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GfK: Absatz von DAB+-Geräten steigt um fast ein Viertel an

2020 stieg der Anteil DAB-fähiger Geräte deut­lich an. Das zeigen aktu­elle Zahlen der GfK zum Gesamt­markt Audio in Deutsch­land.

Das Digi­tal­radio DAB+ ist deut­lich im Aufwind. Laut der Gesell­schaft für Konsum­for­schung (GfK) wurden im Gesamt­jahr 2020 in Deutsch­land insge­samt 4,2 Millionen Audio­geräte verkauft. Dazu gehören Heim­kino­anlagen, Radio­geräte, Tuner, Receiver sowie After-Sales Auto­radios. Von diesen Geräten waren 38 Prozent DAB+-fähig, das entspricht zirka 1,6 Millionen verkauften Geräten.

Sieben Prozent dieser verkauften Geräte sind nicht nur DAB+-fähig, sondern verfügen zudem über die Option "Inter­net­radio". Im direkten Jahres­ver­gleich verzeich­nete das gesamte DAB-Segment einen Zuwachs von 23 Prozent.

DAB+ hat mehr Vorteile

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Foto: Albrecht Audio
Befür­worter von DAB+ sehen große Vorteile gegen­über den klas­sischen UKW-Radios: Mehr Programm­viel­falt durch das Empfangen von regio­nalen aber auch bundes­weiten Programmen, bessere Audio­qua­lität durch Elimi­nie­rung von unan­genehmem Rauschen, Möglich­keit zum Empfang von zusätz­lichen Infor­mationen wie Musik­titel oder Wetter­infor­mationen und vieles mehr.

Um den Ausbau von DAB+ weiter voran­zutreiben sieht das neue Tele­kom­muni­kati­ons­gesetz mit wenigen Ausnahmen vor, dass seit dem 21. Dezember 2020 alle UKW-Radios verpflich­tend mit einem weiteren digi­talen Radio-Empfangsweg ausge­stattet sein müssen. Dabei können die Hersteller jedoch frei entscheiden, ob ihre Produkte Inter­net­radio- und/oder DAB+ fähig sein sollen.

Weniger Flexi­bilität besteht für die Auto­mobil­indus­trie. Hier gilt aufgrund von euro­päi­schem Recht die Pflicht, bei Neuwagen einen DAB+-Empfänger zu verbauen.

Führend sind trag­bare Radios

Den höchsten DAB-Anteil haben noch immer die Radio­geräte und beson­ders das Segment der trag­baren Radios: Rund 70 Prozent aller im Jahr 2020 gekauften porta­blen Radios sind DAB+-fähig. Heim­kino­anlagen sind im direkten Vergleich auf Platz zwei gemessen am Absatz für DAB+-fähige Geräte.

Während es in Deutsch­land aktuell noch die Möglich­keit gibt, analoges UKW-Radio zu empfangen, sind andere euro­päi­sche Länder mit der Digi­tali­sie­rung des Radio­emp­fangs schon weiter. So hat beispiels­weise Norwegen - abge­sehen von Lokal­radios - den "Switch-Off" vom UKW-Radio bereits Ende 2017 voll­zogen. Seitdem sind die Verkaufs­zahlen für DAB-fähige Geräte deut­lich gestiegen, denn die Mehr­heit der norwe­gischen Konsu­menten hat offen­sicht­lich mit dem Kauf gewartet, bis der Wechsel von analog zu digital offi­ziell umge­setzt wurde.

Die GfK geht davon aus, dass sich dieses Kauf­ver­halten auch auf andere Länder über­tragen lässt. Aktuell sind in Deutsch­land noch 60 Prozent der Audio­geräte nicht DAB-fähig. Basie­rend auf den Beob­ach­tungen zum norwe­gischen Markt sowie aufgrund des neuen Tele­kom­muni­kati­ons­gesetzes könnte 2021 bereits jedes zweite gekaufte Gerät in Deutsch­land DAB+-fähig sein.

Auch andere euro­päi­sche Märkte treiben den Ausbau des digi­talen Radio­stan­dards voran. So plant beispiel­weise die Schweiz die UKW-Abschal­tung spätes­tens Januar 2023 komplett voll­zogen zu haben.

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