Festnetz-Telefon

Grundig D750: Futuristisches DECT-Telefon im Test

Obwohl das Grundig D750 nicht teurer ist als andere DECT-Telefone, möchte es sich mit einem modernen Design profilieren. Ob das gelingt und was das Festnetz-Telefon sonst noch kann, klärt der Test.
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Festnetztelefone erfahren von der Öffentlichkeit manchmal nur wenig Beachtung, doch wer sich ein billiges DECT-Telefon kauft, das zuhause nicht funktioniert oder sich als hässliches Entlein entpuppt, ärgert sich. Obwohl Grundig als deutsches Unternehmen nun schon seit zehn Jahren nicht mehr existiert, wird der Markenname nach wie vor an Gerätehersteller lizenziert. In Auftrag gegeben werden die Grundig-Festnetztelefone vom französischen Hersteller Sagemcom, gefertigt werden sie in China.

Auffallend ist das futuristische Design des Grundig D750Auffallend ist das futuristische Design des Grundig D750. Galerie: Klick aufs Bild! Doch das Label "China-Schrott" will das Grundig D750 nicht nur mit Hilfe eines deutschen Markennamens vermeiden, sondern durch ein auffällig modenes Design. Das erinnert an das kürzlich von uns getestete AEG Eclipse, das außer einem außergewöhnlichen Design technisch wenig zu bieten hatte. Das Grundig D750 behält die klassische Form aus Ladeschale und darin stehendem Handteil bei und überzieht beide mit einer schicken, gebürsteten Oberfläche. Die Bezeichnung "gebürstetes Metall" können wir dem Hersteller aber nicht durchgehen lassen. Selbst wenn eine auch nur hauchdünne Metallschicht aufgedampft sein sollte, ist das Gehäuse definitiv aus Kunststoff.

Modernes Design, aber spärlicher Funktionsumfang

Gebürstete Metalloberfläche oder eher Hartkunststoff.Gebürstete Metalloberfläche? Wir tippen eher auf Hartkunststoff Das Design des Grundig D750 hat einen modernen Anstrich, was vor allem Käufern zugute kommt, die ein spießiges Technik-Design hassen. Dies kommt gerade bei Festnetztelefonen leider immer noch vor, allerdings nicht bei diesem Gerät. Interessant ist die Folientastatur: Lediglich die etwas größer geratenen Ziffern muss der Nutzer betätigen, um eine Aktion auszulösen. Besonders futuristisch wirken die Navigationsbuttons in Form zweier gegenüberliegender Gamepads. Das Tastatur-Design hat den theoretischen Vorteil, dass auch sehbehinderte Personen das Telefon besser benützen können als ein Handteil mit gleichförmigen Minitasten - wohlgemerkt: könnten.

Die Schrift im Menü ist mitunter schwer lesbarDie Schrift im Menü ist mitunter schwer lesbar Denn das Display macht diesen Bedienungsvorteil gleich wieder zunichte. Das Monochrom-LC-Display mit weißen Elementen auf schwarzem Grund ist zwar hintergrundbeleuchtet, die Flüssigkristallelemente sind aber so hauchdünn ausgefallen, dass die Schrift zwar modern aussieht, aber von Sehbehinderten kaum zu lesen ist.

Das Menü selbst ist - wie die Menüdarstellung - sehr spartanisch ausgefallen. Nach dem ersten Einschalten muss der Nutzer lediglich Datum und Uhrzeit einstellen, und schon ist das Telefon betriebsbereit. Vom Menü und per separater Taste zugänglich ist das Telefonbuch, das lediglich 50 Einträge fasst, zu denen nur eine Nummer gespeichert werden kann.

Ladekontakte des Grundig D750Ladekontakte des Grundig D750 Ansonsten finden sich im Menü die üblichen Konfigurationsoptionen für Mobilteil und Basisstation, einen Anrufbeantworter hatte unser Testgerät nicht, als Grundig D750A ist das Telefon aber auch mit Anrufbeantworter erhältlich. Von den zehn wählbaren Klingeltönen sind fünf polyphon, wobei die einstimmigen Ruftöne lauter und durchdringender sind als die ebenfalls ganz passabel klingenden mehrstimmigen Signaltöne. Unter dem Punkt "Zurücksetzen" lassen sich alle Einstellungen auf die Werkseinstellung setzen.

Gesprächsqualität und Fazit

Strom- und Telefonanschluss an der LadeschaleStrom- und Telefonanschluss an der Ladeschale Trotz der spartanischen Austattung schlägt sich das Telefon bei der Sprachqualität ganz ordentlich. Der Klang ist sauber und gut verständlich - sowohl Vokale als auch Konsonanten werden natürlich wiedergegeben. Obwohl der Lautsprecher etwas vernuschelter klingt als der Hörer, ist die Klangqualität so ordentlich, dass sich damit auch längere Telefonate ohne Ohrenschmerzen bestreiten lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Grundig D750 die Basisfunktionen solide beherrscht und optisch durchaus einen Akzent setzen kann. Bei den Funktionen herrscht dann allerdings Langeweile und das Display müsste besser lesbar sein. Für knapp 35 Euro kann man aber nicht mehr erwarten.

Alle Festnetztelefone, die wir in den vergangenen Monaten getestet haben, finden Sie in unserem Sammelartikel Panasonic, AEG & Co.: DECT-Telefone bei teltarif.de im Test.

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