Roboter-Autos

2020 sollen selbstfahrende Autos Normalität auf den Straßen sein

Google schreckte die Autoindustrie vor knapp vier Jahren mit seinen selbst­fahrenden Fahrzeugen auf. Der Internet-Konzern entwickelte die Technologie seitdem weiter und spricht auch mit etablierten Herstellern. Doch die wollen inzwischen auch ohne Google auskommen.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Google will weiterhin intensiv an autonom fahrenden Fahrzeugen arbeitenGoogle will weiterhin intensiv an autonom fahrenden Fahrzeugen arbeiten Google spricht mit Auto­bauern über seine Technologie für selbst­fahrende Fahr­zeuge. Der Internet-Konzern habe noch nicht ent­schieden, ob er in Eigen­regie ein autonom fahrendes Auto auf den Markt bringen wolle oder seine Software traditionellen Her­stellern zugänglich mache, sagte Projekt­leiter Chris Urmson dem Wall Street Journal. Es dürfte noch etwa sechs Jahre dauern, bis selbst­fahrende Autos auf die Straße kommen, schätzte er.

Automobilbranche stellt sich der Öffentlichkeit

Das liegt im Rahmen der Erwartungen in der Autobranche. Google hatte die Industrie 2010 mit seinem bereits fort­ge­schrittenen Projekt für Roboter­autos überrascht. In­zwischen haben die Her­steller stark auf­geholt und arbeiten zusammen mit Branchen­zu­lieferern auf breiter Front an autonomen Fahr­zeugen. Sie bauen dabei auf der Viel­zahl von Sensoren auf, die heute schon für diverse Fahr­assistenz-Systeme in die Autos eingebaut werden. Die Idee ist ein schritt­weiser Ausbau der Funktionen: Zunächst können die Fahr­zeuge auto­matisch bremsen oder bei stockendem Verkehr alleine den Abstand zum Auto davor halten.

Im ver­gangenen Sommer fuhr zur Automesse IAA ein Forschungs­fahrzeug von Daimler auf Basis der Mercedes-S-Klasse autonom von Mannheim nach Pforzheim. Und zwar ebenfalls mit Hilfe seriennaher Technik, wie der Konzern betonte. Audi brachte seine selbstfahrenden Wagen im Januar in Googles Heimatland zur Elektronik-Messe CES in Las Vegas mit und zeigte wenig später den Prototypen eines Cockpits mit klappbarem Lenkrad. Die Automanager betonen dabei, sie wollten ohne Googles klobige Radar-Aufbauten auf dem Dach auskommen.

Google veranstaltete am Dienstag Probefahren für eine kleine Gruppe amerikanischer Technologie-Journalisten. Der New York Times-Reporter John Markoff, der vor knapp vier Jahren Googles Roboterwagen der Welt vorstellen durfte, fand die Fahrt jetzt nur noch ereignislos langweilig. Die Google-Autos haben inzwischen 700 000 Meilen (über 1,12 Millionen Kilometer) zurückgelegt. Die Entwicklung der Technik ist noch lange nicht abgeschlossen. So gebe die Software bei Regen vorerst die Kontrolle zur Sicherheit an den Fahrer ab, sagte einer der Test­fahrer dem "Wall Street Journal". Bei Schnee seien die Fahrzeuge noch nicht ausprobiert worden.

Die Sensoren und Kameras der selbstfahrenden Wagen tasten permanent die Umgebung ab. Dadurch sollen sie auch auf unerwartete Ereignisse reagieren können. Sie halten an roten Ampeln, wechseln automatisch die Spur und erkennen Fußgänger.

Haftung bei Unfällen mit Roboter-Autos noch unklar

Während das Projekt von Google von der Autobranche zunächst skeptisch beäugt wurde, setzte sich inzwischen die Überzeugung durch, dass selbst­fahrende Autos am Ende auf die Straße kommen werden. Eine Vision in der Branche ist, dass sich die Fahrzeuge irgendwann auf einander abstimmen und somit selbst die Verkehrssteuerung übernehmen könnten. Bis dorthin ist es aber noch ein weiter Weg. Eine zentrale noch ungeklärte Frage ist die Haftung bei Unfällen.

Ein erhöhtes Sicherheitsrisiko hat auch der Report Internet-Sicherheit 2014 des eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. festgestellt. Die Ergebnisse haben wir in einer gesonderten News zusammengefasst.

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