Rückkehr?

Trotz Zensur: Google will mit Diensten nach China zurück

Google denkt offenbar über eine Rückkehr nach China nach. Die wesentlichen Dienste wie die Websuche, YouTube, GMail und Maps könnten dann wieder in China verfügbar sein. Aufgrund der Internet-Zensur hatte sich der Konzern aus dem Land zurückgezogen.
Von mit Material von dpa
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Google denkt über Rückkehr nach China nachGoogle denkt über Rückkehr nach China nach Google macht sich Gedanken über ein breiteres Angebot seiner Dienste in China. Der Internet-Konzern hatte sich angesichts der umfassenden Zensur und nach Hacker-Attacken aus China weitgehend aus dem Land zurückgezogen. "Wir wollen in China sein und chinesischen Nutzern dienen", sagte Google-Chef Sundar Pichai bei einem Interview auf einer Konferenz des Technologie-Blogs Recode. Er nannte allerdings keinen Zeitraum oder mögliche Dienste. Google wolle mit Bedacht mögliche Einschränkungen abwägen, betonte er.

Google verkauft Online-Werbung in China - die wesentlichen Google-Dienste wie die Websuche, YouTube, GMail und Maps sind dort aufgrund der Internet-Zensur allerdings nicht verfügbar, auch nicht auf Android-Smartphones. Stattdessen wird dort für die Websuche vor allem der chinesische Dienst Baidu genutzt.

Google und China: Schwieriges Verhältnis seit fünf Jahren

Bereits vor etwa fünf Jahren hatte sich Google weitestgehend vom chinesischen Festland zurückgezogen. 2010 wurden die Server nach Hongkong verlagert, damit Google die Suchergebnisse nicht mehr selber zensieren musste. Fast zur gleichen Zeit meldete Google Hackerattacken, die angeblich von zwei chinesischen Universitäten ausgegangen sein sollen. Die chinesische Regierung warf dem Internet-Konzern hingegen vor, keine Beweise für die Hackerangriffe vorgelegt und nie offiziell Anzeige erstattet zu haben. 2012 wurden anlässlich des Parteitages der Kommunistischen Partei auf dem Festland erstmals alle Google-Dienste komplett gesperrt.

Sollte Google nun also wieder mit seinen Diensten nach China zurückkehren, wäre dies ein großer Schritt. Schon im vergangenen Herbst hatte die Website The Information berichtet, Google würde gern unter anderem seine App-Plattform nach China bringen. Dafür soll es eine für China angepasste Version des Google Play Stores geben, bei der die von der chinesischen Regierung als unzulässig angesehenen Apps blockiert sind.

Bislang müssen Internet-Nutzer, die sich in China (Festland) aufhalten, auf VPN-Dienste zurückgreifen, um die Google-Dienste nutzen zu können. Auch Plattformen wie WhatsApp, Facebook oder Twitter trifft die chinesische Zensur immer wieder. Bei unserem Besuch des Herstellers Honor im vergangenen Jahr in China wurde genau das zum Problem. Wie umständlich es ist, auf das "echte Internet" zuzugreifen, wenn man in China ist, haben wir in unserem Bericht Chinas zweite Mauer: Die große Firewall beschrieben.

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