Datenfreigabe

Nachgefragt: Warum will die GMX-Cloud-App das Adressbuch (Update)?

Provider beruft sich auf vereinfachte Dateifreigabe per App
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Regulär bietet GMX 2 GB Gratis-Online­speicher. Wer die neueste Android-Version der GMX-Media­center-App installiert, bekommt zusätzlich 4 GB Speicher­platz in der Cloud. Doch die App fordert neue Berechtigungen und liest nun das Smart­phone-Adress­buch aus. Wir haben beim An­bieter nach­ge­fragt: Muss das wirk­lich sein?

Als Cloud-Anbieter hat GMX für viele Nutzer handfeste Vorteile: Nutzer eines GMX-Mailpostfachs müssen sich für den Dienst nicht separat anmelden - die bestehenden Login-Daten reichen aus. Außerdem stehen die Server in Deutschland, und damit unterliegt der Dienst strengeren Datenschutzrichtlinien als ausländische Anbieter.

GMX-Mediacenter-App liest Smartphone-Adressbuch aus

Nachgefragt: Warum will die MediaCenter-Cloud-App das Adressbuch?Nachgefragt: Warum will die MediaCenter-Cloud-App das Adressbuch? Lädt der GMX-Nutzer die Android-App erstmals oder als Update herunter, wird er zusätzlich zu den bisherigen App-Berechtigungen dazu aufgefordert, der Berechtigung "Kontaktdaten lesen" zuzustimmen. Wir haben uns und GMX gefragt, ob das wohl der "Preis" für die zusätzlichen 4 GB Speicherplatz ist. Die Antwort lautete wie folgt:

"Wir ermöglichen den Nutzern mit dieser App das nützliche Feature, einen oder mehrere Ordner aus dem Onlinespeicher für ausgewählte, im persönlichen Adressbuch gespeicherte Personen freizugeben. Die entsprechenden Kontakte erhalten einen Freischaltlink per E-Mail, über den sie auf die in der GMX-Cloud abgelegten Daten (z.B. Fotos) zugreifen können. Technisch ist es dafür erforderlich, die App mit den Kontaktdaten des Nutzers zu synchronisieren. Selbstverständlich bleibt die Privatsphäre vollständig gewahrt.

Vielleicht ist es für Sie ja auch die Info interessant, dass wir das GMX Fotoalbum überarbeitet haben. Das Layout wurde dem bekannten Look & Feel des Webmailers angepasst, die Bedienung weiter optimiert und zusätzliche Funktionen integriert. Außerdem können Nutzer ab sofort in Verbindung mit der (kostenlosen) Fotoalbum-App 4 GB zusätzlichen Gratis-Speicher bekommen. Nimmt man die MediaCenter-App dazu, sind bei uns jetzt also insgesamt bis zu 10 GB kostenloser Onlinespeicher erhältlich."

Ein schöner Kompromiss wäre natürlich, wenn die App die Kontaktdaten nicht automatisch auslesen würde, sondern dem Nutzer die Möglichkeit geben würde, den Onlinespeicher rein privat ohne Freigabe-Optionen zu nutzen. Entscheidet sich der Anwender dazu, regelmäßig Dateien aus seinem Onlinespeicher freizugeben, könnte er ja nachträglich das Adressbuch manuell importieren.

Unbeantwortet seitens GMX blieb übrigens die Frage, ob die ausgelesenen Adressdaten innerhalb der App (also auf dem Smartphone) verbleiben oder ob der Provider diese auf einen GMX-Server lädt. Auch die App GMX Foto-Album [Link entfernt] liest die Smartphone-Kontakte für die zusätzliche 4-GB-Speichererweiterung aus. Die iOS-Versionen beider Apps spendieren übrigens ebenfalls je 4 GB Zusatzspeicher.

Update 11.03., 15:10 Uhr: Stellungnahme von GMX zu 10 GB und Datenschutz

Nach unserem Bericht erreichten uns einige Leserzuschriften, die von GMX wissen wollten, was mit dem ausgelesenen Adressbuch tatsächlich passiert. Außerdem berichteten Kunden darüber, dass es nicht möglich sei, mit den mobilen GMX-Anwendungen auf einen Gesamtspeicher von 10 GB zu kommen. Diese Anfragen hat GMX heute beantwortet:

"Bei unseren Mobile-Apps bieten wir die kostenlose Erweiterung des Online-Speichers einmalig an, also entweder bei Installation der GMX Fotoalbum-App oder der GMX MediaCenter-App. Grundsätzlich hat jeder GMX FreeMail-Nutzer dennoch die Möglichkeit, bis zu 10 GB gratis zu erhalten. Die 10 GB ergeben sich aus 2 GB Grundspeicher, ergänzt um 4 GB bei Installation von beispielsweise der GMX Fotoalbum-App und 4 GB bei zusätzlicher Nutzung der MediaCenter-App für Windows. Die MediaCenter-App für Windows finden Sie unter www.gmx.net/produkte/apps/mediacenter-pc. Vielleicht hat Ihr Leser die MediaCenter-App für iOS- bzw. Android-Geräte heruntergeladen.

Selbstverständlich ist die Privatsphäre jederzeit gewahrt. Heißt: Die App erfordert lediglich Zugriff auf die Kontakte, falls das erwähnte Freigabe-Feature genutzt werden soll, und liest keine Kontaktdaten aus. Die Adressbuch-Daten bleiben vollständig innerhalb der App auf dem Smartphone und werden nicht extern auf einem Server gespeichert.

Ende des Updates.
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