RCS-Reanimation

Googles Allo-Messenger wird abgesägt

Talk, Allo, Duo, Hangouts, Android Messages: Die Liste der Kommunikations-Plattformen von Google ist lang. Mit der Marke „Chat“ soll nun aber Ordnung einkehren und RCS etabliert werden.
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Wird "Chat" RCS zum Erfolg verhelfen?
Wird "Chat" RCS zum Erfolg verhelfen?
Google will nun endlich Ordnung in sein Messenger-Chaos bringen und mit „Chat“ einen Standard basierend auf dem SMS-Nachfolger RCS etablieren. Damit möchte der Konzern das hauseigene Kommunikationssystem Android Messages aufbohren und Konversationen ähnlich Apples iMessage ermöglichen. Als Konsequenz zieht Google bei Allo den Stecker, die Entwicklung ist ab sofort pausiert. Nutzbar bleibt der Instant-Messenger nach wie vor, umfangreiche Updates dürften jedoch ausbleiben. Hierzulande konnte sich RCS, auch unter dem Markennamen joyn bekannt, bislang nicht durchsetzen. Ob „Chat“ nun den Umschwung bringt, bleibt abzuwarten.

Google möchte (mal wieder) das Messaging revolutionieren

Die Netzbetreiber bissen sich bereits die Zähne am Versuch aus, eigene RCS-basierte Lösungen erfolgreich zu vermarkten. Seit 2012 existiert der Standard, der die SMS ablösen soll, eine breite Masse konnte er aber bislang nicht erreichen. Google versucht sein Glück nun mit dem Fokus auf den bei Android-Mobilgeräten vorinstallierten Dienst Android Messages. Die vom Suchmaschinen-Profi ausgeklügelte RCS-Bezeichnung „Chat“ soll außerdem Unternehmen und Telekommunikationsanbieter locken. Man habe bereits 55 Firmen weltweit dazu bewegen können, sich auf „Chat“ einzulassen. Abseits zahlreicher Netzbetreiber sei auch Microsoft an Bord, die Ambitionen Googles gehen also scheinbar über das eigene Betriebssystem hinaus. Eine Implementierung von „Chat“ ist in beliebigen Apps geräteübergreifend möglich. Die Informationen über die nächste Messenger-Umstrukturierung teilte Anil Sabharwal der US-amerikanischen Seite The Verge mit. Sabharwal, seines Zeichens Chef der Kommunikations-Gruppe Googles, zog sämtliche Entwickler des Allo-Teams ab und teilte sie Android Messages zu. Die Resonanz zu diesem Google-Messenger fiel zu niedrig aus.

Googles Irrwege durch die Messenger-Landschaft

Bereits vor der Veröffentlichung von Android wurde Google Talk im Jahre 2005 eingeführt. Im Mai 2013 ersetzte der Internetdienstleister schließlich Talk und Google+ Messenger mit Hangouts. Vor zwei Jahren fuhr Google dann zweigleisig und stellte den Instant-Messanger Allo und die Videokonferenz-App Duo in den Play Store ein. Nebenher plusterte das Unternehmen Android Messages auf und ergänzte die Anwendung um diverse RCS-Funktionen.

Bei diesem Wirrwarr blickt kaum noch jemand durch, so ist es dann auch wenig verwunderlich, dass viele Nutzer sich aus dem Chaos heraushalten und lieber auf bewährte Programme wie WhatsApp oder Snapchat setzen. Laut Sabharwal sollen Mitte des nächsten Jahres die ersten Apps mit dem „Chat“-RCS-Feature erscheinen. Wir sind skeptisch, ob diese dann von Erfolg gekrönt sein werden.

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