E-Mail-Dienst

Google präsentiert "das neue Gmail" und den Aufgabenplaner Tasks

Sowohl bei der Browser-Ausgabe als auch bei der Smartphone-App von Gmail halten zahlreiche Neuerungen Einzug. Etwa eine Seitenleiste und der "Vertraulich"-Modus. Außerdem stellt der Konzern den Aufgabenplaner Tasks bereit.
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Google legt sich mächtig ins Zeug, um seinen E-Mail-Dienst Gmail sicherer und komfortabler zu gestalten. In einem aktuellen Blogeintrag verkündet die Alphabet-Tochter, welche Neuerungen vor kurzem eingeführt wurden und welche Optimierungen bald folgen. Ein großer Schritt für die Privatsphäre bei der Kommunikation ist der Modus "Vertraulich", der mit sinnvollen Maßnahmen sensible Nachrichten schützt. Eine Seitenleiste, die einen schnellen Zugriff auf häufig genutzte G-Suite-Services wie den Kalender, Notizen und die To-do-Liste gewährt, hält ebenfalls Einzug. Smartphone-Nutzer freuen sich indes über den neuen Aufgabenplaner Google Tasks.

Die neue Seitenleiste und die Option Benachrichtigung ausschließlich bei wichtigen E-Mails
Die neue Seitenleiste und die Option "Benachrichtigung ausschließlich bei wichtigen E-Mails"

Das neue Gmail ist (teilweise) da

Der populäre E-Mail-Service Gmail bekommt eine Frischzellenkur verpasst, vor allem in den Bereichen Sicherheit, Benutzererfahrung und Komfortfunktionen hat sich einiges getan. Letzten Monat bedachte Google die Geschäftskunden mit einem Plus an Sicherheit gegen Business E-Mail Compromise (BEC) anhand verbesserter Anti-Phishing-Maßnahmen. Das Verfahren arbeitet äußerst zuverlässig: Wie das Entwicklerstudio mitteilt, konnten 99,9 Prozent der BEC-Versuche abgeblockt werden. Zudem hält noch eine weitere Schutzfunktion in den kommenden Wochen in Gmail Einzug. Die Rede ist vom sogenannten "Vertraulich"-Modus für den Browser-Auftritt. Wie der Name bereits vermuten lässt, steht der Schutz der übermittelten Informationen hier im Vordergrund. So können E-Mails mit einem Ablaufdatum versehen und bereits versendete Nachrichten widerrufen werden. Des Weiteren ist eine Zwei-Wege-Authentifizierung als Option verfügbar. Ist diese Option aktiviert, kann der Empfänger eine E-Mail erst lesen, wenn er sich durch eine SMS identifiziert. "Auf diese Weise sind Daten und Informationen geschützt, selbst wenn das E-Mail-Konto des Empfängers gehackt wurde.", erläutert Google. Ebenfalls hilfreich mutet die Konfiguration des Information Rights Management (IRM) an. Der Absender hat die Wahl, ob er dem Empfänger gestattet, die Optionen Weiterleiten, Kopieren, Herunterladen und Drucken zu verwenden.

Seitenleiste und KI-gestützte Funktionen

Wer täglich Google-Dienste wie den Kalender, die Notizen oder die To-do-Liste nutzt, kann auf diese demnächst nahtlos über Gmail zugreifen. Innerhalb einer Seitenleiste öffnen sich diese und weitere Web-Apps, ein umständliches Hantieren mit Tasks entfällt also. Das Entwicklerteam plant, das Feature in den kommenden Monaten auf weitere G-Suite-Programme auszuweiten, darunter auch die Büro-Lösungen Docs, Tabellen und Präsentationen. Die Seitenleiste ist ebenfalls für die Browser-Nutzung von Gmail gedacht. Ein weiteres großes Thema der Kommunikationsbranche greift Google mit besonderen Funktionen auf Basis künstlicher Intelligenz auf. So sollen neue KI-gestützte Funktionen in Gmail dem Nutzer kostbare Zeit sparen. Als Beispiele nennt der Konzern die "automatischen  Erinnerungen" und die "intelligente Antwort". Letztgenanntes Feature ist ab sofort in der Gmail-Browser-Fassung verfügbar, in der App hielt es bereits letztes Jahr Einzug. Laut Google werden bereits zehn Prozent des E-Mail-Verkehrs über die "intelligente  Antwort" abgewickelt. Eine weitere Komfortfunktion, die in den nächsten Wochen ausgerollt wird, betrifft die Nachrichtenpriorität. Diese soll die Smartphone-App um eine Option erweitern, den Nutzer lediglich bei wichtigen E-Mails zu informieren.

Schnellzugriffe in der Browser-Anwendung
Schnellzugriffe in der Browser-Anwendung

Überarbeiteter Posteingang und Offline-Modus

Auch dem Posteingang der Browser-basierten Gmail-Lösung hat sich Google angenommen. Schnellzugriffe, etwa für das Beantworten oder das Archivieren einer Nachricht, werden angezeigt, sobald sich die Maus über die virtuelle Post bewegt. Außerdem lassen sich Anhänge einsehen und öffnen, ohne den kompletten Verlauf aufzurufen. Ebenfalls klasse: die direkt sichtbare Erinnerung von unbeantworteten E-Mails. Wenn die Internetverbindung streiken sollte, beispielsweise während einer Zugfahrt, hat der Suchmaschinen-Gigant auch eine Lösung parat. So gibt es für das Arbeiten am Computer neue native Offline-Funktionen. Selbst ohne eine bestehende Internetverbindung lassen sich E-Mails durchsuchen, löschen, neue verfassen oder bis zu 90 Tage alte Nachrichten archivieren.

Die neue App Google Tasks
Die neue App Google Tasks

Neue Aufgaben-App Google Tasks / Aktivierung des neuen Gmail

Als neuestes Familienmitglied der G Suite wurde heute Google Tasks veröffentlicht. Die kostenlose Aufgaben-Verwaltung ist mit anderen Diensten des Anbieters verknüpft, sie lässt sich beispielsweise aus Gmail oder dem Kalender heraus nutzen. Die dazugehörige Smartphone-App, die hier im Play Store heruntergeladen werden kann, erlaubt auch von unterwegs aus die Bearbeitung der To-do-Listen. Eine Unterteilung in Unteraufgaben und die Zuweisung von Fälligkeitsterminen sind sinnvolle Features. Wenn Sie nicht nur den Aufgabenplaner Tasks, sondern auch das neue Gmail testen wollen, müssen Sie die überarbeitete Präsentation manuell aktivieren. In den Einstellungen der Browser-Anwendung findet sich unter Umständen eine Option mit der Bezeichnung "Probiere das neue Gmail". Die Aktivierung ist allerdings noch nicht bei allen Usern möglich.

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