Netzausbau

Glasfaserring für Highspeed in Brandenburg

Die Tele Columbus AG hat Ende Juli 2020 einen Glas­fa­ser­ring in Betrieb genommen, der wich­tige Netz­stand­orte in Bran­den­burg abdeckt und die Netz­ka­pa­zi­täten erhöht. Auch andere Unter­nehmen bauen ihre Infra­struk­turen mit Glas­faser aus. Begeben wir uns auf eine Rund­reise.

1&1 Versatel, Glasfaserausbau in Kassel Nach Essen baut 1&1 Versatel auch in Kassel das Glasfaserangebot für Unternehmen aus
Bild: 1&1 Versatel
In den vergan­genen Wochen hat insbe­son­dere Voda­fone mit dem Über­tra­gungs­stan­dard DOCSIS 3.1 für Gigabit-Speed in vielen Kabel­haus­halten gesorgt. Tele Colum­bus will dem in nichts nach­stehen.

In Bran­den­burg betreibt die Unter­neh­mens­gruppe Kabel­netze, in denen die Glas­faser bis ans Gebäude reicht (FTTB). Damit könnten die Netze zwar Gigabit-Geschwin­dig­keiten liefern, ange­boten werden meis­tens aber „nur“ Band­breiten bis 400 MBit/s. Das soll sich mit dem neuen Glas­fa­ser­ring verbes­sern.

Der 700 Kilo­meter lange Bran­den­burg-Ring versorgt die Netz­stand­orte in Bernau, Ebers­walde, Bad Frei­en­walde, Frank­furt/Oder, Eisen­hüt­ten­stadt, Jüterbog, Lucken­walde und Ludwigs­felde. Gestie­gene Band­brei­ten­nach­fragen können bei Bedarf zeitnah durch die Aufschal­tung weiterer Wellen­längen beant­wortet werden.

Die Signale des Glas­fa­ser­rings sind dabei doppelt – also redun­dant ausge­führt, um jeder­zeit eine Signal­ver­füg­bar­keit auf höchstem Niveau zu gewähr­leisten. „Dank der zentralen Anbin­dung können wir nun deut­lich schneller auf die Nach­frage nach höheren Band­breiten oder einer stei­genden Netz­aus­las­tung reagieren“, erklärt Dietmar Pöltl, Chief Tech­no­logy Officer von Tele Columbus.

htp verlän­gert Vorver­mark­tung

1&1 Versatel, Glasfaserausbau in Kassel Nach Essen baut 1&1 Versatel auch in Kassel das Glasfaserangebot für Unternehmen aus
Bild: 1&1 Versatel
Etwas weiter im Westen, genauer gesagt im Groß­raum Hannover ist htp aktiv. Nach erfolg­rei­cher Vorver­mark­tung wird der Netz­be­treiber die Orte Brelingen, Bäntorf und Brün­nig­hausen mit Glas­faser ausbauen. In Brelingen sollen die ersten Anschlüsse bereits Ende August 2020 akti­viert werden. In Bäntorf und Brün­nig­hausen beginnt htp mit der Fein­pla­nung. Im 1. Quartal 2021 sollen die Haus­halte dann an das neue Glas­fa­ser­netz ange­schlossen werden.

Darüber hinaus hat htp die Vorver­mark­tung in den Orten Gailhof, Meitze, Hemmen­dorf und Olden­dorf verlän­gert. Auch in Dehmke und Reher läuft derzeit die Vermark­tungs­phase. „Wir wollen allen die Chance auf stabiles und hoch­leis­tungs­fä­higes Internet bieten“, sagt htp-Geschäfts­führer Thomas Heit­mann. „Denn nach Ablauf der neuen Frist können wir für lange Zeit keine Glas­faser-Aufträge mehr entge­gen­nehmen.“ Breitbandausbau Bremen-Schwachhausen Spatenstich Tatkräftig beim symbolischen ersten Spatenstich: Schwachhausens Bürgermeister Bovenschulte und Bremens Wirtschaftssenatorin Vogt zusammen mit Torsten Köhne (swb; 2.v.r.), Christoph Meurer (l.) und Oliver Prostak (r.; beide von Glasfaser Nordwest)
Senatspressestelle

