Datenschutz-Serie Teil 1

Android-Smartphone: Gratis-Dienste mit Daten bezahlt

Android-Smart­phones sind in Sachen persön­licher Daten wenig diskret. Doch wer sich ein wenig bemüht, kann das Daten­sammeln mini­mieren. Unsere Serie zeigt wie.
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Man muss es klar sagen: Bei Android-Smart­phones ist es von Haus aus mit dem Daten­schutz nicht weit her. Schließ­lich ist das Geschäfts­modell des Android-Herstel­lers Google auf Werbung ange­legt. Das Betriebs­system gibt es gratis, bezahlt wird mit den Nutzer­daten. Die sammelt Google bei der Nutzung seiner Apps und Dienste. Dazu gehören beispiels­weise Maps, Gmail, Chrome und nicht zuletzt die Google-Such­maschine.

Verstecktes Spio­nieren ist verboten

Vorsicht, Android späht die Daten ausVorsicht, Android späht die Daten aus Aller­dings: So ganz einfach ist es nicht mehr für Google und auch die diversen App-Hersteller die Daten abzu­saugen. Die Gerichte haben sich die Sach­lage genau ange­sehen und ein Daten­transfer ohne vorhe­rige Zustim­mung kann die Unter­nehmen viel Geld kosten. Vor allem seit es in Europa die Daten­schutz­grund­verord­nung (DSGVO) gibt.

Die Unter­nehmen müssen im Detail angeben, welche Daten abge­rufen und wie sie verwendet werden. Dazu gibt es beim Such­maschine-Riesen eine Daten­schutz­erklä­rung, die über das für Android obli­gato­rische Google-Konto abge­rufen werden kann. Da heißt dann beispiels­weise: „Wenn Sie ein Android-Gerät mit Google Apps verwenden, kontak­tiert Ihr Gerät regel­mäßig die Google-Server, um Daten über Ihr Gerät und die Verbin­dung zu unseren Diensten bereit­zustellen. Zu diesen Daten zählen beispiels­weise der Typ Ihres Geräts, der Name des Mobil­funk­anbie­ters, Absturz-Berichte und die von Ihnen instal­lierten Apps.“

Google: Annehm­lich­keiten gegen Daten

Diese Daten­sammel­funk­tion ist Teil des Systems und lässt sich auch nicht abstellen. Weitere sind im System einge­baut und warten auf die Geneh­migung durch den Nutzer. Die ist bisweilen ziem­lich einfach zu bekommen. Sie werden bei der Einrich­tung der Dienste oft ohne groß zu über­legen gewährt. Google ist nämlich ein Meister darin, seine Daten­sammelwut hinter für den Nutzer oft durchaus prak­tischen Funk­tionen zu verste­cken. Wer skep­tisch bleibt, muss oft eine Balance zwischen der Preis­gabe der Daten und der Funk­tiona­lität halten.

Schränkt man den Zugriff der Apps auf Daten zu sehr ein, dann versagen sie ihren Dienst. Google beteuert übri­gens, dass die Daten im Konzern bleiben und nicht weiter verkauft werden. Das mag schon sein, aber immer wieder verschaffen sich Dritte Zugang dazu. Wie der Face­book-Skandal mit Cambridge Analy­tica zeigt, können solche Daten dann auch zu poli­tischen Mani­pula­tionen oder noch schlim­merem genutzt werden.

Daten­sicher­heit ist Klein­arbeit

Bei Android gibt es viele Schalter, die man umlegen kann, um die Privat­sphäre zu verbes­sern, aber keinen General-Schalter, der alle Spit­zelfunk­tionen ausschaltet – außer dem Aus-Knopf. Diese vielen kleinen Schalter sind bisweilen gut versteckt und je nach Smart­phone-Marke findet man sie in unter­schied­lichen Menüs und unter unter­schied­lichen Bezeich­nungen. Man muss also suchen und sich heran­tasten, bis man die persön­liche Privat­sphäre opti­miert hat.

Eine ganz wich­tige Rolle spielen dabei nicht nur die Einstel­lungen am Smart­phone selber, sondern auch die des Google-Accounts. Neben Google gehört auch Face­book mit seinen Töch­tern WhatsApp oder Insta­gram zu den großen Daten­samm­lern.

In einer losen Folge von Beiträgen zeigen wir mit konkreten Tipps, wie man die Daten­sammelwut der Inter­netkon­zerne eindämmen kann. Teil 2 dieser Serie befasst sich mit den Einstel­lungen des Google-Accounts.

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