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Kommt das YouTube-Smartphone?

Kommt ein Android-Smartphone auf den Markt, das speziell für den Videokonsum auf YouTube optimiert ist? Quasi eine Art Google Pixel 2 YouTube Edition? Diesen Eindruck hinterlässt eine jüngst gestartete Umfrage des Konzerns.
Von Stefan Kirchner
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YouTube ist die größte Videoplattform im Netz, die von Millionen Nutzern täglich besucht wird. Viele YouTube-Stars können von ihren regelmäßigen Videos sogar ganz gut leben und verdienen viel Geld. Trotzdem sieht YouTube-Inhaber Google noch Wachstumspotenzial und bringt nun eine interessante Wendung ins Spiel.

In einer Umfrage will das Unternehmen laut AndroidAuthority wissen, ob YouTube-Nutzer ein speziell auf die Plattform ausgerichtetes Android-Smartphone kaufen würden. Quasi eine Art Google Pixel 2 YouTube Edition, wenn man den Gedanken etwas weiterspinnt.

Trotzdem sollte immer vor Augen gehalten werden, dass es sich nur um eine Umfrage zu einem möglichen Gerät handelt und es keine konkreten Pläne zur Umsetzung gibt. Zumindest konnte bisher keine alternative Quelle gefunden werden für solche Pläne seitens Google.

Alles ausgerichtet auf YouTube

YouTubeArbeitet Google an einem YouTube-zentrierten Smartphone? Was jedoch auffallend ist, sind vergleichs­weise fortgeschrittenen Details bei der Umfrage. So haben sich die Verantwortlichen schon größere Gedanken zur verbauten Hardware und Software gemacht. Unter anderem soll sich automatisch eine Übersicht aktueller Videos öffnen, sobald das YouTube-Smartphone quer gehalten wird und der Nutzer sich auf dem Homescreen befindet. Laut der Umfrage wird dies als YouTwist bezeichnet.

Außerdem ist die Rede von einer eigenen Taste im Rahmen des Smartphones, ähnlich der Bixby-Taste der aktuellen Flaggschiff-Generation von Samsung. Nur mit dem Unterschied, dass beim Drücken die Aufnahme eines Videos gestartet wird und kein Assistent. Google hat dem vorläufig die naheliegende Bezeichnung YouCapture gegeben.

Die dritte schon etwas ausgereiftere Idee in der Umfrage ist Creator Connect, was sich am ehesten als eine Art Instagram Stories für YouTuber und deren Abonnenten umschreiben lässt. Es soll wohl einen besonders einfachen Weg darstellen, mit seinem YouTube-Idol in Kontakt treten zu können. Dazu werden die abonnierten Kanäle auf dem Homescreen eingeblendet, worüber die neusten Videos zu sehen sind und diese direkt kommentiert werden können.

Selbst auf dem Sperr­bildschirm sollen Videos von YouTube in einem kleinen Mini-Fenster abgespielt werden, die mittels Berührung direkt aufgerufen werden.

Mittelklasse mit Ausdauer und netten Extras

Was die Sache jedoch spannender macht, sind konkrete Vorstellungen von Google bezüglich der Hardware. So wird es kein zweites Flaggschiff-Modell auf Augenhöhe zum Pixel 2 (XL), sondern sich technisch mehr in der Mittel­klasse einsortieren. Dafür sprechen die während der Umfrage ins Spiel gebrachten technischen Details.

So soll das Display 6 Zoll in der Diagonale messen und 1080 mal 2160 Pixel Auflösung bieten. Als Antrieb dient ein nicht näher genannter Prozessor mit 2,2 GHz und 4 GB RAM, während für den Nutzer 32 oder 64 GB interner Speicher zur Verfügung stehen sollen. Weiterhin ist von einem 3700 mAh fassenden Akku die Rede, eine Dual-Kamera mit 12 plus 5 Megapixel auf der Rückseite und einer 8 Megapixel Frontkamera die Rede. Preislich veranschlagt Google 400 US-Dollar für das mögliche Android-Smartphone.

Interessant wird es wiederum bei einem anderen Zusatz, den Google anspricht. So könnten Käufer des Gerätes zusätzlich 10 GB an Datenvolumen in den ersten 12 Monaten erhalten. Damit will Google vermutlich die mobile Nutzung von YouTube fördern. Während der Umfrage wurden übrigens eher beiläufig nicht nur verschiedene Bezeichnung und mit LG sowie Samsung mögliche Hersteller genannt, sondern auch ein Bild eines möglichen Prototypen erwähnt.

YouTube
So könnte das Google-Smartphone der YouTube Edition aussehen

Träumerei oder konkrete Pläne?

Auch wenn es insgesamt betrachtet schon sehr konkrete Pläne für ein Smartphone als YouTube Edition sind, so kann es sich auch nur um das Ausloten des allgemeinen Interesses handeln. Denn nicht selten werden solche Markt­studien ganz am Anfang einer Produkt­entwicklung durchgeführt, um etwaige Chancen und Risiken abzuwägen.

Zudem wäre denkbar, dass die genannten Funktionen allgemein in Android Einzug halten, oder ein spezielles Partner-Programm aufgelegt wird, wie seinerzeit zwischen 2013 und 2015 die nicht sonderlich erfolgreichen Play-Editionen populärer Geräte.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, wie aus einer anfänglichen Dating-Plattform die heute größte Videoplattform wurde.

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