Digital Radio

Digitales Radio: Neue Gnadenfrist für DAB+-Neustart

KEF will im Dezember über in Aussicht gestellte Gelder entscheiden

Die Kommission zur Feststellung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat jetzt in ihrer Sitzung eine Fristverlängerung für DAB+ genehmigt. Damit erhalten die Sender bis zum 15. Dezember dieses Jahres Zeit, einen Vertragsabschluss mit Media Broadcast, dem Netzbetreiber für den bundesweiten Multiplex, vorzulegen. Die KEF hatte ursprünglich im Juni beschlossen, 42 Millionen Euro Gebührengelder für den Neustart des digital-terrestrischen Radios im Modus DAB+ freizugeben, wenn bis zum 21. September ein Vertrag zwischen dem Systembetreiber, dem Deutschlandradio und den privaten Bewerbern eines nationalen Ensembles zustande kommt. Radio Pure Elan II Unterstützt DAB+ und DAB: Radio Pure Elan II
Foto: Pure

"Mit der heutigen Fristverlängerung hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) den Weg frei gemacht für die Einführung eines modernen digitalen Hörfunks in Deutschland", so begrüßt der Hörfunkbeauftragte der Landesmedienanstalten und Direktor der saarländischen Landesmedienanstalt LMS, Dr. Gerd Bauer, die Entscheidung der KEF. Nach den Vorstellungen der beteiligten Sender, des Netzbetreibers Media Broadcast und der Landesmedienanstalten solle dieses Angebot Mitte 2011 auf Sendung gehen.

Bauer begrüßte es nachdrücklich, dass öffentlich-rechtliche und private Hörfunkanbieter, die Landesmedienanstalten, die deutsche Automobilindustrie und auch Media Broadcast sowie viele andere in der Frage der Einführung von DAB+ gerade in den letzten Monaten eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet hätten, was offenbar auch die KEF mit ihrer Fristverlängerung anerkenne.

Ganz so positiv sehen dies andere Beobachter nicht: Wie berichtet gibt es noch erhebliche Differenzen zwischen den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern auf der einen Seite und dem Netzbetreiber Media Broadcast auf der anderen Seite. Streitthema ist vor allem, inwiefern sich Media Broadcast am Investitionsrisiko beteiligt. Von daher ist mehr als fraglich, ob sich die Verhandlungspartner bis Jahresende einigen können.