Handy-Test

Das Gingerbread-Handy Google Nexus S im Test

Aktuelles Android in seiner reinen Form
Von Björn Brodersen

Auffällig am Adressbuch des Nexus S: Die auf anderen Android-Smartphones - unter anderem auch auf dem Nexus One - vorhandene Verknüpfung des Adressbuchs mit der persönlichen Facebook-Freunde-Liste gibt es nicht mehr, die Anzeige der gespeicherten Kontakte lässt sich lediglich anhand eines Google-Kontos und gegebenenfalls eines Twitter-Accounts zusammenstellen und filten. Somit können auch die einzelnen Kontakte nicht mehr mit dem entsprechenden Facebook-Profilfoto versehen werden.

Stark reflektierende Display-Oberfläche

Das Display des 125 mal 63 mal 11,5 Millimeter großen Smartphones misst 10,2 Zentimeter in der Diagonale und stellt dabei 800 mal 480 Pixel dar. Anders als bei einem in den USA verkauften Gerät ist das Nexus S in Deutschland nicht mit einem Super-AMOLED-Touchscreen sondern mit einem berührungsempfindlichen Super-Clear-LCD bestückt. Displays auf LCD-Basis funktionieren ähnlich wie Computermonitore und sind nur bei aktiver Hintergrundbeleuchtung gut ablesbar, was so für einen höheren Stromverbrauch des Handys als bei Geräten mit Super-AMOLED-Bildschirmen mit selbst leuchtenden Bildpunkten sorgt. Manche Nutzer meinen dafür, bei Super-Clear-LCDs eine realistischere Farbwiedergabe als bei den knalligen Super-AMOLED-Screens ausmachen zu können.

Das Gingerbread-Handy Google Nexus S im Test Konkave Form
Bild: teltarif.de
Ansicht-Unterschiede zwischen den beiden Display-Technologien sind beim Hinschauen sehr wohl zu erkennen. Was mehr gefällt, ist aber eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Anzeige des Displays des Nexus S ist ausreichend hell und kontrastreich und zudem auch von sehr schrägem Blickwinkel noch ablesbar. Die Glasoberfläche des leicht geschwungenen Displays reflektiert allerdings recht stark das Umgebungslicht, besonders bei ungeputzter Oberfläche und bei der Nutzung des Smartphones im Freien. Notfalls muss der Nutzer hier die Display-Helligkeit manuell höherregeln. Verbaut im Nexus S ist statt eines Bewegungssensors ein Gyroskop. Solch ein Kreiselsystem sorgt für die automatische Ausrichtung der auf dem Display angezeigten Inhalte auch im Raum. Auch ein digitaler Kompass zur automatischen Ausrichtung des Kartenmaterials bei der Nutzung von Google Maps, ein Helligkeitsregler sowie ein Näherungssensor zur Aktivierung der Bildschirmsperre beim Telefonieren stecken im Innern des Handys.

Die konkave Wölbung des Displays und die gerundete Rückseite des Gehäuses sollen laut Samsung dazu beitragen, dass das mit 140 Gramm recht schwere Smartphone beim Telefonieren angenehm und sicherer in der Hand liegt. Vermutlich geht es dem Hersteller aber eher darum, dass sich das Nexus S durch das Design von anderen Geräten abhebt und so auffällt. Ins Auge fällt allerdings auch der Plastik-Akku-Deckel, der trotz sauberer Verarbeitung der einzelnen Bauteile bei einem Smartphone dieser Preisklasse deplatziert wirkt.

Nexus S dient auch als UMTS-Modem und WLAN-Hotspot

Das Gingerbread-Handy Google Nexus S im Test Browser des Nexus S
Bild: teltarif.de
Der große Bildschirm eignet sich auch für das mobile Surfen auf herkömmlichen Webseiten. Für mobile Datenübertragungen unterstützt das Quadband-GSM-Handy neben GPRS auch EDGE, UMTS und HSPA mit Datenübertragungsraten von bis zu 7,2 MBit/s im Downstream und 5,76 MBit/s im Upstream. Zudem ermöglicht das Nexus S den Internetzugriff per WLAN n an Hotspots. Unterwegs kann das Gerät auch als UMTS-Modem an einem per USB-Kabel oder Bluetooth verbundenen Laptop (Tethering) oder als WLAN-Hotspot für andere mobile Endgeräte wie etwa Laptop, Digitalkamera oder Spielekonsole dienen.

Viele Optionen für den Nutzer des Nexus S stehen auch für den mobilen Internetzugang bereit: Datenübertragungen per UMTS, im Ausland oder über das Mobilfunknetz generell - alles lässt sich deaktivieren.

Überraschend scharfe Schnappschüsse der 5-Megapixel-Kamera

Die an der Rückseite des Nexus S angebrachte Kamera löst 5 Megapixel auf und bietet ein LED-Fotolicht zum Aufhellen der Motive im Nahbereich. Leider fehlt eine externe Auslösetaste, so dass Schnappschüsse eher verwackeln, und je nach Umgebungslicht kann es Sekunden dauern, bis der Autofokus das Motiv scharf gestellt hat und die Blende sich öffnet. Überraschend scharf fallen dafür bei hellem Tageslicht die Fotoergebnisse aus - relativ gesehen im Vergleich zu manch anderer 5-Megapixel-Handy-Kamera. Videos nimmt die Kamera des Smartphones mit einer Auflösung von 720 mal 480 Pixel mit 30 Bildern pro Sekunde und einer Länge von bis zu 30 Minuten auf.

Auf der letzten Seite unseres Testberichts erfahren Sie, was wir als das echte Highlight des Nexus S ansehen.

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