Breitbandausbau

Breitbandausbau: Wohin die Förder-Milliarden fließen

Die Bundes­regie­rung will bis 2025 eine flächen­deckende Gigabit-Versor­gung errei­chen. Dort, wo sich für Netz­betreiber der Ausbau nicht lohnt, unter­stützen Bund und Länder mit einer milli­arden­schweren Förde­rung. So sollen auch kleinste Gemeinden Anschluss ans schnelle Internet erhalten.

Nach Angaben der Deut­schen Telekom leben 15 Prozent der Bevöl­kerung in Dörfern mit weniger als 5000 Einwoh­nern. Es gibt 2100 Gemeinden mit weniger als 500 Bewoh­nern. Hier werden die Wege für die Glas­faser­ver­legung lang und teuer – wie zum Beispiel im Land­kreis Vorpom­mern-Rügen.

In Deutsch­lands größtem geför­derten Ausbau­pro­jekt verlegt die Telekom 6900 Kilo­meter Glas­faser. Das Projekt steht vor dem Abschluss, denn der Telekom fehlen nur noch 300 Kilo­meter. Von den insge­samt 37.000 Adressen steht bei 17.800 der Glas­faser­anschluss schon zur Verfü­gung. Das entspricht rund 24.000 Haus­halten.

Telekom baut von Nord bis Süd

Wie hier in Malente informiert die TNG nun in Antrifttal über den Glasfaserausbau und wirbt für ihre Anschlüsse Wie hier in Malente informiert die TNG nun in Antrifttal über den Glasfaserausbau und wirbt für ihre Anschlüsse
Bild: TNG Stadtnetz GmbH
Der Bund und das Land Meck­len­burg-Vorpom­mern fördern den Ausbau im Land­kreis Vorpom­mern-Rügen mit insge­samt 110 Millionen Euro. „Inzwi­schen reali­siert die Telekom mehr als drei Millionen Haus­halte im geför­derten Ausbau mit Breit­band­anschlüssen“, ergänzt Andrea zur Nieden, Leiterin Stra­tegie Breit­band­för­derung bei der Deut­schen Telekom. Für die kommenden Jahre rechnet sie mit ähnli­chen Zahlen.

Auch im Land­kreis Eichs­feld nimmt die Telekom die Breit­band­för­derung in Anspruch. Für die Gemeinden Heili­gen­stadt, Lente­rode, Lutter und Uder sind die Planungen abge­schlossen. Jetzt wird das Glas­faser­netz für 540 Haus­halte und zehn Schulen gebaut. Bis zum Ende des ersten Quar­tals 2022 soll es fertig sein.

Auch in Tauf­kir­chen lässt die Telekom die Bagger anrollen. Rund 7000 Haus­halte erhalten hier einen Glas­faser­anschluss. Natür­lich inves­tieren die Bonner auch selbst, wie zum Beispiel in München. Hier wollen sie für den Glas­faser- und 5G-Ausbau eine halbe Milli­arde Euro bis 2030 inves­tieren. Außerdem will die Telekom das Glas­faser­netz der Münchener Stadt­wer­ketochter M-net mitnutzen.

Deut­sche Glas­faser, Voda­fone und Glas­faser Nord­west bauen aus

Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung ist die Deutsche GigaNetz nun Partner für den Glasfaserausbau in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung ist die Deutsche GigaNetz nun Partner für den Glasfaserausbau in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken
Bild: WHF GmbH
Dem Land Sachsen-Anhalt stehen seit 2015 bis Ende 2022 Förder­gelder in Höhe von 400 Millionen Euro zur Verfü­gung. Einen Teil davon erhält die Deut­sche Glas­faser. Sie will bis 2025 in Sachsen-Anhalt 300.000 Glas­faser­anschlüsse schaffen. Derzeit baut das Unter­nehmen bereits für 22.000 Haus­halte FTTH-Anschlüsse, weitere 140.000 befinden sich in der Vorbe­rei­tung.

Darüber hinaus konnte Deut­sche Glas­faser die Vorver­mark­tungen in Soden, Taucha und in der Samt­gemeinde Bolde­cker Land erfolg­reich abschließen. In den Orten wird demnächst ein FTTH-Netz entstehen. Etwas weiter ist Deut­sche Glas­faser in Usingen, wo Anfang Juni 2021 zwei Haupt­ver­teiler für das zukünf­tige Glas­faser­netz aufge­stellt wurden.

Ohne Förder­gelder baut Voda­fone in Georgs­mari­enhütte seine Infra­struktur aus. Dafür inves­tieren die Düssel­dorfer 700.000 Euro, um bis Ende August in diesem Jahr 8500 Haus­halte mit Glas­faser zu versorgen. Weiter nörd­lich von Georgs­mari­enhütte ist die Glas­faser Nord­west aktiv. Sie baut in Zetel, ein Stadt­teil Vechtas, 1100 Glas­faser­anschlüsse, in Verden 1900 und in Löningen 2200 FTTH-Anschlüsse.

Und in Norden entstehen 7100 Anschlüsse. Hier kann Glas­faser Nord­west die von den Nordener Stadt­werken bereits verlegten Leer­rohre nutzen. In Norden sollen die Bauar­beiten bis Mitte 2022 abge­schlossen sein.

Auch die Deut­sche GigaNetz setzt in ihrer Part­ner­schaft mit der Wirt­schafts­region Heil­bronn-Franken auf den eigen­wirt­schaft­lichen Ausbau. Das Unter­nehmen will für die Kommunen in der Region ein FTTH-Netz errichten. Das gleiche Ansinnen verfolgt Stie­geler in Laufen­burg. Hier sind seid Anfang Juni 2021 die Bagger am Werk, wohin­gegen das Glas­faser­netz in Schön­wald bereits in Betrieb genommen wurde.

Und in Antrifttal wirbt Netz­betreiber TNG für seine Ausbau­pläne: Wenn sich 40 Prozent der Haus­halte in der hessi­schen 2000-Einwohner-Gemeinde für einen Glas­faser­anschluss entscheiden, wird das Netz gebaut.

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