Googles zweite Generation

Pixel 2 im Test: Tolle Kamera mit Telefon-Problemen

Im Gegensatz zum großen XL-Bruder orientiert sich das kleine Google Pixel 2 stärker an seinem Vorgänger. Warum ausgerechnet Telefonieren zur Qual werden kann, zeigt Ihnen unser teltarif.de-Test des neuen Android-Smartphones von Google.
AAA
Teilen (2)

Nach den ersten beiden Pixel-Smartphones im vergangenen Jahr, hat Google auch das Pixel 2 in zwei Versionen vorgestellt. Diesmal ist nur HTC für das kleine Pixel 2 verantwortlich, während das Pixel 2 XL von LG stammt. Viele Dinge teilen sich die beiden Vorzeige-Android-Smartphones von Google, manches ist anders und eines ist besonders auffällig: Die Probleme, die das kleine Pixel 2 plagen, sind auch von anderer Natur. Nach dem Test des Pixel 2 XL folgt nun das kleinere Schwestermodell von Google, das Pixel 2.

Design und Haptik

Die ersten beiden Pixel-Modelle waren noch sehr rundlich, quasi identisch vom Design, was dieses Jahr mit dem Pixel 2 und Pixel 2 XL nicht mehr der Fall ist. Die Unterschiede sind deutlicher, insbesondere wenn das Display eingeschaltet wird: Ober- und unterhalb des Displays sind die Ränder enorm dick ausgefallen. In diesem Punkt unterscheidet sich das Pixel 2 kaum von seinem Vorgänger, einzig dass es nicht mehr so rundlich wirkt und die Front komplett schwarz gehalten ist. Der Vorgänger hatte in der weißen Variante noch eine weiße Front spendiert bekommen, wie auch unser Vergleich zeigt. Mit Abmessungen von 145,7 mal 69,7 Millimeter ist das Pixel 2 nur minimal länger geworden, verglichen zu seinem Vorgänger. Selbst das mit 7,8 Millimeter geringfügig dickere Gehäuse - die heraus­stehende Kamera schon mit eingerechnet - lässt das Pixel 2 nicht dicker wirken.
Google Pixel 2 Test
Die Front ist abgesehen von den Stereolautsprechern unspektakulär
Im Gegensatz zum großen Pixel 2 XL besitzt das kleine Pixel 2 kein 2.5D-Glas, welches geschwungen in den Aluminium-Rahmen übergeht. Hier gibt es jedoch wieder eine Gemeinsamkeit zum XL-Bruder: Das Metall fühlt sich aufgrund der mattierten Oberfläche nicht nach Metall an. Vielmehr wie sehr robuster Kunststoff, der einem Premium-Smartphone durchaus gut zu Gesicht steht. Einzig die metallene geschliffene Kante rund um das Gerät herum, die vom Rahmen in die Front­glasscheibe übergeht, zeugt von Metall für das Gehäuse. Dennoch: Das erste Pixel hinterlässt bei der Haptik eher den Eindruck, die hohe unverbindliche Preis­empfehlung von weit über 700 Euro wert zu sein. Mit dem Kunststoff­eindruck kann das Pixel 2 da nicht mithalten. Löblich ist hingegen, dass das Gehäuse ungeachtet der Material­anmutung gemäß den IP67-Spezifikationen wasser­abweisend ist. Das bedeutet, dass ein Telefonat im Regen­schauer das Pixel 2 nicht gleich kaputt macht.
Google Pixel 2 Test
Die Rückseite fühlt sich mehr nach Kunststoff denn Metall an
Interessant ist an der Rückseite, dass das Stil­element der Glas­scheibe beibehalten wurde von HTC. Jedoch bedeckt dieses Glas nur noch das obere Fünftel der Rückseite, sodass der Google Imprint genannte Fingerabdruck­sensor nun außerhalb liegt. Mit einer leichten Vertiefung nebst metallischer Einfassung ist der Sensor gut zu erfühlen und reagiert schnell auf Berührungen. Erfreulich ist, wenn auch erst noch in den Einstellungen zu aktivieren: Der Sensor unterstützt Gesten zum Öffnen der Benachrichtigungs­leiste. Auffällig ist die Kamera, deren Objektiv deutlich an Größe hinzugewonnen hat. Auch der Laser-Autofokus sitzt nun unter dem zwei­farbigen LED-Blitzlicht und nicht mehr rechts von der Linse. Erfreulich ist, dass das Pixel 2 nicht so stark wie vermutet wackelt, obwohl die Kamera gut einen Millimeter aus dem Gehäuse heraus ragt. Ein kleiner Metallring schützt die Linse dabei vor potenziellen Kratzern.
Google Pixel 2 Test
Eine Kante mit Diamantschliff gehört zum guten Ton bei Metall
Wie auch das große XL-Modell, besitzt das Pixel 2 Stereo­lautsprecher auf der Front. Dadurch werden die großen Ränder vom Display zwar ein wenig plausibler, mit Blick auf das Pixel 2 XL wiederum nicht. Leider werden die Laut­sprecher mit dem Wegfall der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für Kabel-Headsets erkauft: Diese müssen an der USB-Typ-C-Buchse angeschlossen werden. Immerhin legt Google einen passenden Adapter zum Liefer­umfang dazu, sodass der Wechsel einiger­maßen gut überbrückt werden kann. Nicht unbedingt auf Gegenliebe wird die fehlende Möglichkeit stoßen, dass das gleich­zeitige Aufladen UND Musikhören per Headset nicht klappt. Dazu braucht es wieder einen speziellen Adapter.

