Breitband

Breitbandausbau: NRW auf dem Weg zum Glasfaserland

NRW will bis 2025 für jeden Haus­halt einen Giga­bit­anschluss bauen. Bereits bis Ende 2022 soll jedes Gewer­bege­biet mit einer Glas­faser­infra­struktur ausge­stattet sein. Nord­rhein-West­falens Wirt­schafts­minister Andreas Pink­wart stellte heute auf dem Glas­faser­forum NRW den aktu­ellen Ausbau­stand vor.

Der Erfolg des Breit­band­aus­baus zwischen Rhein und Weser in den vergan­genen drei Jahren ist nicht wegzu­dis­kutieren: Verfügten 2018 nur neun Prozent der Haus­halte in NRW über einen giga­bit­fähigen Anschluss, sind es im vergan­genen Jahr schon 66 Prozent gewesen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Landes­regie­rung in Düssel­dorf 2018 dazu entschloss, die eigene Förde­rung auf die Glas­faser zu fokus­sieren.

Bei reinen Glas­faser­anschlüssen sieht es hingegen nicht ganz so gut aus. Mit 16 Prozent der Haus­halte, die einen FTTB/H-Anschluss besitzen, liegt NRW aber immerhin über den Bundes­durch­schnitt von 13,9 Prozent (Stand Mitte 2020). Auf dem Sieger­trepp­chen stehen aller­dings Schleswig-Holstein (30,8 Prozent), Bayern (17,1 Prozent) und Sachsen (16,4 Prozent) – Hamburg als Stadt­staat mit über 80 Prozent FTTB/H-Versor­gung einmal ausge­nommen.

Digi­tale Geneh­migungs­ver­fahren sind „Meilen­stein“

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (M.) wird vom BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers (l.) und BREKO-Landessprecher Stephan Zimmermann als Digitalpolitiker ausgezeichnet NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (M.) wird vom BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers (l.) und BREKO-Landessprecher Stephan Zimmermann als Digitalpolitiker ausgezeichnet
Bild: MH Media
Bis Ende des Jahres will NRW-Wirt­schafts­minister Andreas Pink­wart den Anteil der FTTB/H-Haus­halte aber auf 40 Prozent erhöhen. Sein beson­deres Augen­merk liegt dabei auf den Schulen, die alle­samt bis Ende 2022 einen giga­bit­fähigen Anschluss bekommen sollen. Derzeit liegt die Quote bei 42 Prozent. „Ein Groß­teil der Schulen befindet sich in der Planung“, sagte Pink­wart auf dem Glas­faser­forum.

Um diese Ziele zu errei­chen, unter­strich der Minister, wie wichtig eine enge Koope­ration zwischen Netz­betrei­bern und Kommunen ist. „Behörden beklagen oft unvoll­stän­dige Anträge“, sagte Pink­wart. Als Meilen­stein für die Beschleu­nigung des Ausbaus bezeich­nete der FPD-Poli­tiker die Digi­tali­sie­rung der Geneh­migungs­ver­fahren.

Darüber hinaus nahm er auch die Wirt­schaft ins Gebet. „Insbe­son­dere der Mittel­stand muss das Poten­zial der Glas­faser erkennen“, erklärte der Wirt­schafts­minister auf dem Online-Forum.

Inves­tition von ein bis zwei Milli­arden Euro ange­kün­digt

Was in Sachen Glasfaserausbau in ländlichen Regionen erreicht wurde, muss nach Ansicht von BREKO-Landessprecher Stephan Zimmermann nun in den NRW-Städten fortgeführt werden Was in Sachen Glasfaserausbau in ländlichen Regionen erreicht wurde, muss nach Ansicht von BREKO-Landessprecher Stephan Zimmermann nun in den NRW-Städten fortgeführt werden
Bild: Deutsche Glasfaser/Senden
Der Erfolg des Glas­faser­aus­baus in Nord­rhein-West­falen hängt auch mit den 40 Netz­betrei­bern zusammen, die größ­ten­teils im Bundes­ver­band Breit­band­kom­muni­kation (BREKO) orga­nisiert sind. Nach Angaben des BREKO-Landes­spre­chers NRW Stephan Zimmer­mann haben die Verbands­mit­glieder in der Vergan­gen­heit eine Milli­arde Euro in die Netze zwischen Rhein und Weser inves­tiert. „In den nächsten Jahren werden es noch einmal ein bis zwei Milli­arden Euro sein“, kündigte Zimmer­mann auf dem Glas­faser­forum an.

BREKO-Geschäfts­führer Stephan Albers nutzte die Gele­gen­heit auf dem Forum, um Andreas Pink­wart für sein Enga­gement in Sachen Glas­faser­ausbau als Digi­tal­poli­tiker auszu­zeichnen. Albers würdigte die Initia­tiven des Wirt­schafts­minis­teriums.

So wurden 2018 rund 50 Breit­band­koor­dina­toren einge­führt. Auch der Gigabit-Gipfel NRW geht auf Pink­warts Betreiben zurück. „Er kümmert sich mit seinem Team vor allem um die sozio-ökono­mischen Treiber des Glas­faser­aus­baus und wirbt für alter­native Verle­geme­thoden“, ergänzte Albers.

Ko-Finan­zie­rung zur Graue-Flecken-Förde­rung

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart beim Spleißen einer Glasfaser in einer Schule. Bis Ende 2022 sollen alle Schulen in NRW einen Gigabitanschluss erhalten NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart beim Spleißen einer Glasfaser in einer Schule. Bis Ende 2022 sollen alle Schulen in NRW einen Gigabitanschluss erhalten
Bid: MWIDE NRW/E. Lichtenscheidt
Pink­wart ist der erste Poli­tiker, der diese Auszeich­nung des BREKO erhält. Natür­lich verbindet der Verband damit ganz unver­blümt, dass die Bemü­hungen weiter fort­geführt werden. Immerhin konnte der Wirt­schafts­minister bereits zusagen, dass es auch zur Graue-Flecken-Förde­rung des Bundes eine Ko-Finan­zie­rung des Landes NRW geben wird. Eine entspre­chende Richt­linie ist derzeit in Planung.

„Was wir im länd­lichen Raum erreicht haben, müssen wir in den Städten fort­führen“, forderte Landes­spre­cher Zimmer­mann zusätz­lich. „Das wird sicher­lich nicht einfach werden.“ Auch deshalb geht das Wirt­schafts­minis­terium auf die Tief­bau­ämter der Städte in NRW zu, um den Weg für den weiteren Glas­faser­ausbau in Nord­rhein-West­falen zu ebnen.

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