unerwünscht?

Die Eigenwerbung bei GMX und Web.de los werden

Ob Spam oder nicht Spam – das können Sie dagegen tun
Von Lars Hessling
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Unerwünschte Spam-Nachrichten machen aktuellen Zahlen zufolge mehr als 90 Prozent der weltweit verschickten E-Mails aus. Die Spam-Filter der Anbieter von E-Mail-Postfächern sortieren das Meiste davon aus, denn sonst würde jedes Postfach schnell unbrauchbar werden. Dies muss aber mit großer Vorsicht geschehen, da ansonsten auch gewünschte E-Mails ihr Ziel nicht erreichen würden. teltarif.de berichtete in der vergangenen Woche über eine von Microsoft finanzierte Studie des Fraunhofer Instituts, die den Umgang der Anbieter von kostenlosen E-Mail-Postfächern mit Spam zum Inhalt hatte. In der Auswertung schnitten die Freemail-Konten von GMX und Web.de besonders schlecht ab. Beide Portale gehören zur United Internet AG.

Spam oder nicht Spam, das ist hier die Frage

Das schlechte Abschneiden von GMX und Web.de lag zum Teil auch daran, wie Spam in der Studie definiert wurde. Der Begriff Spam bezeichnet per Definition massenhaft verschickte E-Mails, deren Empfang der betroffene Nutzer zu keinem Zeitpunkt genehmigt hat. Viele dieser Nachrichten haben Werbung für Produkte aus den Bereichen Sexualität oder Glücksspiel zum Inhalt. In der Studie des Fraunhofer Instituts wurden aber auch Werbe-Mails als Spam definiert, deren Absender die Anbieter der Postfächer selbst sind.

Nutzer genehmigt GMX und Web.de die Werbenachrichten selbst

Die Logos von Web.de und GMX und ein Stop-Spam-Schild.Eigenwerbung ist bei GMX und Web.de fest in den ABGs der kostenlosten E-Mail-Konten verankert, lässt sich aber herausfiltern. Betrachtet man Spam als E-Mail-Werbung, die der Nutzer nicht genehmigt hat, sind solche Werbe-Botschaften kein Spam. Mit der Eröffnung eines kostenlosen E-Mail-Kontos willigt der Nutzer bei GMX und Web.de nämlich ein, solche internen Werbebotschaften regelmäßig zu erhalten. So heißt es in den Freemail-AGBs [Link entfernt] von Web.de unter Punkt 3.4: "Fester Leistungsbestandteil jedes registrierungspflichtigen WEB.DE-Dienstes ist die Zusendung eines Newsletters [..] an das FreeMail-Postfach des Nutzers. Der Nutzer kann den Newsletter für die registrierungspflichtigen WEB.DE-Dienste nicht gesondert abbestellen". GMX schreibt ähnlich dazu in den Konditionen [Link entfernt] des Freemail-Tarifs: "Sie erhalten das GMX Magazin wöchentlich mit News und Informationen zu aktuellen Themen, Tipps & Tricks rund um GMX und neuesten Produktinfos (im FreeMail-Tarif nicht abbestellbar)".

United Internet schlägt Filterregel als Lösung vor

Wer die Newsletter im Posteingang nicht zu Gesicht bekommen möchte, für den hat United Internet bei beiden Angeboten einen Tipp: Der Kunde soll einen zusätzlichen Ordner anlegen und eine Filterregel einrichten, die interne Werbebotschaften dort hinein verschiebt. Dasselbe würde prinzipiell auch für den dreimal jährlich erscheinenden Newsletter der Stiftung United Internet for Unicef funktionieren. GMX-Nutzer könnten den Trick darüber hinaus auf das GMX Update [Link entfernt] anwenden, welches zweimal jährlich erscheint und Änderungen am Freemail-Angebot dokumentiert.

Einige Werbebotschaften lassen sich vollständig deaktivieren

Andere Werbebotschaften können Kunden abbestellen, so dass sie das eigene E-Mail-Postfach gar nicht erst erreichen. Bei GMX erhält der Kunde neben dem wöchentlichen Newsletter auch zweimal pro Woche eine E-Mail mit Best Price-Angeboten. Diese lässt sich unter "Mein GMX" / "Sonstige Optionen" / "Best Price Info" deaktivieren. Unter "Sonstige Optionen" befindet sich darüber hinaus auch eine Möglichkeit, die jährliche "Geburtstagsmail" abzubestellen. Bei Web.de erhalten Nutzer von Web.Cent [Link entfernt] einen Newsletter der hauseigenen Währung, den sie aber über einen Link am Ende der Nachricht abbestellen können.

Andere Anbieter aus der Studie verschicken weniger Eigenwerbung

Zumindest die durch das Fraunhofer Institut getestete Konkurrenz verschickt weniger eigene Werbebotschaften. Der Auftrageber der Studie Microsoft bietet bei der Hotmail-Anmeldung einen Newsletter an, standardmäßig ist das entsprechende Auswahlfeld dem Konzern zufolge aber deaktiviert. Der bestplatzierte Anbieter der Studie Yahoo verschickt laut eigener Aussage maximal zweimal im Quartal einen Werbe-Newsletter, der zudem abbestellbar ist. Google sendet seinen Google Mail-Nutzern nach der Anmeldung einmalig drei E-Mails, die über verschiedene Funktionen des Dienstes informieren, danach sendet der Suchmaschinenbetreiber seinen Nutzern eigenen Angaben zufolge keine weiteren Nachrichten.

Fazit: Mit Eigenwerbung leben oder wechseln

Auch, wenn interne Newsletter per Definiton kein Spam sind, stören sich viele Nutzer daran. Da der Empfang dieser Art von Nachrichten aber fest in den Freemail-AGBs von GMX und Web.de verankert ist, werden sich Nutzer wohl damit abfinden müssen, dass zumindest einige Newsletter das eigene Postfach zunächst erreichen. Wem dann der Trick mit den Filterregeln nicht reicht, dem bleibt immer noch der Wechsel zu einem anderen Anbieter, der weniger eigene Werbe-Newsletter versendet.

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