Gratis-Scanner

Kostenlos, aber gut: Gratis-Virenscanner im Test

Nutzer sollten aber auf Einschränkungen der kostenfreien Versionen achten
Von dpa / Marc Kessler

Sie lauern da draußen im Internet: Viren, Würmer, Hacker und Phisher. Wer seinen Rechner nicht schützt, handelt fahrlässig - vor allem, weil die notwendigen Programme nicht unbedingt Geld kosten müssen. Allerdings gibt es nicht immer Gratislösungen aus einem Guss. Manchmal muss der Anwender mehrere kostenfreie Programme installieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

"Man kann auch mit kostenlosen Programmen Sicherheit herbeiführen", sagt Matthias Gärtner, Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Das bestätigt auch ein aktueller Test der in Hannover erscheinenden Computerfachzeitschrift c't. Dabei lieferten vier von sechs Kostenlos-Programmen sehr gute Ergebnisse.

Kostenlos-Scanner aktualisieren sich nicht so häufig

Surfen im Internet Surfen im Internet: Niemals ohne Viren-Scanner
Foto: T-Online
Viren, Trojaner oder Rootkits entfernten alle kostenlosen Scanner relativ mühelos. "Die beiden größten Mankos der kostenlosen Virenscanner sind künstlich verlängerte Signatur-Update-Intervalle. Die Aktualisierungen finden also nicht alle paar Stunden, sondern nur etwa einmal am Tag statt, und auch die Verhaltenserkennung lässt meist zu wünschen übrig", so c't.

Der erste Nachteil, die verzögerten Aktualisierungen der Signaturen, ist nach Angaben der Experten nicht so gravierend. Denn die Erkennung der Signaturen von Viren, eine Art Fingerabdruck der Schädlinge, sei nur eines von mehreren Verfahren, um Schadprogramme zu identifizieren. "Daneben gibt es noch die Heuristik, also die statistische Analyse, und die Verhaltenserkennung".

Verhaltenserkennung ist wichtig

Der zweite Nachteil, die bei einigen kostenlosen Virenscannern fehlende Verhaltenserkennung, ist dagegen ein größeres Problem. Denn die Erkennung schlägt Alarm, wenn ihr Aktionen eines Programms verdächtig vorkommmen. Die c't empfiehlt deshalb, zusätzlich eine kostenlose Software für die Verhaltenserkennung wie Threatfire zu installieren, wenn der Gratis-Virenscanner diese Funktion nicht bietet.

Wichtig ist auch der Schutz vor sogenannten Drive-by-Infektionen. Dabei handelt es sich um das unbeabsichtigte Herunterladen von Schadprogrammen während des Surfens im Internet. Programme, die den Datenstrom in und aus dem Netz überwachen, sind zum Beispiel Avast Free Antivirus und AVG Anti-Virus.

Avira AntiVir besonders bei leistungsschwacher Hardware geeignet

Auch Avira AntiVir überzeugte im Test. Das Programm fiel durch seine Schnelligkeit auf und eignet sich damit neben Avast besonders für Netbooks, die meist leistungsschwächer sind. Microsofts Security Essentials [Link entfernt] und Pandas Cloud Antivirus überzeugen mit besonders guten Erkennungsraten. Beide Programme sind laut c't-Test außerdem besonders für unerfahrene Anwender geeignet, da nicht viel eingestellt werden muss.

Ein kleiner Wermutstropfen der kostenlosen Scanner sind Pops-Ups, die für den Kauf der Vollversion werben. Allerdings ist die Intensität der Werbeeinblendungen von Programm zu Programm unterschiedlich. Bei Avast sei die Werbung für die Vollversion zum Beispiel sehr dezent, Microsofts Security Essentials blende überhaupt keine Werbung ein. Nutzer kostenloser Antivirus-Software sollten auch bedenken, dass Werkzeuge wie Anti-Spyware- oder Firewall-Programme nicht unbedingt enthalten sind. "Man muss sich darum kümmern", sagt BSI-Sprecher Gärtner - also entsprechende Software zusätzlich installieren.

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