Festnetz-Telefon

Gigaset E630A: Robustes DECT-Telefon im ausführlichen Härtetest

Festnetztelefone sind zwar oft stilvoll und funktional - doch wenn ein Kind seine ersten Telefonversuche damit macht, zeigt sich, dass viele Geräte zu empfindlich sind. Das Gigaset E630A wurde für Familien, Handwerker und Hobbygärtner entwickelt - im Härtetest musste es Wasser und Stürze überstehen.

Das Gigaset E630A liegt nach unserem Ermessen sehr gut in der Hand. Dank der angerauhten Kunststoffoberfläche besteht kaum Gefahr, es fallen zu lassen. Die beleuchteten Tasten haben einen guten Druckpunkt. Die hintere Abdeckung, die das Akkufach verschließt, wird nicht wie bei den meisten Schnurlostelefonen einfach nur aufgesteckt, sondern mit einem drehbaren Kunststoffrädchen arretiert. Leicht erhöht an der rechten Seite des Handteils sind die Lautstärke-Steuerungstasten angebracht.

Dank rauher Oberfläche liegt das Handteil sicher in der Hand Dank rauher Oberfläche liegt das Handteil sicher in der Hand
Bild: teltarif.de / Marleen Frontzeck
Das Menü ist mit lediglich sechs großen Hauptpunkten sehr übersichtlich. Oben liegen SMS- und Anruflisten-Menü, in der Mitte Anrufbeantworter und Netzdienste, unten Extras und Einstellungen. Für die Abfrage des Anrufbeantworters muss sich der Nutzer aber nicht mühevoll durchs Menü hangeln, sondern kann diesen auch - wie bei Handys - über die Zifferntaste 1 abfragen. Obwohl die Menü-Schrift nicht besonders groß ist, ist sie doch sehr kontrastreich und daher gut zu lesen. Außer Anruflisten und den üblichen Komfortfunktionen bietet das Telefon an Sonderfunktionen den schon erwähnten SMS-Versand sowie eine Taschenlampe, Kalender, Wecker, Babyphone und Direktruf. Von den 20 Klingeltönen sind alle brauchbar - keiner ist so grausam, dass man ihn meiden müsste. Die mehrstimmigen Melodien sind aber etwas leiser und weniger durchdringend als die einstimmigen.

Die Sprachqualität ist wie von Gigaset gewohnt überdurchschnittlich gut: Rauschen, abgehackte Vokale und Vernuschelungen sind uns nicht aufgefallen. Der Lautsprecher des Mobilteils klingt zwar nicht wie ein Musiklautsprecher, ist für Telefongespräche aber okay.

Der Härtetest: Wasserhahn und Stürze auf verschiedene Böden

Nach dem Wasserstrahl-Test Nach dem Wasserstrahl-Test: Nur kleine Wassertropen im Inneren, nichts im Akkufach
Bild: teltarif.de / Paulina Heinze
Die von Gigaset versprochene Robustheit des Telefons reizte uns im Test natürlich - darum musste sich das Telefon bei uns diversen Torturen unterziehen. Nach jeder Prozedur erfolgte ein Testanruf, um zu überprüfen, ob das Gerät noch funktioniert. Im Spritzwasser-Test hielten wir das Handteil neben einen laufenden Wasserhahn und spritzten mit der freien Hand kaltes und lauwarmes Wasser auf das Telefon. Dies machte dem Telefon überhaupt nichts aus. Am Gehäuse des Handteils perlte das Wasser ab wie an einer wasserdichten Outdoor-Jacke. Den versprochenen Spritzwasserschutz können wir also bestätigen.

Dann wurden wir etwas frecher und hielten das Telefon direkt unter den fließenden Wasserhahn. Doch auch danach war das Gigaset E630A nicht vom Telefonieren abzubringen. Nach dem Öffnen der Abdeckung entdeckten wir aber einzelne kleine Wassertropfen direkt unter dem nicht wasserdichten Drehverschluss. Ins Akkufach war kein Wasser vorgedrungen. Dies deutet aber darauf hin, dass das Telefon kein dauerhaftes Untertauchen in der Badewanne verträgt - wenige Sekunden unter Wasser sollten aber kein größeres Problem sein. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass solche Schäden durch Untertauchen im Wasser nicht von der Gewährleistung abgedeckt sind, wenn der Hersteller dies nicht in der Spezifikation angegeben hat. Die beleuchteten Tasten haben einen guten Druckpunkt Die beleuchteten Tasten haben einen guten Druckpunkt
Bild: teltarif.de / Marleen Frontzeck

Zuletzt musste das Handteil mehrere Stürze überstehen. Getestet haben wir Stürze aus maximal Hüfthöhe, also etwa 1,20 Meter über dem Boden. Auch diese Prozedur überstand das Telefon, ohne mit der Wimper zu zucken. Fallen gelassen haben wir das Handteil sowohl auf Teppichboden als auch auf Fliesenboden im Bad. Bei Outdoor-Tablets und -Smartphones erlebten wir ab und zu den Effekt, dass einzelne Kunststoffteile vom Gehäuse abplatzten, aber der innere Rahmen die Elektronik vor Schaden bewahrte. Das Gigaset E630A trug aber nicht den kleinsten Kratzer von den Stürzen davon und abgeplatzt ist auch nichts - lediglich das Display sollte nicht auf spitze Steine oder ähnliches fallen. Sollte jemand kurz auf das am Boden liegende Telefon treten, wird es auch das überleben - nur schwere Kisten oder Gegenstände sollte man nicht darauf abstellen.

Fazit: Telefon kann problemlos in Kinderhände gegeben werden

Ladeschale und DECT-Basis kommen getrennt mit eigener Stromversorgung Ladeschale und DECT-Basis kommen getrennt mit eigener Stromversorgung
Bild: teltarif.de / Marleen Frontzeck
Dem Gigaset E630A können wir die Kindertauglichkeit bescheinigen - die vom Hersteller versprochenen Herausfoderungen überstand das DECT-Telefon in unserem Test alle. Es eignet sich damit nicht nur als robustes Familientelefon, sondern auch für Gartenhütte, Wochenendhaus, Vereinsheime und die Werkstatt. Für rund 100 Euro, die das Gigaset E630A kostet, kann man zwar getrost drei Billig-Telefone schrotten, aber wer sich den Ärger sparen und das Telefon längere Zeit unter robusten Bedingungen benutzen möchte, ist mit dem Gerät gut bedient.

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