Hintergrund

So wird ein Glasfaser-Netz überwacht

Netzausfälle sind nicht nur für private Internet-Nutzer ärgerlich. Sind kritische Infrastrukturen betroffen, droht im schlimmsten Fall ein Chaos. Wir zeigen Beispiele, wie ein Glasfasernetz heutzutage überwacht werden kann.
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Leistungsfähige Glasfasernetze bilden das Rückgrat der modernen Kommunikation. Und das nicht nur im Festnetz, sondern auch bei der Anbindung von Mobilfunkmasten und TV-Kabelnetzen. Doch es ist nicht damit getan, Glasfasern in der Erde zu verbuddeln, anzuschließen und dann darauf zu hoffen, dass sie jahrelang störungsfrei ihren Dienst tun. Glasfasernetze müssen ebenso wie Kupferkabel- oder andere Netze ständig überwacht werden. Und wer weiß, wie man ein Glasfasernetz überwacht, der kann es notfalls auch ausspionieren, sei dies nun erlaubt oder nicht.

Private Internetnutzer können sich meist nur schwer vorstellen, welche Aufwand bei der Überwachung eines Glasfasernetzes notwendig ist und welche Gefahren den hauchdünnen Glassträngen mitunter drohen. Auf der Breko-Glasfasermesse hat Andreas Hornsteiner von der Firma Laser Components in Olching bei München interessante Einblicke in das Thema Glasfaserüberwachung gegeben. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung und den Vertrieb von Lasern und optoelektronischen Komponenten spezialisiert.

Das sind die Feinde eines Glasfasernetzes

Ein Glasfaser-VerteilerEin Glasfaser-Verteiler Zu Beginn seiner Präsentation ging Hornsteiner auf die Frage ein, warum man ein Glasfasernetz überhaupt überwachen müsse. In diesem Zusammenhang nannte er einige natürlichen Feinde von Glasfasernetzen, die den empfindlichen Fasern schnell gefährlich werden können. Dazu zählen Nagetiere, für die eine Glasfaser sicherlich kein kulinarischer Leckerbissen darstellt - trotzdem ist der Nagetierverbiss ein immer wieder auftretendes Phänomen, wenn der Glasfaserstrang nicht durch ein stabiles Rohr geschützt wird.

Ein weiterer rabiater Feind ist der Bagger. Normalerweise sollte der Verlauf von Versorgungssträngen in Städten und Gemeinden genauestens kartografiert sein. teltarif.de hört aber immer wieder von Netzbetreibern, dass selbst aus den 1990er- und 2000er-Jahren oft keine Aufzeichnungen darüber existieren, wo genau die Wasser-, Gas- oder Telefonleitung verläuft oder wo bei früheren Bauarbeiten schon Leerrohre für einen späteren Glasfaserausbau verlegt wurden. Die böse Überraschung kommt dann, wenn der Bagger einen Glasfaserstrang durchtrennt, der dann in mühevoller Kleinarbeit über Stunden wieder zusammengefügt werden muss.

Übergangsstellen gibt es in Glasfasernetzen natürlich in regelmäßigen Abständen, und laut Hornsteiner kann es vorkommen, dass diese Verbindungsstücke gar nicht auf einen Schlag kaputt gehen, sondern nach und nach. Dringt beispielsweise an einer Übergangsstelle Wasser ins Gehäuse oder ins Rohr, liegt die Verbindungsstelle manchmal wochen- oder monatelang im Wasser, ohne dass direkt etwas passiert. Erst bei einem Frost wird dann die Faser beschädigt.

Auch der Mensch darf als "Feind" nicht unerwähnt bleiben. Der unsachgemäße Umgang mit der Technik ist dabei nur ein Aspekt. Laut Hornsteiner verzeichnen so gut wie alle Netzbetreiber jährlich einen gewissen Prozentsatz an Vandalismus-Schäden. Darüber reden sie allerdings in der Öffentlichkeit nicht, um keine Nachahmungs-Täter zu provozieren. Außerdem gibt es mehr oder weniger intelligente Zeitgenossen, die manchmal Glasfaser-Leitungen stehlen in der Annahme, es handele sich um wiederverkäufliche Kupferkabel.

Staatliche Organe spionieren Glasfasernetze manchmal rücksichtslos aus. Welche Techniken sie dabei nutzen und wie ein Netzbetreiber das entdecken kann, verraten wir auf der folgenden Seite.

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