Ausbau

Glasfaser kommt – wenn die Abschlussquote stimmt

Die Tempe­ra­turen steigen und auch die Zahl derer, die sich in Vorvermarktungspha­sen für einen Glas­fa­ser­an­schluss entscheiden. Die Grenze liegt meist bei 30 oder 40 Prozent. Für ihr neuestes Projekt verzichtet die Deut­sche Glas­faser auf eine Abschluss­quote.

Sie werben für den Glasfaserausbau in Pulheim, damit die fehlenden fünf Prozentpunkte noch geholt werden: Ulf Mennsen, Leiter Privatkunden bei NetCologne, Romina Plonsker, Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Thomas Wolters, NetCologne-Bereichsleiter Betrieb (v. l. n. r.) Sie werben für den Glasfaserausbau in Pulheim, damit die fehlenden fünf Prozentpunkte noch geholt werden: Ulf Mennsen, Leiter Privatkunden bei NetCologne, Romina Plonsker, Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Thomas Wolters, NetCologne-Bereichsleiter Betrieb (v. l. n. r.)
Bild: NetCologne
Seit gut einem Monat machen die Deut­sche Glas­faser und inexio gemein­same Sache. Im Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Stein­heim, genauer gesagt in den Ortschaften Höpfig­heim und Klein­bot­twar, will die Deut­sche Glas­faser nun ein FTTH-Netz bauen.

In den nächsten Wochen werde das Unter­nehmen mit den Ausbau­ar­beiten beginnen, kündigt Uwe Nickl an, CEO von Deut­sche Glas­faser. „Damit setzen wir den Start­punkt unseres Enga­ge­ments in Baden-Würt­tem­berg.“ Bereits vor fünf Jahren hat inexio in den Ortschaften das Breit­band­netz ausge­baut, aller­dings nur mit maximal 100 MBit/s. Mit der Deut­schen Glas­faser kommt jetzt Gigabit-Speed nach Höpfig­heim und Klein­bot­twar.

In Hessen koope­riert die Deut­sche Glas­faser mit dem Energie- und Infra­struk­tur­dienst­leister ENTEGA. Nach Epperts­hausen ist nun im Land­kreises Darm­stadt-Dieburg Schaaf­heim an der Reihe. ENTEGA und Deut­sche Glas­faser errichten hier für 4100 Haus­halte ein FTTH-Netz.

Mit dem Spaten­stich am 10. Juni 2020 legten die ersten Bauma­schinen des beauf­tragten Gene­ral­un­ter­neh­mens Artemis ITS los. Und es geht weiter: „Ende Juni startet die nächste Nach­fra­ge­bün­de­lung in Groß-Umstadt und voraus­sicht­lich im Spät­sommer beginnt bereits der Netz­ausbau in Modautal“, er­klärt ENTEGA-Geschäfts­führer Frank Gey.

Ausbau in Neuen­kir­chen und Pulheim

Sie werben für den Glasfaserausbau in Pulheim, damit die fehlenden fünf Prozentpunkte noch geholt werden: Ulf Mennsen, Leiter Privatkunden bei NetCologne, Romina Plonsker, Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Thomas Wolters, NetCologne-Bereichsleiter Betrieb (v. l. n. r.) Sie werben für den Glasfaserausbau in Pulheim, damit die fehlenden fünf Prozentpunkte noch geholt werden: Ulf Mennsen, Leiter Privatkunden bei NetCologne, Romina Plonsker, Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Thomas Wolters, NetCologne-Bereichsleiter Betrieb (v. l. n. r.)
Bild: NetCologne
Etwas weiter ist die Deut­sche Glas­faser im west­fä­li­schen Neuen­kir­chen. Mitte Juni 2020 wurde das erste Haus an das neue FTTH-Netz ange­schlossen. Im nächsten Schritt werden Straße für Straße weitere Leitungen und Anschlüsse im Ausbau­ge­biet verbaut. Darauf freuen sich bereits dieje­nigen in Salz­gitter, die in der Vorver­mark­tung einen Vertrag mit der Deut­schen Glas­faser abge­schlossen haben.

