Bandbreite

Down Under: Erstmals 150 MBit/s Upstream bei LTE

Das erste kommerzielle Gigabit-LTE-Netzwerk wurde in Sydney vorgestellt. Erste Nutzer in Australien sollen ab Ende Februar in den Genuss der neuen Technik kommen. Dabei profitieren auch Nutzer ohne die passende Hardware.
Von Paul Miot-Paschke / Thorsten Neuhetzki
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Ericsson, Telstra, Qualcomm und Netgear haben in Australien das weltweit erste kommerzielle Gigabit LTE-Netz samt dem dafür erforderlichen Endgerät vorgestellt. Dabei wurde auf Aufgabenteilung gesetzt: Während Ericsson die Netzwerktechnik für den Netzbetreiber Telstra zulieferte, steuerte Netgear seinen Router Nighthawk M1 Mobile Router (MR1100) bei, basierend auf den Qualcomm-Chip Snapdragon X16. Das Netz soll in Australien für die ersten Verbraucher Ende Februar an den Start gehen, wie heise.de berichtet. Das erste kommerzielle Gigabit LTE-Netzwerk wurde in Sydney vorgestellt. (Symbolfoto)Das erste kommerzielle Gigabit LTE-Netzwerk wurde in Sydney vorgestellt. (Symbolfoto)

Auch Upstream-Geschwindigkeit soll verbessert werden

Neben der Download-Geschwindigkeit soll die Leistungsfähigkeit des neuen Netzwerks auch die vorherige Uplink-Geschwindigkeit verdoppeln. Das erfolgt durch verschiedene Anpassungen der Modulation und dem Einsatz von MIMO, aber auch durch den Einsatz von Carrier Aggregation. Letzteres ermöglicht die Bündelung von verschiedenen Frequenzbereichen zum Erhöhen der Datenrate. Erstmals kommt diese auch als CA bezeichnete Technik auch beim Upstream zum Einsatz. Bislang wurden bei 2CA bzw. 3CA lediglich verschiedene Downstream-Frequenzen miteinander verbunden.

Eckdaten des Gigabit LTE

Qualcomm zufolge wird Gigabit LTE von LTE-Fortschritten wie 4x4 MIMO, 3CA und durch das Modulationsverfahren 256QAM ermöglicht. Für den Uplink setzt Telstra 64QAM und 2CA ein. Somit kommt der Anbieter auf eine Upload-Höchst­geschwindigkeit von 150 MBit/s. Bisher ist hier ein Wert von 50 MBit/s üblich.

Das neue Gigabit-LTE-Netz dient dabei natürlich zum einen dazu, werbewirksam zu zeigen, dass man die Geschwindigkeit im eigenen Netz erhöhen kann, aber auch dazu, generell mehr Kapazität im Netz bereitzustellen und Frequenzen effektiver auszunutzen.

Die Deutsche Telekom hatte im vergangenen Spätsommer die Übertragung einer Datenrate von bis zu 1,2 GBit/s per LTE gezeigt. Dieser Test fand zwar im Livebetrieb statt, allerdings nicht zu kommerziellen Zwecken. Die Telekom verzichtete bei dem Test darauf, den Upstream zu erhöhen. Zudem nutzte sie die sogenannte (Innenband-)Carrier Aggregation sowie Frequenzen aus dem 3,5-GHz-Band im derzeit noch ungewöhnlichen TDD-Modus zum Einsatz. Alle Details zu diesem Test lesen Sie in unserer Meldung.

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