Hintergrund

Android-Apps: Augen auf bei den Zugriffsrechten

Wozu sie benötigt werden und wann Sie misstrauisch werden sollten
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Der Android Market mit seinen Apps wächst in einem rasanten Tempo und es fällt immer schwerer, den Überblick über die für Android verfügbaren Apps zu behalten. So kommt es immer wieder einmal vor, dass sich auch Anwendungen in Googles Appstore schleichen, die Funktionen enthalten, welche nicht im Sinne des Nutzers sind.

Immer wieder finden bösartige Apps ihren Weg in den Android Markt, in der vergangenen Woche kündigte Google an, seine Überprüfungsmaßnahmen deutlich zu verstärken.

Aber auch seriöse Apps verlangen teilweise Zugriff auf sehr persönliche Daten des Nutzers, ohne dass ersichtlich wäre, warum sie dies eigentlich tun. So war vor einiger Zeit die Aufregung groß, als ein Update der offizielle Facebook-App plötzlich Zugriff auf die im Gerät gespeicherten SMS verlangte, vor allem, da Facebook bis heute noch eine Erklärung schuldig ist.

Zwar ist es so, dass jede App, welcher ein Nutzer auf seinem Android-Gerät installieren möchte, die entsprechenden Berechtigungen anzeigt und diesen zugestimmt werden muss. Verweigert man jedoch seine Zustimmung, so lässt sich die entsprechende Anwendung auch nicht installieren.

Android-Berechtigungen im Überblick

Anfrage für Zugriffsrechte im Android MarktAnfragen für Zugriffsrechte im Android Markt Sicherlich werden sich viele Neueinsteiger im Android-Bereich fragen, was diese Zugriffsberechtigungen oder auch Permissions eigentlich sind. Android-Permissions legen fest, auf welche Funktionen von Android eine Anwendung zugreifen kann. Google listet auf der offiziellen Android Developer-Seite über 100 der sogenannten Permissions auf und erklärt, was diese im Einzelnen bewirken.

Wir stellen ihnen nachfolgend einige häufig nachgefragte Permissions vor und erklären kurz, was diese genau tun. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf solche Berechtigungen gelegt, die dazu genutzt werden können, um unerwünschten Zugriff auf persönliche Daten zu erlangen.

Der Nutzer, welcher sich eine neue App aus dem Android Market installieren möchte, wird die genannten Berechtigungen allerdings nicht in dieser Form zu sehen bekommen. Um die Übersichtlichkeit zu bewahren, hat Google die Sache etwas vereinfacht. So werden bei jeder Android-Anwendung die diversen Zugriffsberechtigungen unter einzelnen Überbegriffen zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem "Ihr Standort", der die Permissions zum Zugriff auf die persönlichen Standort-Daten zusammenfasst. "Netzkommunikation" umfasst Berechtigungen zum Aufbau von Netzwerkverbindungen, also auch den Zugriff auf das Internet.

"Ihre Nachrichten" listet die Zugriffsberechtigungen zum lesen, schreiben und empfangen von Textnachrichten, "Ihre persönlichen Daten" umfasst alle Rechte, die auf Daten wie das Adressbuch oder den Kalender zugreifen. "Ihre Konten" zeigt dem Nutzer, ob eine Anwendung Zugriff auf ihre im Smartphone gespeicherten Konten und deren Passwörter hat. Weitere Rechte sind unter anderem in die Bereiche "System-Tools"," Kostenpflichtige Dienste", Speicher und auch Telefonanrufe unterteilt.

Mit dieser recht kompakten Übersicht erhält der potentielle Nutzer einer Anwendung einen kompletten Überblick zu den einzelnen Rechten einer App, ohne sich mit den kryptischen Bezeichungen zu beschäftigen. Dies bleibt den Entwicklern vorbehalten, da diese den Nutzer wahrscheinlich nur noch mehr verwirren würden.

Zugriffsrechte im Detail

So erlaubt die Berechtigung "Access_Fine_Location" einer App auf den internen GPS-Empfänger des Smartphones zuzugreifen und den genauen Standort zu ermitteln. Zwingend notwendig ist diese Berechtigung natürlich bei Apps für die Navigation oder den diversen Check-In-Diensten. Dazu gehören zum Beispiel Foursquare oder auch Google Maps. Eine weitere, sehr häufig genutzte Zugriffsberechtigung ist "Internet". Diese wird von Anwendungen benötigt um eine Verbindung zum Internet herstellen zu können. Bei einer Anwendung wie Firefox ist natürlich auf den ersten Blick ersichtlich, warum diese Permission benötigt wird. Oftmals taucht "Internet" jedoch auch in Apps auf, die vom Programm-Zweck her eigentlich keinen Internet-Zugriff benötigen. Hier liegt der Grund oftmals darin, dass über das Internet Werbe-Einblendungen geladen werden. Dabei ist, auch wenn viele die Werbung als störend empfinden, zu bedenken, dass durch die Werbung der Entwickler oftmals sein Geld verdient. Ein weiteres Beispiel sind auch die Spiele von Gameloft. Hier werden nach der eigentlichen Installation über den Android Market noch teilweise große Daten-Mengen aus dem Internet nachgeladen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, welche Permissions Programmen den Zugriff auf persönliche Daten wie Kalender und Adressbuch erlauben und wie Sie am besten mit unerwünschten Zugriffsberechtigungen umgehen.

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