Die 40-Prozent-Marke wurde erreicht, sodass nun die Planungs­phase für die Tief­bau­ar­beiten in den Orts­teilen Blecken­stedt, Engeln­stedt, Salder, Sauingen und Üfingen beginnen kann. Lich­ten­berg hingegen steht auf der Kippe. Dort werden noch ein paar Verträge benö­tigt, um die Mindest­zahl zu errei­chen, die die Deut­sche Glas­faser für einen wirt­schaft­lich trag­fä­higen Ausbau benö­tigt.

Das gilt auch für NetCologne. Der Kölner Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leister benö­tigt 40 Prozent der Haus­halte in Pulheim, um 5700 Haus­halte in den Orts­teilen Sin­nersdorf, Sinthern und Geyen mit High­speed Internet versorgen. Bis Mitte Juni 2020 hatten sich bereits 35 Prozent für einen Glas­fa­ser­an­schluss von NetCologne ent­schieden.

Im nieder­säch­si­schen Alvesen ist die Zustim­mungs­quote bereits erreicht. Noch in diesem Jahr beginnt das schwe­di­sche Unter­nehmen Open­infra unter der Marke PREMIUM-NETZ mit dem Bau des Glas­fa­ser­netzes. Vermarktet wird es von Filiago.

Abschluss­quoten über 50 Prozent

Vom Norden Nieder­sach­sens in die Mitte des Landes, genauer gesagt nach Sehnde und Essel. In den Sehnder Orts­teilen Bolzum und Wehmingen haben 50 bzw. 49 Prozent der Haus­halte einen Glas­fa­ser­an­schluss von htp beauf­tragt. Hier beginnt in den nächsten Monaten der Ausbau. Der läuft bereits in Essel und Esseler Wald.

Fast zwei Drittel der Bewohner haben sich für einen htp-Anschluss entschieden. Um 250 Adressen anzu­schließen, wird htp etwa sechs Kilo­meter Glas­fa­ser­kabel für die Tief­bau- und weitere fünf Kilo­meter für die Haus­an­schlus­s­trasse verlegen.

So wie hier sollen auch demnächst in Alvesen Gräben für die zu verlegende Glasfaser geschaffen werden So wie hier sollen auch demnächst in Alvesen Gräben für die zu verlegende Glasfaser geschaffen werden
Bild: PREMIUM-NETZ Filiago GmbH und Co. KG
Dagegen kümmert sich das Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen envia TEL haupt­säch­lich um Gewer­be­trei­bende. Seit Anfang Juni verlegt envia TEL in Bad Lauch­städt Glas­faser. Voraus­sicht­lich im August wird die Baumaß­nahme fertig­ge­stellt sein. Einen Monat später will das TK-Unter­nehmen auch in Vetschau/Spree­wald fertig sein. Dann verfügen die Gewer­be­trei­benden entlang des Arden­ne­rings, der Kraft­werk­straße, des Borsig­rings sowie der Iris­straße über einen Glas­fa­ser­an­schluss, der bis zu 10 GBit/s leisten kann.

Was machen die Bran­chen­riesen?

Auch Voda­fone bringt Glas­faser in Gewer­be­ge­biete. In den vergan­genen Wochen kündigten die Düssel­dorfer Ausbau­pläne für Bad Honnef, Kirch­lengen, Mönchen­glad­bach, Filder­stadt und Rhein­stetten sowie für Gilching und Weßling an. Über 460 Un­ternehmen sollen dadurch einen FTTB-Anschluss erhalten.

Die Konkur­renz aus Bonn ist eben­falls nicht untätig. Die Deut­sche Telekom schließt 200 Unter­nehmen im Gewer­be­ge­biet Heid­land in Gifhorn an. Detail­pla­nungen laufen bereits, der Start des Ausbaus ist für das 3. Quartal 2020 geplant.

Außerdem baut der Magenta-Konzern ein FTTH-Netz für 500 Haus­halte in Burscheid. Hier soll ab Februar 2021 High­speed Internet zur Verfü­gung stehen. Auch in einigen Neubau­ge­bieten wie in Goslar oder Tutzing verlegt die Telekom Glas­faser bis ins Haus. Das Gros der Haus­halte schließen die Bonner aber immer noch über Super-Vecto­ring mit maximal 250 MBit/s an. In den vergan­genen Wochen waren es rund 5700 Haus­halte.

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