Vorvermarktung

Schnelles Internet: 40-Prozent-Hürde für den Ausbau

Die Bagger rollen in vielen Ausbau­pro­jekten erst an, wenn sich eine bestimmte Anzahl an Haus­halten für einen neuen Inter­net­anschluss entschieden hat. Mit dieser Vorver­mark­tung haben die Netz­betreiber die Sicher­heit, die hohen Kosten für den Ausbau auch refi­nan­zieren zu können.

Deut­sche Glas­faser schließt die Gewer­bege­biete in Schwelm mit Glas­faser an. Rund 15 Unter­nehmen haben dafür bereits einen Vorver­trag unter­schrieben. Die angebo­tenen Band­breiten reichen von 300 MBit/s bis 10 GBit/s. Hier läuft ebenso die Vorver­mark­tung wie in Loxstedt. 40 Prozent der Bürger müssen sich hier für einen Vertrag mit der Deut­schen Glas­faser entscheiden, dann baut das Unter­nehmen auch in der südlich von Bremer­haven gele­genen Stadt ein Glas­faser­netz auf.

Bürger­meister Detlef Well­brock hat seine Unter­schrift bereits geleistet. Dadurch sollen 26 gemein­deei­genen Liegen­schaften einen entspre­chenden Anschluss erhalten. Dazu gehören ne­ben dem Rathaus ein Jugend­zen­trum, der Bauhof sowie die Feuer­wehr­häuser, die Grund­schulen und die Kinder­tages­stätten in den genannten Ortschaften.

Koope­ration von Deut­sche Glas­faser und Voda­fone

Die Deutsche Glasfaser ermöglicht in den Gewerbegebieten in Schwelm Bandbreiten von 300 MBit/s bis 10 GBit/s - wenn genügend Unternehmen einen Vorvertrag abschließen Die Deutsche Glasfaser ermöglicht in den Gewerbegebieten in Schwelm Bandbreiten von 300 MBit/s bis 10 GBit/s - wenn genügend Unternehmen einen Vorvertrag abschließen
Bild: Deutsche Glasfaser/Marie Monecke
In Eching und Neufahrn, die Orte liegen nörd­lich von München, koope­riert die Deut­sche Glas­faser mit Voda­fone. Bis Ende des Jahres sollen die Bauar­beiten in den Gewer­bege­bieten Neufahrn West und Eching Ost abge­schlossen werden. Rund 160 Unter­nehmen können dann mit bis zu 1 GBit/s im Internet surfen. Insge­samt konnte der Düssel­dorfer Tele­kom­muni­kati­ons­kon­zern in den vergan­genen Wochen etliche Verträge für die Erschlie­ßung von Gewer­bege­bieten unter­zeichnen, wie etwa in Stein­hagen, Heppen­heim, Lindau am Bodensee oder im west­fäli­schen Beckum, sodass knapp 1500 Unter­nehmen mit Glas­faser bis ans Gebäude (FTTB) versorgt werden können – inso­fern genü­gend Unter­nehmen einen Vorver­trag unter­schreiben.

Etwas unge­wöhn­lich ist dagegen das Vorgehen der Voda­fone in Klipp­hausen bei Dresden. Hier starten Vorver­mark­tung und Tief­bau­arbeiten gleich­zeitig, sodass erste Haus­halte an das von der Gemeinde errich­tete Glas­faser­netz im zweiten Quartal 2021 ange­schlossen werden könnten. Voda­fone mietet das Netz und vermarktet hier­über Inter­net­zugänge. Bis Mitte 2022 soll das gesamte Bauvor­haben beendet sein. „Dank der guten Zu­sammenarbeit aller Projekt-Partner sind wir in Klipp­hausen schnell unter­wegs und bringen schon in einigen Monaten erste Anwohner mit Licht­geschwin­dig­keit ins Netz“, sagt Stefan Andrien, Head of Fiber Sales & Marke­ting Consumer, bei Voda­fone Deutsch­land.

Telekom verlegt Glas­faser in Hamburg

Auch die Deut­sche Telekom rollt ihre Glas­faser in vielen Gewer­bege­bieten aus, da­runter Gebiete in Kassel, Hannover, Frei­burg oder Wies­baden. Insge­samt erhalten über 4000 Unter­nehmen einen Glas­faser­anschluss von der Telekom. Darüber hinaus sind die Bonner auch in Neubau­gebieten unter­wegs. Knapp 29000 Privat­haus­halte profi­tieren von den Ausbau­bestre­bungen der Telekom, davon allein 25000 in den Hamburger Stadt­teilen Eppen­dorf und Winter­hude sowie 3800 in der Fuhr­mann­stadt Mengen. In Echingen und Neufahrn kooperieren Vodafone und Deutsche Glasfaser, um für 160 Unternehmen Glasfaseranschlüsse zu bauen In Echingen und Neufahrn kooperieren Vodafone und Deutsche Glasfaser, um für 160 Unternehmen Glasfaseranschlüsse zu bauen
Bild: Vodafone
Insge­samt erhöhte sich die Zahl der Telekom-Glas­faser­anschlüsse im August 2020 um 33000. Die ganz großen Zahlen erreicht der Bonner TK-Konzern aber im­mer noch durch seinen Vecto­ring-Ausbau. Im August wurde für 266.000 Haus­halte die Surf-Geschwin­dig­keit erhöht. Wie viele davon mittels Super-Vecto­ring bis zu 250 MBit/s erhalten, teilte die Telekom indes nicht mit.

Tele Columbus in Schwerin aktiv

Natür­lich sind auch die vermeint­lich Kleinen unter den Netz­betrei­bern nicht untätig. Tele Columbus schloss kürz­lich einen Vertrag mit der Schwe­riner Wohnungsbauge­nossenschaft für die Versor­gung von 8900 Wohn­ein­heiten. Das Bestands­netz wird auf FTTB aufge­rüstet und für 1500 Wohnungen sowie alle Neubau­vor­haben ist ein FTTH-Anschluss vorge­sehen. In Reich­ling erwei­tert die LEW TelNet das bestehende Glas­faser­netz auf Anwesen, die außer­halb des Kern­orts liegen. Koope­rati­ons­partner ist M-net. Das Land Bayern unter­stützt das Projekt. „Dank dem Höfe­bonus und dem Enga­gement von LEW TelNet und M-net können wir den Breit­band­ausbau in unserer Gemeinde voran­treiben und bestehende Lücken schließen“, freut sich Bürger­meister Johannes Leis.

Auf eigenes finan­zielles Risiko will der Netz­betreiber htp in der Samt­gemeinde Ahlden ein Glas­faser­netz aufbauen. In der Gemeinde Nord­stemmen koope­riert das Unter­nehmen mit der Deut­schen Glas­faser, die das Netz bauen wird, während htp die Vermark­tung über­nimmt und das Netz mieten und betreiben wird. In beiden Fällen werden 40 Prozent der Haus­halte benö­tigt, die sich für einen Anschluss der htp ent­scheiden, damit die Unter­nehmen tätig werden. Vieles steht und fällt mit der Vorver­mark­tung.

Die Deut­sche Telekom baut die Breit­band­ver­sor­gung im Fest­netz weiter aus. Jetzt hat der Konzern die Zahlen für August veröf­fent­licht. Mehr zu dem Thema lesen Sie in einer weiteren News.

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