Jubiläum

Glückwunsch: Glasfaserverband BREKO feiert 20-Jähriges

1999 wurde der BREKO als Interessens­ver­tretung lokaler und regionaler Telkos ge­gründet, heute sieht man sich als führender Glas­faser­ver­band.
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Manche denken, die Libe­ra­li­sie­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­marktes sei doch „gerade eben erst“ gewesen, jüngere Markt­teil­nehmer kennen nur den Markt im Wett­be­werb.

Heute wird der BREKO, die Abkür­zung steht für „Bundes­ver­band Breit­band­kom­mu­ni­ka­tion“, 20 Jahre alt. Nicht ganz, denn er wurde zunächst unter dem Namen „Bundes­ver­band der regio­nalen und lokalen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaften“ im Jahre 1999 in Bonn gegründet. 20 Jahre nach seiner Grün­dung zählt der BREKO mehr als 320 Mitglieds­un­ter­nehmen.

Ziel: Fairer Wett­be­werb

Über 320 Mitgliedsunternehmen, darunter 160 Netzbetreiber, ziehen im BREKO an einem StrangÜber 320 Mitgliedsunternehmen, darunter 160 Netzbetreiber, ziehen im BREKO an einem Strang Die Grün­dungs­mit­glieder, regio­nale und lokale Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen, hatten sich seiner­zeit zum Ziel gesetzt, für faire Wett­be­werbs­be­din­gungen auf dem neu geschaf­fenen Markt zu werben. Heute sieht sich der BREKO als „führender Glas­fa­ser­ver­band“ und ist an drei Stand­orten in Bonn, Berlin und Brüssel zu finden.

„Die Libe­ra­li­sie­rung des Fest­netzes in Deutsch­land ist gerade aus Sicht der Bürge­rinnen und Bürger und Unter­nehmen eine Erfolgs­ge­schichte, die auch nach mehr als 20 Jahren noch lange nicht zu Ende erzählt ist“, betont BREKO-Präsi­dent Norbert Westfal. Durch den nunmehr einge­schla­genen Weg in die Gigabit-Gesell­schaft habe sich der Markt noch einmal tief­grei­fend verän­dert. „Wir müssen heute die digi­tale Infra­struktur für Morgen ausbauen. Das heißt konkret: zukunfts­si­chere Glas­fa­ser­an­schlüsse, die bis ins Gebäude oder bis direkt in die Wohnung reichen. Das gelingt keinem Unter­nehmen in Deutsch­land allein, das geht nur gemein­schaft­lich und mit einer Viel­zahl von ausbau­wil­ligen Unter­nehmen. Die BREKO-Unter­nehmen sind jeden­falls dazu bereit, ihren Beitrag zu leisten,“ unter­streicht Westfal. Die mitt­ler­weile knapp 190 im BREKO orga­ni­sierten Netz­be­treiber reali­sierten schon heute 60 Prozent des gesamten Glas­fa­ser­aus­baus in Deutsch­land.

Wechsel zur Glas­faser

„Der Netz­in­fra­struk­tur­wechsel hin zur Glas­faser ist die rich­tige Weichen­stel­lung und sowohl für den Fest­netz­ausbau als auch mit Blick auf den kommenden Mobil­funk­stan­dard 5G unver­zichtbar. Für diesen sind flächen­de­ckend verfüg­bare, hoch­leis­tungs­fä­hige Glas­fa­ser­netze eine Grund­vor­aus­set­zung“, so Westfal weiter.

Im Haupt­beruf ist Westfal Chef des Telekom-Mitbe­wer­bers EWE (vormals EWEtel), der speziell im Norden des Landes ein großes „eigenes“ Netz aufge­baut hat. Die Deut­sche Telekom und EWE haben ein gemein­sames Unter­nehmen gegründet, das nach Erhalt aller Geneh­mi­gungen den Glas­fa­ser­ausbau im Norden voran bringen soll. Die Inves­ti­tionen sind so umfang­reich, dass sie ein Unter­nehmen alleine gar nicht schaffen kann.

Auch nach 20 Jahren sieht BREKO-Geschäfts­führer Dr. Stephan Albers den Verband und seine Mitglieds­un­ter­nehmen gut für die Zukunft gerüstet: „Aus dem BREKO-Verband ist mitt­ler­weile der BREKO-Verbund geworden. Mit der BREKO-Einkaufs­ge­mein­schaft, die mit ihren Lösungen die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der BREKO-Netz­be­treiber weiter erhöht und der BREKO Service­ge­sell­schaft, die unter anderem mit den Fiber­days die größte Glas­fa­ser­fach­messe im deutsch­spra­chigen Raum veran­staltet, setzen wir nicht nur poli­tisch und regu­la­to­risch, sondern auch kommer­ziell Schwer­punkte für den gesamten Markt.“

2019 wird wegwei­send

Das Jahr 2019 ist nicht nur das Jubi­lä­ums­jahr des BREKO, sondern sei „wegwei­send“ für den Ausbau der digi­talen Infra­struktur in Deutsch­land. „2019 und die folgenden Jahre sind Glas­fa­ser­jahre. Die Politik hat das erkannt. Es müssen aber jetzt die rich­tigen Weichen gestellt werden, damit der Glas­fa­ser­ausbau bis in die Gebäude in Deutsch­land weiter an Fahrt aufnimmt. Dazu brau­chen wir ein klares Bekenntnis der Politik für den eigen­wirt­schaft­li­chen Ausbau,“ betont Albers.

Das bereits bestehende Problem der erheb­li­chen Kosten­stei­ge­rungen im Tief­bau­sektor, bei gleich­zei­tigem Fach­kräf­te­mangel im Bereich Tiefbau und Planung, würde durch eine Flutung des Marktes mit weiteren Förder­mit­teln deut­lich verschärft und die Geschwin­dig­keit und Dynamik im Glas­fa­ser­ausbau insge­samt deut­lich hemmen. „Wir brau­chen eine den eigen­wirt­schaft­li­chen Ausbau sinn­voll ergän­zende, aber nicht verdrän­gende Förder­po­litik. Auch Instru­mente zur Nach­fra­ge­sti­mu­lie­rung (in Form von „Glas­faser-Gutscheinen“) können dabei helfen,“ so Albers weiter. Zudem sollte die Politik die Ände­rung des "Digi­Netz-Gesetzes" im Sinne einer Beschleu­ni­gung des Glas­fa­ser­aus­baus in der Fläche schnellst­mög­lich umsetzen.

Besser vorhan­dene Netze mitnutzen, statt Überbau

Das Gesetz werde in seiner aktu­ellen Form viel­fach dazu miss­braucht, (zusätz­liche) Glas­fa­ser­lei­tungen kosten­günstig mitzu­ver­legen und damit Überbau/Doppel­ausbau zu erzeugen, wenn Gebiete erst­malig mit Glas­faser erschlossen (und aus diesem Grunde die Straße geöffnet wird) und hierfür öffent­liche Mittel genutzt werden. „Statt volks­wirt­schaft­lich unsin­nigem Überbau steht der BREKO für Koope­ra­tionen und leistet mit der BREKO-Handels­platt­form seinen Beitrag dazu“, stellt Albers klar.

Der BREKO plant, sein 20-jähriges Bestehen mit hoch­ran­gigen Vertre­tern aus Politik, Wirt­schaft und Wissen­schaft im Herbst in Berlin zu feiern.

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