Willige Realität

Telekom kooperiert in Thüringen

Während die Verbände noch laut klagen, schließt die Deutsche Telekom immer mehr Kooperationen mit Wettbewerbern über Wholebuy ab.
AAA
Teilen (36)

Stück für Stück schließt die Deutsche Telekom Kooperationsverträge mit anderen Netzbetreibern. Den Spitzenverbänden geht das viel zu langsam. Stück für Stück schließt die Deutsche Telekom Kooperationsverträge mit anderen Netzbetreibern. Den Spitzenverbänden geht das viel zu langsam. Wettbewerber der Deutschen Telekom und der Verband VATM haben die Deutsche Telekom heftig kritisiert. Sie werfen ihr vor, sie wolle gar keine "Koalition der Willigen". Als Gegenbeweis, dass die Deutsche Telekom durchaus an Kooperationen mit privaten Netzbetreibern interessiert ist, gibt sie heute eine weitere ganz aktuelle Kooperation mit der Thüringer Netkom bekannt. So versorgt die Thüringen Netkom ihre Kunden im gesamten Bundesland in 450 Orten. Und die Telekom hat noch wesentlich mehr Kooperationen mit ansonsten konkurrierenden Netzbetreibern abgeschlossen.

T wie Thüringen oder Thüringer Netkom

In Thüringen nutzt die Deutsche Telekom künftig das schnelle Glasfaser-Netz der Thüringer Netkom. Dadurch sollen rund 200 000 Haushalte im gesamten Freistaat über die schnellen Internet-Anschlüsse des Kooperationspartners versorgt werden können. Die Kunden buchen ihren Anschluss oder Tarif wie gewohnt bei der Telekom oder bleiben dort Kunde, erhalten aber eine spürbar höhere Geschwindigkeit. Angeboten werden bis zu 100 MBit/s im Download und 40 MBit/s im Upload.

„Die Zusammenarbeit mit der Thüringer Netkom bringt unseren Kunden noch mehr Highspeed im Internet. Gleichzeitig profitieren die regionalen Netzbetreiber, weil ihre Infrastruktur besser ausgelastet wird“, sagt Johannes Pruchnow, bei der Telekom zuständig für Breitband-Kooperationen.

Ob und welche Internet-Geschwindigkeit im Einzelfall möglich ist, können interessierte Kunden im Internet unter www.telekom.de/schneller prüfen. Dazu muss wahlweise die eigene Rufnummer oder die Post-Adresse des Anschlusses angegeben werden.

Kooperationen keine Einzelfälle

Solche Kooperationen sind kein Einzelfall. Zuvor wurden bereits Verträge mit R-KOM (Regensburg - Straubing - Deggendorf), SÜC // dacor (Coburg), SWU Telenet (Ulm), Stadtnetz Bamberg, Telepark Passau (Passau), NetCologne (Großraum Köln), innogy TelNet (Nordrhein-Westfalen) und der EWE (Niedersachsen) abgeschlossen. Da der weitere Glasfaserausbau nur gemeinsam gelingen könne, werde die Telekom mit Wettbewerbern weiterhin kooperieren.

Aber auch der Eigenausbau der Deutschen Telekom soll weiter gehen: Die Telekom plane, in diesem Jahr rund 60 000 Kilometer Glasfaser zu bauen. Einen Kilometer Glasfaser zu verlegen kostet im Schnitt etwa 80 000 Euro. Ende 2018 maß das Glasfasernetz der Telekom über 500 000 Kilometer. Zum Vergleich: Das deutsche Autobahnnetz ist rund 13 000 Kilometer lang.

Teilen (36)

Mehr zum Thema Breitband-Internet