Messaging-App

Neuer Whatsapp-Konkurrent

Die früheren Partner und GMX-Gründer wollen mit ihrer neuen App die Kommunikationswelt auf den Kopf stellen: Das Programm soll Messaging, Kalender und Dateiaustausch in einer sicheren, einfach zu bedienenden App vereinen.
Von Johannes Kneussel
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Verschiedene Messenger auf dem iPhone: WhatsApp, Threema, Slack und andere Das Handelsblatt berichtet in der aktuellen Ausgabe über den Unternehmer Eric Dolatre, der zusammen mit seinen beiden ehemaligen Kollegen und Mitbegründern des E-Mail-Dienstes GMX Karsten Schramm und Peter Köhnkow eine neue Messaging-App entwickeln möchte, die sich nicht auf den Austausch von Nachrichten beschränkt, sondern auch eine komfortable Terminplanung und einen einfachen Dateiaustausch ermöglichen soll.

GMX ist bis heute einer der größten deutschen E-Mail-Dienste. Das Handelsblatt nennt eine regelmäßige Nutzerbasis von 17 Millionen. Schon kurz nach der Jahrtausendwende verkauften die drei Gründer ihr Unternehmen an United Internet: die Firma, die auch hinter 1&1 und Web.de steht. Der Preis ist unbekannt, es dürfte sich für Dolatre, Schramm und Köhnkow allerdings gelohnt haben.

Die Kritik der drei Unternehmer an den gängigen Messenger-Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger, Threema oder Telegram bezieht sich darauf, dass diese oft zu eingeschränkt im Funktionsumfang seien und sich nicht einfach genug bedienen ließen. Außerdem wird die fehlende Datensicherheit thematisiert. In der neuen App sollen Messaging, Dateiaustausch und Terminplanung vereint werden. 40 Mitarbeiter habe das Unternehmen mittlerweile, der Name des Programms steht noch nicht fest - im Gegensatz zum Preis. Die App soll, im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten, etwas kosten: drei Euro im Monat bzw. 30 Euro im Jahr.

Ist ein weiterer WhatsApp-Konkurrent sinnvoll?

WhatsApp-Logo auf einem SmartphoneGegen den Branchenprimus Whatsapp und dessen Mutterkonzern Facebook wird es der neue Messenger schwer haben Die Unternehmer um Dolatre sind überzeugt, dass sich ihre App langfristig durchsetzen wird, trotz des monatlich oder jährlich anfallenden Preises. Begründet wird dies mit der höheren Datensicherheit und besseren Bedienbarkeit. Allerdings gab es in der Vergangenheit schon zahlreiche Versuche von anderen Anbietern, einen WhatsApp-Konkurrenten zu platzieren, beispielsweise Hangouts von Google, welches sich nie wirklich durchsetzen konnte. Andere Anbieter wie Threema und Telegram können mittlerweile hingegen Nutzerzahlen im Millionenbereich (3,5 bzw. 100 Millionen) verzeichnen. Freilich: Im Vergleich zu den eine Milliarde von WhatsApp sind diese Zahlen eher klein. Die Begehrlichkeiten im attraktiven Markt Fuß zu fassen, sind natürlich trotzdem vorhanden: Auch Google will in Kürze mit der App einen neuen Versuch unternehmen, sich einen Marktanteil in der Nachrichtendienst-Branche zu sichern.

Ein Vorteil der neuen Anwendung könnte eine höhere Datensicherheit sein, Google, Facebook und Co. greifen Daten ab, wo sie nur können. Auf der anderen Seite gibt es in den namhaften Messengern mittlerweile auch solide Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Hinzu kommt, dass der Schutz der eigenen Daten für viele Nutzer eine geringere Rolle als der Preis einer App spielt. Als ein großes Hindernis könnte sich das angesprochene Abonnement erweisen. Zwar zielen die Macher hinter der neuen App hauptsächlich auf Unternehmenskunden, im Privatkundenbereich werden sie es damit allerdings nicht einfach haben, denn WhatsApp und Facebook Messenger sind kostenlos nutzbar, während bei Threema eine einmalige Zahlung anfällt. Trotzdem sind die Unternehmer zuversichtlich: "Wir definieren Kommunikation neu. Wir hoffen, die Welt ein Stück weit auf den Kopf zu stellen."

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