Clop­pen­burg und Bremen erhalten Glas­faser

Nicht weit von Hannover entfernt liegt die Region, in der die Glas­faser Nord­west ausbaut. So erhalten 5000 Haus­halte in Clop­pen­burg bis 2021 Glas­fa­ser­an­schlüsse. Das Joint Venture aus Deut­sche Telekom und dem Energie- und TK-Versorger EWE will die Auswir­kungen der Ausbau­ar­beiten so gering wie möglich halten. „Für die Erschlie­ßung der Haus­an­schlüsse kommen moderne Verle­ge­tech­niken zum Einsatz“, erklärt EWE-Kommu­nal­be­treuer Gerd Niemann.

„Dadurch sind keine großen Bau­maßnahmen im Vorgarten notwendig. Es müssen nur zwei kleine Löcher gebud­delt werden, mehr nicht.“ Ein geringer Aufwand für einen zukunfts­si­cheren Inter­net­an­schluss, wie Niemann findet. Darüber hinaus will Glas­faser Nord­west 5300 Haus­halte in Bremen-Schwach­hausen mit Gigabit-Anschlüssen versorgen. Als Ausbau­partner führt das swb-Toch­ter­un­ter­nehmen weser­netz die Bauar­beiten für das neue Glas­fa­ser­netz im Auftrag von Glas­faser Nord­west durch.

Telekom in Münster, envia TEL in Cottbus

Von Bremen aus geht die Auto­bahn A1 in südliche Rich­tung bis Münster. Auch hier sind die Stadt­werke dabei, die Müns­te­raner mit Glas­fa­ser­an­schlüssen zu versorgen. Dafür koope­rieren sie mit der Telekom. Bis 2030 sollen 16 000 Haus­halte einen FTTH-Anschluss bekommen. Dafür müssen 40 000 Gebäude an ein neues Glas­fa­ser­netz ange­schlossen werden. Die Stadt­werke Münster werden die passive Technik bauen. Für den Betrieb der aktiven Netz­werk­kom­po­nenten ist die Telekom verant­wort­lich.

Glasfaserausbau Cottbus durch envia TEL für Unternehmen Freuen sich über schnelles Internet für Unternehmen in Cottbus: Cottbus' Oberbürgermeister Holger Kelch (l.) und envia-TEL-Geschäftsführer Stephan Drescher
Romy Naumann-Kluge, envia TEL GmbH
Über­quert man von Münster aus das Sauer­land, kommt man nach Kassel und zu 1&1 Versatel. Der Netz­be­treiber erwei­tert zusammen mit der Städ­ti­sche Werke Netz + Service GmbH das Glas­fa­ser­an­gebot für Unter­nehmen in der docu­menta-Stadt. Auch an der Endsta­tion der Rund­reise, in Cottbus, erhalten die Unter­nehmen Gigabit-Anschlüsse. Ab Ende September 2020 verlegt die envia TEL in den Gewer­be­ge­bieten Gallin­chener Haupt­straße, GE 2 Lange Straße, GE 5 Lange Straße, Am Schor­buser Weg sowie Am Tele­ring Glas­fa­ser­lei­tungen.

Darüber hinaus verdichtet das Unter­nehmen sein Breit­band­netz in den Gewer­be­stand­orten Sied­lung Nord I bis III sowie in zahl­rei­chen Stand­orten im Cott­buser Osten. Insge­samt profi­tieren davon 450 Unter­nehmen, die in Zukunft mit bis zu 10 GBit/s im Internet surfen können. „Für die verblei­benden Gewer­be­ge­biete werden wir noch in diesem Jahr das Verga­be­ver­fahren starten“, macht Ober­bür­ger­meister Holger Kelch auch den Unter­nehmen Hoff­nung, die bislang kein Gigabit-Speed haben.

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