Googles XL-Smartphone

Pixel 2 XL im Test: Starkes Kamera-Phone mit kleinen Schwächen

Googles Android-Smartphone namens Pixel 2 XL weicht im Test beim Design von seinem Vorgänger ab. Neben der Pixel-DNA sorgen erneut eine starke Kamera und kleine Besonderheiten für das gewisse Etwas. Trotzdem gibt es genügend Grund für Kritik.
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Googles Smartphone-Reihe Pixel geht nach einem fulminanten Start im vergangenen Jahr in die zweite Runde und versucht, Altes mit Neuem zu verbinden. Das Pixel 2 XL bringt allerdings eine größere Veränderung mit sich: Es ist kompakter verglichen zu seinem Vorgänger, hat trotzdem ein größeres Display und man kann es drücken.

Warum Google nicht alles besser gemacht hat und sogar Kritik einstecken muss, lesen Sie in unserem Test-Bericht.

Design und Haptik

War das letztjährige Pixel XL einfach noch eine größere Ausgabe des kleinen Pixel, so zeichnet sich das Pixel 2 XL durch ein eigenständigeres Design aus. Es ist nicht mehr so rundlich geformt, hat deutlich kompaktere Rahmen ober- und unterhalb des Displays, gleicht aber ansonsten von der Ausstattung und allgemeinen Erscheinung dem kleineren Pixel-Modell. Aber nur auf den ersten Blick, beziehungs­weise bis das Display eingeschaltet wird. Erst dann zeigen sich die abgerundeten Ecken des 6 Zoll großen P-OLED-Displays mit QHD+ als Auflösung.

Google Pixel 2 XL Test
Trotz 6-Zoll-Display einigermaßen handlich: Das Pixel 2 XL von Google
Erwähnenswert ist auch, dass das Pixel 2 XL über ein 2.5D-Glas auf der Front­seite verfügt, welches einen sanften Übergang in den Rahmen darstellen soll. Besagter Übergang ist trotzdem deutlich zu fühlen, auch wenn er nicht scharf­kantig ist. Er stört halt irgendwie, sorgt aber wiederum für einen gefühlt sichereren Halt. Auch wenn es sich zunächst nicht so anfühlt, besteht das Gehäuse einschließlich Rahmen aus Aluminium. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist die Oberfläche jedoch mattiert und angeraut, weswegen es eher den Eindruck hinterlässt, ein Kunststoff­gehäuse zu sein. Für ein Smartphone, das über 900 Euro ohne Vertrag kostet, ist das inakzeptabel. Der Vorgänger Pixel XL hinterlässt in diesem Punkt einen wesentlich würdigeren Eindruck. Das wasserabweisende Gehäuse gemäß der IP67-Richtlinien kann da auch nicht mehr viel retten.
Google Pixel 2 XL Test
Immerhin ist das Pixel 2 XL nun wasserabweisend gemäß der IP67-Richtlinien
Überhaupt ist die Rückseite erneut ein Design-Merkmal, die es so bei der Konkurrenz noch nicht gibt. Das obere Fünftel der Rückseite ist mit einer Glas­scheibe versehen, worin sich Kamera, LED-Blitzlicht und Laser­autofokus befinden. Der Fingerabdruck­sensor, als Google Imprint bezeichnet, liegt diesmal außerhalb des Glases. Er selbst ist minimal in die Rückseite vertieft eingelassen und lässt sich dank der geschliffenen Kante gut erfühlen. Seine Reaktion ist sehr schnell und nahezu fehler­frei. Die Wischgeste zum Heraus­klappen der Benachrichtigungs­leiste muss erst in den Android-Einstellungen manuell eingeschaltet werden.
Google Pixel 2 XL Test
Von hinten sieht es seinem Vorgänger sehr ähnlich
Neu ist, dass das Pixel 2 XL analog zum kleinen Pixel 2 Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite erhalten hat. Eine weitere Neuerung ist der Wegfall der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für kabel­gebundene Kopfhörer, sehr zum Ärger der Besitzer solcher Kopfhörer. Stattdessen erfolgt die Audio­ausgabe über die USB-Typ-C-Buchse auf der Unterseite des Rahmens, wofür Google einen entsprechenden Adapter in den Karton des Pixel 2 XL legt. Der Stereo-Klang im Test des Pixel 2 XL selbst ist wenig berauschend, wenn­gleich deutlich besser als bei einem Mono-Lautsprecher. An die Audio­qualität eines HTC- oder Sony-Smartphones mit Stereo-Lautsprecher kommt die Technik nicht heran.
Google Pixel 2 XL Test
Es gibt nur noch USB Typ-C für Kopfhörer: Die Klinkenbuchse wurde wegrationalisiert

Display: Großes 6-Zoll-Panel mit guten Farbwerten

Das Display des Google Pixel 2 XL misst 6 Zoll (15,2 Zentimeter) in der Diagonale bei einer hohen Auflösung von 1440 mal 2880 Pixel (Pixeldichte: 538 ppi) und hat das derzeit bei den Herstellern beliebte 18:9-Format. Vor Kratzern und Stößen wird der Bild­schirm durch 3D-Corning-Gorilla-Glass-5 geschützt. Zudem ist das Display ständig aktiviert. So hat das Pixel 2 XL einen "Always-on-Modus" erhalten, wodurch sich permanent die Uhrzeit, das Datum und Mitteilungen ablesen lassen. Entgegen dem vom Hersteller angegeben Kontrast­verhältnis von 100 000:1 haben wir in unserem Display-Test des Google Pixel 2 XL einen Kontrast von 1500:1 festgestellt. Der Wert ist aber immer noch hoch und wird durch die verwendete P-OLED-Technologie ermöglicht. Dadurch lassen sich satte und kontrast­reiche Farben erzielen. Lieferant für das Display-Panel ist LG Display, da es sich um ein P-OLED-Panel handelt, an den Ecken abgerundet ist und eine LG-typische Auflösung von 1440 mal 2880 Pixel besitzt.

Google Pixel 2 XL Test
Der Delta-E-Wert des Pixel 2 XL ist sehr gut
Auch der Delta-E-Wert des Displays ist mit 4,68 gut, denn es gilt: Je kleiner der Wert ist, umso besser ist die Farb­echtheit. Mit einer im Test gemessenen Helligkeit von 470 cd/m² ist das Google Pixel 2 XL dagegen eher Mittel­maß. Aus subjektiver Sicht, ist die Hellig­keit aber völlig ausreichend. Zudem haben wir feststellen können, dass die Blickwinkel­stabilität sehr gut ist: So lässt sich Text einwandfrei auch von der Seite ablesen. Nur eine Sache trübt den Eindruck und das ist ein sehr auffällig werdender Blaustich, je flacher man auf das Display des Pixel 2 XL schaut.
Google Pixel 2 XL Test
OLED-Panels haben eine hohe Blickwinkelstabilität, das Pixel 2 XL neigt zudem zum Blaustich

Auf der nächsten Seite lesen Sie, warum das Pixel 2 XL die neue Referenz für Smartphone-Kameras werden könnte.

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