Grund für Reklamationen wird.

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