Vergleich

Google Home ab sofort in Deutschland erhältlich

Mit Google Home hat der Sprachassistent Amazon Echo nun in Deutschland einen ernstzunehmenden Rivalen bekommen. Wir haben die beiden Smart-Lautsprecher verglichen.
Von Andre Reinhardt
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Google Home vs. Amazon EchoGoogle Home vs. Amazon Echo Am heutigen Dienstag ist es soweit - Google Home hält in deutschen Wohnzimmern Einzug. Der Smart-Home-Lautsprecher steht in direkter Konkurrenz zu Amazon Echo, der bereits vergangenes Jahr hierzulande eingeführt wurde. Dass der Assistent des Shop-Giganten nun auch in Deutschland einen ernstzunehmenden Konkurrenten erhält, ist sowohl für den Wettbewerb wie auch für die Verbraucher gut. Doch zu welchem Produkt sollten Sie greifen? Wir stellen Ihnen die Vorzüge von Google Home und Amazon Echo genauer vor.

Google Home kommt spät, aber nicht zu spät

Am 4. November 2016 erblickte die clevere Lautsprecherbox des Suchmaschinen-Experten das Licht der Welt - besser gesagt der Vereinigten Staaten. Europa wurde am 6. April 2017 bedacht, wobei sich die Verfügbarkeit auf Großbritannien beschränkte. Heute erscheint Google Home dann endlich in Deutschland, wo der Amazon Echo mittlerweile bereits eine Vormachtstellung innehat. Abseits der abwesenden Konkurrenz kann dieser Umstand wohl auf das durchdachte Konzept und die umfangreiche Werbekampagne des schlauen Zylinders zurückgeführt werden. Zu spät kommt die Einführung von Google Home in Deutschland dennoch nicht, da die verknüpften Google-Dienste und -Endgeräte bei vielen Anwendern hierzulande ein Zuhause haben.

Google Home vs. Amazon Echo: Design

Das Grundprinzip beider Smart-Lautsprecher ist das Gleiche - es handelt sich um mit dem Heimnetzwerk verbundene Geräte, die sich nahtlos in das eigene Zuhause und in den Alltag einfügen sollen. Deswegen wurde auch seitens Google und Amazon besonders auf das Design Wert gelegt. In puncto Wohnzimmer-Tauglichkeit hat Home jedoch aufgrund seines personalisierbaren Gehäuses leicht die Nase vorne. In den Vereinigten Staaten können sechs unterschiedliche Lautsprecherverkleidungen in den Farben Orange, Grün, Lila, Grau, Bronze und Schwarz erworben werden. In Deutschland wird es zum Verkaufsstart lediglich die drei letztgenannten Varianten geben. Amazon bietet hingegen in unserer Region zwei Farben (Schwarz und Weiß) und zwei Editionen (Standard und Dot) seines Echo an. Bei einem Kauf von einem der beiden smarten Boxen ist die Wohnungseinrichtung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Echo wirkt mit seiner Säulenform und seinem glänzenden Gehäuse etwas moderner, Home zeigt sich mit seiner kompakteren Bauform zurückhaltender.

Google Home vs. Amazon Echo: Bedienung

Die Smart-Lautsprecher sind gute Zuhörer, denn sie werden mit der Stimme des Anwenders gesteuert. Bei Google Home verarbeitet die aus Android-Smartphones bekannte KI namens Assistent die Sprachbefehle, während Amazon für sein Echo auf das eigens kreierte Alexa zurückgreift. Die Art der Interaktion fällt bei den Echo-Modellen etwas natürlicher aus, da man den Speaker mit den vier Schlüsselwörtern "Alexa", "Amazon", "Echo" oder "Computer" ansprechen kann. Home reagiert lediglich auf "OK Google" oder "Hey Google". Eine Taste zum Deaktivieren des Mikrofons besitzen beide Produkte, wodurch der Anwender ungewollte Lauschangriffe unterbinden kann. Dennoch sollte klar sein, dass bei der Verwendung eines solchen Assistenten manche persönlichen Informationen an Google beziehungsweise Amazon übertragen werden. Visuell bemerkbar macht sich Home über zwölf LEDs und Echo über einen Leuchtring, die sich jeweils an der Oberseite der Geräte befinden. Übrigens ist die Oberseite von Home sensitiv, wodurch manche Interaktionen, etwa die Lautstärkeregelung, auch darüber getätigt werden können.

