Vierfach

Allo, Duo, Hangouts, Messenger: Google sorgt für Chat-Chaos

Google sorgt für Messenger-Chaos auf dem Smartphone. Vier Apps stehen in Konkurrenz zueinander. Wir fassen den aktuellen Stand zusammen.
AAA
Teilen (4)

Mit Allo und Duo hat Google in diesem Jahr zwei neue Messenger-Apps gestartet. Dabei konzentriert sich Allo auf den Text-Chat, während mit Duo Video-Telefonate möglich sind. Damit folgt Google dem Beispiel von Apple, das ebenfalls iMessage und FaceTime voneinander trennt. Für viele Nutzer ist das eher verwirrend, zumal andere Dienste wie Skype oder WhatsApp alle Kommunikationskanäle in einer Anwendung bündeln (wobei bei WhatsApp die Videotelefonie noch im Beta-Stadium ist).

Während Apple die iMessage aber zumindest mit SMS und MMS in der gemeinsamen Nachrichten-App zusammenfasst, hat Google für die klassischen Text- und Multimedia-Mitteilungen mit dem Messenger wieder eine eigene App ins Leben gerufen. Diese unterstützt zusätzlich den RCS-e-Standard, den die Mobilfunk-Netzbetreiber unter dem Markennamen Joyn vermarkten wollten, der sich aber bislang nicht durchgesetzt hat.

Google sorgt für Messenger-ChaosGoogle sorgt für Messenger-Chaos Nicht zuletzt gibt es auch das altbekannte Hangouts noch, das aus dem früheren Google Talk hervorgegangen ist. Hangouts soll offiziell vor allem für Geschäftskunden weiter erhalten bleiben und ist fest mit der Gmail-Adresse des Nutzers verknüpft, während Allo - ähnlich wie WhatsApp und ähnliche Dienste - über die Telefonnummer des Kunden funktioniert, sich zusätzlich aber ebenfalls mit dem Google-Konto verbinden lässt.

Google lässt klares Konzept vermissen

Ein klares Konzept ist bislang nicht erkennbar. So wäre es logisch gewesen, den Messenger und Hangouts aufzugeben und nur noch die beiden neuen Apps Allo und Duo zu unterstützen. Bestehende Accounts hätte man zu diesem Zweck auf die neuen Anwendungen übertragen können.

Allerdings bietet Hangouts auch Vorteile gegenüber den neuen Google-Diensten. So gibt es für Allo keinen Desktop-Client, während sich Hangouts sogar in Multimessenger wie Trillian integrieren lässt. Google-Fans argumentieren gerne damit, dass die meisten Kunden die Messenger-Nutzung am PC oder Mac nicht brauchen. Andererseits haben WhatsApp und Telegram sicher nicht umsonst für die Desktop-Unterstützung ihrer Dienste gesorgt. Auch für Threema soll es künftig die Möglichkeit der Nutzung am Computer geben.

In jedem Fall sollte Google aber sein Messenger-Konzept einmal gründlich überarbeiten. Vier verschiedene, zumal Teil sogar in Konkurrenz zueinander stehende Apps sind des Guten dann doch zu viel. In einer weiteren Meldung haben wir unsere Erfahrungen beim Hands-On von Google Allo zusammengefasst.

Teilen (4)

Mehr zum Thema Smartphone-Messaging