Quartalsgewinn

Google: Werbung ist der Goldesel der Datenkrake

Obwohl die Preise für Online-Werbung sinken, kann Google erstaunlich starke Zahlen vorlegen. Vor allem die steigende YouTube-Nutzung und Werbung auf mobilen Geräten sorgen für kräftigen Wachstum.
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Google verdient weiterhin sehr gut mit WerbungGoogle verdient weiterhin sehr gut mit Werbung Werbung ist Googles Goldesel: Dank des florierenden Anzeigengeschäfts hat Google einen überraschend hohen Quartalsgewinn erzielt. Von April bis Juni stieg der Überschuss im Jahresvergleich von 3,35 auf 3,9 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro), wie der Internetkonzern mitteilte. Google übertraf erstmals seit langem wieder die Prognosen der Wall Street. Die Börsianer waren begeistert.

"Unsere starken Ergebnisse reflektieren das anhaltende Wachstum über die Bandbreite unserer Produkte hinweg", kommentierte die neue Finanzchefin Ruth Porat, die im Mai von der Investmentbank Morgan Stanley gekommen war. Besonders stark entwickle sich das Geschäft mit Anzeigen auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets sowie die Google-Tochter YouTube.

YouTube-Nutzung wächst rasant

In einer Telefonkonferenz verriet Porat einige Details zur Videoplattform, deren Ergebnisse nicht offengelegt werden. Demnach nimmt die Nutzung rasant zu - weltweit sei im zweiten Quartal 60 Prozent mehr Zeit mit YouTube-Gucken verbracht worden als im Vorjahr, auf Mobilgeräten sei es sogar mehr als doppelt soviel gewesen. Die YouTube-"Session" der Nutzer dauere im Schnitt 40 Minuten. In der begehrten Ziegruppe der 18 bis 49jährigen erreiche YouTube in den USA mehr Teilnehmer als der stärkste Sender im Kabel-TV.

Befürchtungen, Googles Wachstumsmotor könne ins Stottern geraten, bestätigten sich nicht. Die Haupteinnahmequelle des Konzerns, die Werbeerlöse, stiegen um 11 Prozent auf 16,02 Milliarden Dollar. Weil die Werbung den Nutzern zunehmend von klassischen Desktop-PCs auf Geräte mit kleineren Bildschirmen folgt, wird es tendenziell schwerer, hier Geld zu verdienen.

Denn die Tarife für Anzeigen sind niedriger. Zudem kämpft Google mit starken Wettbewerbern wie Facebook. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Klick gingen zuletzt auch um 11 Prozent zurück. Das wurde jedoch durch höheres Volumen mehr als ausgeglichen - die Zahl der bezahlten Klicks auf Internetanzeigen kletterte um 18 Prozent. Damit Google daran verdient, muss die von Partnern auf den Websites des Konzerns geschaltete Werbung auch angeklickt werden.

Google tritt auf die Kostenbremse

Insgesamt konnte der Internetriese seinen Umsatz um 11 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar steigern. Bereinigt um Kosten, die Google in Kauf nimmt, um Nutzer auf seine Internetseiten zu lotsen, stiegen die Erlöse um 13 Prozent auf 14,35 Milliarden Dollar. Ohne den Einfluss des starken Dollar, der die Auslandserlöse bei der Umrechnung in US-Währung verringert, hätte das Umsatzplus bei 18 Prozent gelegen.

Finanzchefin Porat versprach Investoren, künftig sehr sorgsam darauf zu achten, wie Google seine Ressourcen einsetzt. Der Finanzbericht deutet darauf hin, dass der Konzern bei den Ausgaben auf die Bremse tritt. Die von Analysten kritisch beobachteten Kosten stiegen zuletzt nur noch um 10 Prozent. Im Vorquartal hatten sie noch um 13 und im Schlussquartal 2014 um 22 Prozent zugelegt.

Am Finanzmarkt kamen die Quartalszahlen sehr gut an - die Google-Aktie zog nachbörslich zwischenzeitlich um gut 12 Prozent an. "Der solide Finanzbericht sieht exakt nach dem aus, was nötig war", kommentierte Experte Mark Vickery vom Analysehaus Zacks Investment Research. Investoren interessiere nun vor allem, was Porat mit den mehr als 60 Milliarden Dollar an Barreserven vorhabe, die Google auf dem Konto halte.

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