Google Home vs. Amazon Echo: Funktionen

Die digitalen Butler fungieren sowohl als Discjockey, wie auch als Nachrichtendienst, Wecker, Terminplaner oder Steuereinheit für das Smart-Home-System. Dabei ist Googles Lösung mit den hauseigenen Diensten wie YouTube, Play Music oder Chromecast vernetzt. Des Weiteren kann sich Home mit Android-Endgeräten austauschen. Im Bereich Smart Home gibt es bereits Partner wie Philips hue, TP-Link und Wemo. Ein Vorteil ist zudem die im Vergleich zu Echo bessere Beantwortung von kontextbezogenen Fragen. Jedoch hapert es noch ein wenig bei der Spracherkennung. So prangert Computerbild an, dass nur bei dem Befehl "Spiele mir ein Lied von ..." und nicht bei "Spiele ein Lied von ..." Musik ausgegeben wird. Echo ist hingegen tief mit den Händler-Services wie Amazon Music, Kindle eBooks, Audible Hörbücher und natürlich dem Onlineshop an sich verwurzelt. Wenn Sie öfters über Amazon bestellen, stellt das einen Mehrwert dar. Insgesamt bietet Echo eine Auswahl von über 30 000 installierbaren Erweiterungen namens "Skills". Googles Angebot an "Actions" umfasst derweil nur wenige hundert Anwendungen.

Google Home vs. Amazon Echo: Hardware

Die Spezifikationen von Google Home und Amazon EchoDie Spezifikationen von Google Home und Amazon Echo Eine Stereoanlage ersetzen die smarten Assistenten nicht. Amazon wirbt zwar mit einem 63-mm-Woofer und einem 50-mm-Hochtöner, diese hören sich aber genauso wie die zwei Treiber und die zwei Passivradiatoren von Google Home laut diversen Tests nicht allzu atemberaubend an. Wichtiger ist allerdings, dass Home und Echo den Nutzer auf Anhieb verstehen. Um das zu erreichen, setzt Google auf zwei Mikrofone des Typs InvenSense INMO621 MEMS. Amazon verbaut sogar sieben Mikrofone mit Richtstahl­technologie. Trotz dieser unterschiedlichen Herangehensweise scheinen beide Produkte eine ähnlich akkurate Spracherkennung zu haben. Als SoC kommt bei Home der Dual-Core Marvell Armada 1500 (Cortex-A7) zum Einsatz, während Echo auf der Single-Core-Plattform Texas Instruments DM3725CUS100 (Cortex-A8) basiert. Einen umfassenden Vergleich der Spezifikationen stellen wir Ihnen mit der eingebetteten Grafik zur Verfügung.

Google Home vs. Amazon Echo: Infrastruktur entscheidet

Google und Amazon haben mit ihren Smart-Lautsprechern beide einen guten Job gemacht. Bei der Kaufentscheidung sollten Sie sich nach Ihren bevorzugten Diensten richten. Wenn Sie ein Android-Smartphone haben, mit dem Google Assistent zufrieden sind, und häufig von Chromecast oder Play Music Gebrauch machen, bietet sich Home an. Anwender, die häufig über Amazon bestellen, Amazon Prime abonniert haben und die größtmögliche Vielfalt an Erweiterungen wollen, sind hingegen bei Echo richtig. Preislich nehmen sich die beiden Konkurrenzprodukte nicht viel. Amazon hat sich bereits auf die Deutschland-Ankunft von Home vorbereitet und den vollausgestatteten Echo von 179,99 Euro auf 129,99 Euro gesenkt. Günstiger kommen Sie mit der abgespeckten Variante Echo Dot davon, die mit 59,99 Euro zu Buche schlägt. Googles clevere Assistent hat hingegen einen Anschaffungspreis in Höhe von 149,99 Euro.

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