Ärgerlich ist bei einem solch verhältnis­mäßig kleinem Smartphone, wenn die Lautstärke-Wippe zu weit unten sitzt. Im Fall des Google Pixel 2 wäre die quasi mittig platzierte Lautstärke-Wippe nicht der Rede wert, aber durch die Active-Edge-Funktion stört diese unerfreulich oft. Geschmacks­sache ist auch der recht kräftige Druck­punkt und kurze Tasten­hub, den sowohl die Lautstärke-Wippe als auch die Power-Taste vorweisen.

Google Pixel 2 Test
Die Lautstärke-Wippe liegt etwas zu weit in der Mitte des Rahmens

Display: Handliche 5 Zoll mit guten Farbwerten

Wie schon der direkte Vorgänger, so ist auch das Pixel 2 zu den handlicheren Vertretern der Smartphone-Zunft zu zählen mit seinem 5 Zoll großen Display. Dieses basiert auf Samsungs AMOLED-Technologie, löst mit 1080 mal 1920 Pixel auf und überzeugt mit sehr kräftigen Farben und einer scharfen Darstellung von 441 ppi. Geschützt wird das Display von Corning Gorilla Glass 5. Verglichen mit dem P-OLED-Display des größeren Pixel 2 XL fällt der Blick­winkel subjektiv gesehen nahezu gleich aus. Das betrifft auch etwaige Farb­verfälschungen bei kleineren Winkeln, Helligkeit und Spiegelungen. In diesem Punkt gibt es keine nennens­werten Unterschiede - außer der Sache mit den eingebrannten Pixeln, die derzeit rund um das Pixel 2 XL die Runde machen. Da dürfte es noch spannend werden, wie sich das Always-on-Display auswirkt, gerade auch bei dem kleinen Pixel 2 - was Google zudem als Inaktivitäts­anzeige bezeichnet.

Google Pixel 2 Test
Akzeptable Blickwinkelstabilität
Als sehr gut hat sich die Farbechtheit heraus­gestellt. Ein Delta-E-Wert von 4,07 liegt schon nah am Idealwert für ein Display, erst Recht wenn man die 10,12 des Galaxy Note 8 mit Samsungs aktuell bestem AMOLED-Panel zum Vergleich heranzieht. Kurzum, Google hat das Display erheblich besser kalibriert. Denn es gilt: Je niedriger der Delta-E-Wert ist, umso natürlicher ist die Farb­darstellung verglichen zur Realität. Der Kontrast ist mit 1500:1 typisch für ein AMOLED-Panel, denn schwärzer als schwarz geht nicht. Mit 431 cd/m² ist die maximale Helligkeit auch ansprechend, wenn auch nicht perfekt. Es gibt einige noch deutlich hellere Konkurrenz-Modelle.
Google Pixel 2 Test
Farbdarstellung des Google Pixel 2

Auf der nächsten Seite lesen Sie, warum das Pixel 2 in Sachen Fotoqualität leicht schwächer ist als bei der XL-Variante.

1 2 3 vorletzte
Teilen (2)

Mehr zum Thema Test