Auswahlkriterien

Medienwissenschaftler warnt: Google bevormundet Nutzer

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellt die These der ständigen Informationsüberflutung in Frage und übt an den Auswahl­kriterien der Suchmaschine Google Kritik.
Von dpa / Marleen Frontzeck-Hornke
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Der Tübinger Medien­wissen­schaftler Bernhard Pörksen warnt vor unsichtbaren Informations­filtern. "Wer den Algorithmus programmiert, der bestimmt, welchen Realitäts­ausschnitt wir zu sehen bekommen", sagte Pörksen in Berlin und nannte dabei die Auswahl­kriterien der Suchmaschine Google.

In der Welt solcher unbekannter Auswahl­entscheidungen habe die Gesellschaft ein Oligopol zugelassen, also eine Gruppe von einigen wenigen großen Unternehmen, betonte Pörksen. "Hier müssen wir uns auf dem Weg zu echter Informations-Souveränität die Basis erstreiten, um die Macht der Oligopole zu begrenzen."

"Welt der prinzipiell bekannten Auswahlentscheidungen"

Google bevormundet seine NutzerGoogle bevormundet seine Nutzer Die Medien bilden nach Darstellung Pörksens hingegen eine "Welt der prinzipiell bekannten Auswahl­entscheidungen". Hier herrsche mehr Transparenz, sagte der Tübinger Professor und fügte hinzu: "Wir alle folgen längst unseren persönlichen Trüffelschweinen im Informations­universum, denen wir Relevanz­vertrauen schenken."

Der Medien­wissenschaftler stellte die These der ständigen Informations­überflutung in Frage. Diese stehe in einer Tradition des Kulturpessimismus und verkenne, "dass Filter nach wie vor überall sind, dass der wichtigste Filter am Ende des Tages wir selbst sind".

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