Festnetz-Smartphone

DECT-Telefon mit Smartphone-Bedienung: Gigaset SL930A mit Android im Test

Das Gigaset SL930A ist ein DECT-Festnetztelefon mit Android und Smartphone-Funktionen, das sich als Festnetz-Referenz präsentieren möchte. Wir nehmen das 165-Euro-Telefon unter die Lupe - mit Überraschungen.
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Das Gigaset SL930A ist nun seit einigen Wochen in größerer Stückzahl im Online-Handel verfügbar - und trotzdem stellen sich viele Interessenten die Frage: Wer braucht ein Smartphone-ähnliches Festnetztelefon mit Android, Appstore und allen Schikanen, das über 150 Euro kostet? Und das obwohl viele Verbraucher gerade einmal 30 bis 40 Euro für ein einfaches Festnetztelefon ausgeben? Gigase SL930A mit Android im TestDECT-Telefon mit Smartphone-Bedienung: Gigaset SL930A mit Android im Test.
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Neu ist das Konzept freilich nicht: Das von uns getestete Gigaset SL910 war bereits ein stylishes DECT-Telefon mit Touchscreen und einer eigenen Betriebssystem-Oberfläche. Der härteste Konkurrent dürfte momentan das ebenfalls von uns getestete Panasonic KX-PRX150 sein, das sogar über einen SIM-Kartenslot verfügt und damit als Handy nutzbar ist. Als ein eher schwächerer Konkurrent hat sich in unserem Test das Android-Telefon AEG Voxtel Smart 3 erwiesen. Erste technische Daten zum Gigaset SL930A haben wir in dieser Meldung zusammengefasst. Gigaset verkauft das Telefon für 200 Euro, im Handel ist es bereits ab 165 Euro zu bekommen.

Lieferumfang, Design und spiegelndes Gehäuse

Sinnvolle Idee: DECT-Basis und Ladeschale sind getrenntSinnvolle Idee: DECT-Basis und Ladeschale sind getrennt Wie beim kürzlich getesteten Outdoor-DECT Gigaset E630A praktiziert auch das SL930A die Trennung von DECT-Basis und Ladestation. In vielen Wohnungen befindet sich der Telefonanschluss im Flur, und so kann der Anwender die DECT-Basis im Flur belassen und das Mobilteil an jeder beliebigen Basisstation aufladen. Die beiden mitgelieferten Netzteile haben ganz unterschiedliche Stecker und sind damit verwechslungssicher.

In der Packung befindet sich außer den schon erwähnten Teilen ein TAE-Kabel, bei dem der TAE-Stecker nicht abnehmbar ist - für den Betrieb an einer Telefonanlage mit RJ11-Anschluss muss also ein separates Kabel erworben werden. Mobilteil und Ladeschale wirken mit ihrem Metallfinish auf den ersten Blick edel und stylish, der Akkudeckel des Mobilteils ist in Klavierlackoptik gehalten. Schon nach kurzer Benutzung ist das Telefon aber mit Fingerabdrücken übersät - bei einer Neuauflage des Telefons sollte Gigaset über eine matte Oberfläche nachdenken.

Bei längerem Telefonieren ist das Handteil etwas klobigBei längerem Telefonieren ist das Handteil etwas klobig Vom Design her wirkt das Gigaset SL930A deutlich klobiger als ein aktuelles Smartphone. Bezüglich Platzverbrauch haben wir uns gefragt, warum das Display nicht die gesamte Breite des Telefons einnimmt - auch auf Softtasten hat Gigaset verzichtet. Stattdessen liegen unter dem Display fünf "richtige" Hardware-Drucktasten. Ganz links befindet sich die grüne Hörertaste, danach kommt die klassische "Zurück"-Taste für Android. Der Homebutton in der Mitte ist etwas höher als die restlichen Tasten. Rechts davon liegen die Taste für den Taskmanager und die rote Hörertaste. Bei längerer Benutzung des Geräts ist der ständige Wechsel zwischen kapazitivem Touch und Tastendruck allerdings wenig intuitiv.

Technische Ausstattung an Smartphones ausgerichtet

Das Telefonmenü: Gigaset- und Google-AppsDas Telefonmenü: Gigaset- und Google-Apps Das Gigaset SL930A hat einen kapazitiven 3,2-Zoll-Touchscreen, was sich bei der Bedienung in unserem Test manchmal als etwas klein erwiesen hat. Das betrifft nicht die maximal fünf programmierbaren Homescreens: Hier sind die Icons auch mit größeren Fingern gut zu treffen. Ruft man aber typische Funktionen wie den Play Store auf, sind manche Links nur mit genauem Zielen zu treffen. Mit einer Auflösung von nur 320 mal 480 Pixel ist das Display auch nicht gerade ein Überflieger in Sachen Schärfe.

Unter dem Display liegen klassische DrucktastenUnter dem Display liegen klassische Drucktasten Die Ersteinrichtung des Gigaset SL930A ist schnell geschehen und funktioniert wie bei einem Smartphone: Datum, Uhrzeit, WLAN-Schlüssel und Google-Konto eingeben - damit ist das Gerät konfiguriert. Das WLAN-Modul unterstützt den Standard 802.11b/g/n, ausgeliefert wird das Telefon mit der nicht mehr ganz taufrische Android-Version 4.0.4 (Ice Cream Sandwich). Der interne Speicher ist mit 4 GB nicht gerade üppig bemessen. Das Gigaset SL930A verfügt aber über einen microSD-Kartenslot für Speicherkarten bis zu 32 GB Fassungsvermögen. Dieser liegt allerdings unbequemerweise unter dem Akku - zum Einsetzen der Karte muss das Telefon zerlegt werden. In unserem Fall funktionierte das zwar, allerdings ist auf dem Gerät kein Dateibrowser installiert. Einen solchen muss man sich also erst einmal aus dem Play Store laden; auch ein Videoplayer ist nicht vorhanden. So man diesen wirklich braucht, laufen von der microSD abgespielte Full-HD-Videos auf dem Telefon ruckelfrei, bei der Leistung gibt es also nichts zu bemängeln.

Audio- und Micro-USB-AnschlussAudio- und Micro-USB-Anschluss Der im Gigaset SL930A integrierte Anrufbeantworter fasst Sprachmitteilungen mit einer Gesamtlänge von 55 Minuten. Ohne Anrufbeantworter ist das Telefon nicht erhältlich. Als SL930H kann der Anwender separate Mobilteile zur Erweiterung erwerben. Insgesamt sechs Mobilteile sind mit der Basis nutzbar; das Gerät ist GAP-kompatibel. Zum Abspielen von Musik mit dem MP3-Player gibt es einen Klinken-Anschluss. Dieser ist auch für ein Headset zum kabelgebundenen Telefonieren zwingend notwendig - denn: Das Telefon unterstützt kein Bluetooth, ist also nicht mit kabellosen Headsets nutzbar.

Auf der folgenden Seite verraten wir Ihnen, ob das Android-System auf dem Gigaset SL930A tatsächlich intuitiv zu bedienen ist und welche besonderen Apps wir auf dem Telefon fanden. Außerdem widmen wir uns natürlich der Gesprächsqualität und der Akkulaufzeit.

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