Neue Suche

Neue Google-Suche mit Spracheingabe kennt Vorlieben der Nutzer

Google-Chef Larry Page äußert sich zudem über Zukunftsvisionen
Von mit Material von dpa
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Neue Google-Suche mit Spracheingabe kennt Vorlieben der NutzerNeue Google-Suche kommt mit Spracheingabe Für viele Internet-Nutzer ist die Suche von Google synonym mit dem Eintippen eines Begriffs in einen einfach gestalteten Suchschlitz. Das wird sich ändern. Das Unternehmen stellte auf der Google I/O unter anderem auch seine neu gestaltete Suche vor, die wie beim Dienst Google Now nun auch die Engabe via Sprach­befehle erlaubt.

Künftig werden Such­abfragen immer öfter - auch auf dem Desktop-Computer - in gesprochener Sprache erfolgen. Im hauseigenen Browser Chrome öffnet der Befehl "Okay Google" das virtuelle Ohr. Danach kann man der Suchmaschine wie einem Menschen mündlich eine Frage stellen: "Wie ist das Wetter in Berlin?". Google versteht dann auch die Abschlussfrage "Und in München?" richtig, obwohl in dem Kurzsatz das Wort "Wetter" gar nicht mehr auftaucht. Voraussetzung für die Nutzung der Sprach­eingabe ist die neueste Version von Chrome sowie ein (im PC integriertes) Mikrofon. Mehr dazu, verrät Google auf einer separaten Seite.

Google-Manager Amit Singhal sieht damit "das Ende der Suche - wie wir sie kennen" in naher Zukunft kommen. Das liegt zum einen an dem Wissens­schatz, der sich inzwischen in den Google-Servern angehäuft hat und über Technologien wie den "Google Knowledge Graph" effizient abgerufen werden kann. Hat der Nutzer Kontakte, Termine oder andere Pläne bei Google gespeichert, soll Chrome mit der Sprachein- und ausgabe wie ein persönlicher Assistent funktionieren. Dazu kommt aber auch eine "soziale" Komponente, da der US-Konzern fast alles über die Vorlieben seinen Anwender weiß - zumindest wenn diese bereit sind, diese mit ihm zu teilen. Das führt dazu, dass es künftig nicht mehr eine einzige universelle Internet-Suche gibt, sondern unzählige verschiedene Suchergebnisse, die stets auf die Präferenzen der User angepasst sind.

Anwender-relevante Ergebnisse auf vielen Ebenen

Diese "soziale" Ebene legt Google künftig über quasi alle seine Produkte. So zeigen die neu gestalteten Google Maps einem Kunst­liebhaber einen Stadtplan mit allen Galerien und Museen, während einem Shopaholic dagegen bevorzugt Boutiquen und Kaufhäuser auf denselben Karten­ausschnitt gezeichnet werden.

Für die Google-Anwender heißt dies zunächst, dass die Dienste des Internet-Giganten im Zweifels­fall noch praktischer werden als sie es heute ohnehin schon sind. Gleichzeitig müssen sich die User aber auch vor Augen halten, wie sehr sie sich vom Wohl und Wehe eines einzelnen Unternehmens abhängig machen und welche Daten­schätze sie diesem Konzern anvertrauen.

Larry Page über Zukunftsvisionen und Beziehungen

Diese Befürchtungen dürften auch der Grund dafür gewesen sein, dass Google-Chef Larry Page sich zum Ende der Keynote mit der grund­sätzlichen Frage beschäftigte, welche Ängste neue Technologien wie die Cyberbrille Google Glass bei Menschen auslösen können. Page räumte ein, dass die rasanten Veränderungs­prozesse Menschen in eine unkomfortable Lage versetzten. "In der Technologie­(entwicklung) sollten wir einige sichere Plätze haben, an denen wir neue Dinge ausprobieren und herausfinden können, wie der Effekt auf die Gesellschaft und auf die Menschen ist. Dazu sollten wir nicht gezwungen sein, diese Neuheiten auf der ganzen Welt auszurollen."

Auch auf die weiter andauernden Rechts­streitig­keiten zwischen großen Unternehmen ging Page ein. "In jeder Geschichte, die ich über Google lese, geht es um uns gegen irgendein anderes Unternehmen. Das finde ich nicht sehr interessant. Wir sollten großartige Sachen entwickeln, die es nicht gibt." Mit negativer Einstellung sei kein Fortschritt zu erzielen. Die ersten Neuheiten der Konferenz lieferten allerdings kurz davor auch Beispiele für Google-Dienste, die in das Geschäft anderer Unternehmen schneiden können. So startete der Internet-Riese einen Streaming-Musikdienst, der mit heutigen Anbietern konkurriert.

Zugleich war Page nicht gut auf einige andere Unternehmen der Branche zu sprechen. Dem Software-Riesen Oracle, der Google mit dem Vorwurf von Patent­verletzungen beim mobilen Betriebs­system Android vor Gericht gezerrt hatte, hielt er vor: "Geld ist für sie offenbar wichtiger als Zusammen­arbeit." Microsoft kritisierte Page, weil der Windows-Riese jüngst einseitig Googles Messaging-Dienst in seine Software eingebunden habe, ohne seinen eigenen zu öffnen. "Wir brauchen Inter­operabilität - und nicht dass eine Firma zum eigenen Vorteil gemolken wird."

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