Bilanz

Telefonhersteller Gigaset hofft auf Smartphone-Erfolg

Der Telefonhersteller Gigaset kämpft in seinem Kerngeschäft mit sinkenden Umsätzen und hofft auf einen erfolgreichen Einstieg ins Smartphone-Geschäft. Smartphones werden häufiger durch neue Modelle ersetzt als Festnetztelefone.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
AAA
Teilen

Gigaset kämpft mit sinkenden Umsätzen bei Festnetztelefonen.Gigaset kämpft mit sinkenden Umsätzen bei Festnetztelefonen. Der Telefonhersteller Gigaset bleibt in den roten Zahlen und setzt seine Hoffnungen auf das Geschäft mit eigenen Smartphones. Wie bereits Anfang des Jahres berichtet, will das Unternehmen noch in diesem Jahr die ersten Geräte auf den hart umkämpften Markt für Mobiltelefone bringen, wie Firmenchef Charles Fränkl heute zur Vorlage der Bilanz 2014 bestätigte. Die Geräte sollen zum Großteil in einem Gemeinschaftsunternehmen in China hergestellt und entwickelt werden.

Das bisherige Kerngeschäft mit Schnurlostelefonen werde in diesem Jahr weiter schrumpfen, wenn auch etwas langsamer als zuletzt. Das zeige, wie wichtig es sei, in neue Geschäftsfelder zu investieren. Die würden allerdings in nächster Zeit noch nicht die Rückgänge bei Schnurlostelefonen ausgleichen können.

Deswegen rechnet Gigaset auch für dieses Jahr mit weniger Umsatz, angesichts der Ausgaben für neue Produkte aber auch mit einem geringeren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Auch unter dem Strich dürfte ein Minus stehen. 2014 war der Umsatz um gut 12 Prozent auf rund 326 Millionen Euro geschrumpft, der Verlust verringerte sich von 34,6 auf 16,6 Millionen Euro.

Gigaset produziert bereits seit einiger Zeit Festnetz-Telefone mit dem eigentlich für mobile Geräte entwickelten Betriebssystem Android. Die neue Generation von Touchscreen-Telefonen bietet unter anderem die Möglichkeit, Apps aus dem Google Play Store zu installieren und wahlweise über den Festnetz- oder Internet-Anschluss per VoIP zu telefonieren. Es wird beispielsweise im Gigaset-Modell SL930A oder dem HD-Video-Telefon Maxwell 10 eingesetzt. Insofern ist der Schritt zum Gigaset-Smartphone nur konsequent. Smartphones werden viel häufiger durch neue Modelle mit mehr Funktionen ersetzt als Festnetztelefone.

Gigaset, einst aus dem Siemens-Telefongeschäft entstanden, arbeitet nach einer wechselvollen Geschichte seit einigen Jahren an einem Neustart. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 1 400 Menschen. Weitere Informationen, Tipps und Tricks rund um DECT-Telefone finden Sie auf unseren Ratgeber-Seiten.

Teilen

Mehr zum Thema Gigaset